Di 04.02. 2020 21:00Uhr 44:00 min

Der Osten - Entdecke wo du lebst Drama, Macht und Rausch - Die Semperoper

Komplette Sendung

Die Dresdener Semperoper. 45 min
Die Dresdener Semperoper. Bildrechte: MDR
MDR FERNSEHEN Di, 04.02.2020 21:00 21:45

Semperoper: Jähes Ende für den Aufbruch in die Moderne

Vor und hinter den Kulissen Semperoper: Jähes Ende für den Aufbruch in die Moderne

Wagner, Weber und Strauss werden in Dresden bejubelt. Generalmusikdirektor Fritz Busch sucht ab 1922 den Anschluss an die Moderne. 1933 wird er von der Bühne vertrieben. Eine NSDAP-Zelle am Theater leistet die Vorarbeit.

Richard Wagner, Porträt, Postkarte
1843 wird Richard Wagner als Hofkapellmeister verpflichtet. Sein "Rienzi", "Der fliegende Holländer" und "Tannhäuser" feiern in der Semperoper Uraufführung. Bildrechte: Historisches Archiv der Sächsischen Staatstheater
Richard Wagner, Porträt, Postkarte
1843 wird Richard Wagner als Hofkapellmeister verpflichtet. Sein "Rienzi", "Der fliegende Holländer" und "Tannhäuser" feiern in der Semperoper Uraufführung. Bildrechte: Historisches Archiv der Sächsischen Staatstheater
Theaterplakat "Rosenkavalier" an der Semperoper, 26.01.1911
Die Inszenierung von Richard Strauss' "Rosenkavalier" gilt als so spektakulär, dass Musikliebhaber mit Sonderzügen nach Dresden zu den Vorstellungen reisen. Bildrechte: Historisches Archiv der Sächsischen Staatstheater
Inszenierungsteam "Rosenkavalier" an der Semperoper, um 1910: Erste Reihe in der Mitte: Richard Strauss
Das Inszenierungsteam mit dem Komponisten Richard Strauss, (erste Reihe, M.) um 1910. Unter Ernst von Schuch, 1889 bis 1914 Generalmusikdirektor, gibt es über 40 Uraufführungen, darunter auch neun der 15 Opern von Richard Strauss, neben dem "Rosenkavalier" kommen u.a. "Salome" und "Elektra" auf die Bühne. Bildrechte: Historisches Archiv der Sächsischen Staatstheater / Foto: M. Herzfeld
"Rosenkavalier", Szene mit Baron Ochs, UA an der Semperoper, 1911
"Rosenkavalier", Szene mit Baron Ochs, UA an der Semperoper, 1911 Bildrechte: Historisches Archiv der Sächsischen Staatstheater / Foto: M. Herzfeld
Fritz Busch, Generalmusikdirektor der Semperoper, 1922-1933
Unter Generalmusikdirektor Fritz Busch sucht das Haus ab 1922 den Anschluss an die Moderne, etwa mit Uraufführungen von Weill und Hindemith. Zugleich wird Verdi wiederentdeckt. Busch stößt auf Widerstand von rechts. Bildrechte: Historisches Archiv der Sächsischen Staatstheater / Foto: Ursula Richter
Theaterzettel "Rigoletto" 7. März 1933 - Vertreibung GMD Fritz Busch
Theaterzettel "Rigoletto" 7. März 1933. Mitten in dieser Aufführung wird GMD Fritz Busch von der SA auf den Rängen der Semperoper ausgebuht. Das Orchester schweigt. Er legt den Taktstock nieder und verlässt die Bühne. Dahinter steht schon sein Nachfolger bereit und übernimmt. Bildrechte: Historisches Archiv der Sächsischen Staatstheater
Alexis Posse, Gründer der "Theaterfachgruppe der NSDAP" an der Semperoper, Abb. in einer Gedenkschrift 1934
Bereits 1930 gründet der Schauspieler Alexis Posse am Haus eine "Theaterfachgruppe der NSDAP", schon zuvor machen die "Deutsche Kunstgesellschaft" und der Bühnenvolksbund von außen Stimmung gegen den Spielplan. Bildrechte: Historisches Archiv der Sächsischen Staatstheater
Semperoper um 1930
"1934, als Hitler hier in die Semperoper kommt, kann schon vermeldet werden, dass die Semperoper 'deutsch' ist", sagt Jens Hommel, Mit-Kurator des Projektes "Verstummte Stimmen". Bildrechte: Historisches Archiv der Sächsischen Staatstheater / Foto: Walter Möbius
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Sie ist eines der berühmtesten Opernhäuser der Welt. Den Grundstein dafür schufen Künstler - Architekten wie Gottfried Semper, Deutschlands berühmte Komponisten und die internationalen Stars des Musiktheaters. Ihnen applaudiert das Publikum und feiert dabei auch immer sich selbst, sowohl in den Aufführungen als auch während der glanzvollen Bälle.

Doch die Semperoper war und ist auch immer ein politischer Ort. So baute der Revolutionär Gottfried Semper nicht nur die Oper, sondern auch eine der wehrhaftesten Barrikaden der Stadt. Er flieht 1849 aus Dresden und wird niemals wiederkehren.

Nach einem verheerenden Brand wird die Semperoper wiederaufgebaut und zum Tempel und Symbol der deutschen Hochkultur. Und je mehr ihr Ruhm als glanzvolle, renommierte Bühne des Musiktheaters wächst, umso stärker die Bemühungen diesen Ort politisch zu beanspruchen.

Anfang der 1920 Jahre ist es die in Dresden gegründete "Deutsche Kunstgesellschaft", die gegen die "Entsittlichung, Entgöttlichung und Entnationalisierung" auch in der Semperoper zu Felde zieht. Und als am 7. November 1933 Fahnen und Bücher auf dem Dresdner Schlosshof brennen, stürmen Schauspieler und NS-Sympathisanten in der Semperoper die Rigoletto-Probe. Sie erklären den Chefdirigenten Fritz Busch für abgesetzt und vertreiben mit ihm alle jüdischen Kollegen. Erst 1998 wird man sich in der Semperoper symbolisch für die Vertreibung Fritz Buschs aus seinem Amt als Dresdner Generalmusikdirektor entschuldigen.

Nahezu jede öffentliche Kundgebung in Dresden beginnt heute vor der Kulisse der Semperoper. Hier wird auf der Klaviatur deutscher Geschichte gespielt. Ob im Kaiserreich, der Weimarer Republik, unter den Nationalsozialisten oder in der DDR, wer in der Semperoper in der ersten Loge saß, besaß nicht nur die Macht, sondern nutzte sie auch, um sie zu repräsentieren.

Der Film sucht nach bisher unentdeckten Spuren an einem Ort, der seit mehr als 175 Jahren glanzvolle Bühne für erstklassiges Musiktheater, rauschende Unterhaltung und perfekte Inszenierung von Macht ist. Die spannendsten Geschichten spielen wie so oft hinter den Kulissen.

Eine beginnt zwei Tage vor der großen offiziellen Wiedereröffnung der Semperoper. Bevor die am 13. Februar 1985 von Erich Honecker in Anwesenheit namhafter internationaler Gäste eröffnet werden soll, geht beim Dresdner Volkspolizeikreisamt eine Bombendrohung ein: "Die Eröffnung der Semperoper wird nicht stattfinden. Zündung am Mittwoch 18.00 Uhr."

Ein Film von Galina Breitkreuz

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