Do 05.03. 2020 22:05Uhr 29:30 min

artour

Das Kulturmagazin des MDR

Komplette Sendung

Die Moderatorin im Studio 30 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
MDR FERNSEHEN Do, 05.03.2020 22:05 22:35

Beiträge aus der Sendung

Ein Gemälde eines Gerippes, das einen Mann erwürgt 5 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Eine Zeichnung einer Maus mit einer Herzblume in der Hand 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Themen:

* Der Fotograf Karl Lagerfeld und sein Werk
* "Stern 111" - Lutz Seilers neuer Roman
* "Waterproof" - ein Dokumentarfilm über Klempnerinnen in Jordanien
* Umgang mit Seuchen in Vergangenheit und Gegenwart
* Absage der Buchmesse in Leipzig
* Kulturkalender

Mehr zu den Themen:

* Der Fotograf Karl Lagerfeld und sein Werk

Karl Lagerfeld hat auch fotografiert. Den Tag verbrachte er im Modestudio und drumherum, nachmittags und abends aber liebte er es, zu fotografieren. Dabei wurde meist im Studio gearbeitet, aber man zog auch einfach mit einem Assistenten durch Paris. Was Lagerfeld als Fotograf hinterlässt, ist jetzt erstmals in einer großen Retrospektive im Museum Moritzburg Halle zu sehen. Wie zu erwarten, ist das Fotowerk des Karl Lagerfeld sehr vielseitig. Auf der einen Seite stehen die schönen Models und Inszenierungen mit ihnen, auf der anderen Fotos, die die kühle Sachlichkeit der 20er Jahre heraufbeschören. Lagerfeld sagte manchmal, es gebe da schon ein Hauptthema, aber das sei nicht seine Sache, darüber zu reden. Was also macht den gefeierten Modedesigner Karl Lagerfeld als Fotografen aus? Das Museum Moritzburg versucht eine Antwort: Karl Lagerfeld. Fotografie, Die Retrospektive, 08.03.2020 - 23.08.2020 in der Moritzburg Halle.
Autor: Meinhard Michael


* "Stern 111" - Lutz Seilers neuer Roman

Nach dem Erfolg des Hiddensee-Romans "Kruso" hat Lutz Seiler nun einen neuen Roman veröffentlicht. "Stern 111" heißt er, genau wie das DDR-Radiogerät, ein Empfänger von Wellen, wenn man so will, aus einer sehr besonderen Zeit. Auch Kruso wird kurz wieder auftauchen, wenn auch nur als - nicht ganz unwichtiger - Cameo.
Diesmal beschreibt Seiler die Zeit unmittelbar nach der Wende. Er führt die Geschichte in zwei großen Erzählbögen fort - in einem Roadtrip, der seine Bahn um den halben Erdball zieht, und in einem Berlin-Roman, der uns die ersten Tage einer neuen Welt vor Augen führt. Und ganz nebenbei wird die Geschichte einer Familie erzählt, die der Herbst '89 sprengt und die nun versuchen muss, neu zueinander zu finden.

Einer der Haupthandlungsorte ist - wie in "Kruso" - eine Kneipe, die es auch in der Wirklichkeit gab. Auch hier hatte der Autor tatsächlich eine Weile gearbeitet: die "Assel" in der Berliner Oranienburger Straße. In gewisser Weise wird auch die "Assel" im Roman wieder eine Insel, eine Insel im Meer der Zeit, auf der kurzzeitig eine Utopie aufleuchtet wie Gold, obwohl ringsum alles Schrott und Verfall ist.

"Stern 111" ist der Roman, den Seiler schon vor zehn Jahren schreiben wollte. Aus einem Unterkapitel entsprang dann doch zunächst "Kruso". Nun hat Seiler es vollendet - und es ist eine wilde Reise durch eine wilde Zeit. Wir haben Lutz Seiler im Hinterhof der einstigen "Assel" getroffen und mit ihm über seinen neuen Roman gesprochen.
Autor: Dennis Wagner


* "Waterproof" - ein Dokumentarfilm über Klempnerinnen in Jordanien

Aysha, Khawla und Rehab sind Klempnerinnen in einem der trockensten Länder der Welt: Jordanien. Das verleiht ihrer Mission etwas Heldisches - sie reparieren Rohrbrüche, reinigen Wassertanks und zeigen Hausfrauen den verantwortungsvollen Umgang mit Wasser. Nach dem Tod ihres Mannes begann Aysha eine Ausbildung bei Khawla Al-Sheikh, der selbsternannten ersten Klempnerin Jordaniens, um ihre drei Kinder alleine versorgen zu können. Seitdem arbeiten sie zusammen in Khawla's NGO für Klempnerinnen und sind zudem enge Freundinnen geworden.

Kurz vor Ayshas 40. Geburtstag teilt diese ihren Traum der Selbstverwirklichung mit Khawla und wird von ihr ermutigt, sich ein Ziel zu setzen und es zu verfolgen. Khawla selbst hat scheinbar alles erreicht - bis sie wegen Korruptionsverdacht vor Gericht treten muss. Der Ruf der NGO leidet ebenso wie die Freundschaft zwischen Aysha und Khawla. Aysha ist nach wie vor davon überzeugt, ihren Lebensunterhalt mit Klempnerarbeiten zu verdienen. Sie gründet ein eigenes Unternehmen, erledigt Jobs in ihrem Dorf und wird langsam unabhängig. Als Khawla Aysha braucht, um vor Gericht für sie auszusagen, ist Aysha sich nicht sicher, was sie tun soll - loyal ihrer besten Freundin gegenüber sein oder sich auf ihr eigenes Geschäft konzentrieren?

Der Dokumentarfilm "Waterproof" von Daniela König kommt am 5. März ins Kino.
Autorin: Ann-Kathrin Canjé


* Umgang mit Seuchen in Vergangenheit und Gegenwart

Wir haben uns an ein Maximalmaß an Freiheit gewöhnt, wir wollen gern in Ruhe gelassen werden, wir agieren so individuell wie nie zuvor, wir haben das "Ich" vom "Wir" abgekoppelt und umgekehrt. Doch jetzt scheint alles anders. Im Krisenmodus, in den Corona uns bringt, wünschen wir uns statt der maximalen Freiheit das maximale Maß an staatlicher Vor- und Fürsorge. Das war nicht immer so. Was haben die großen Seuchen in der Geschichte der Menschheit ausgelöst? Ein Gefühl von Ohnmacht macht sich breit, Hilflosigkeit, Antastbarkeit. Lange hatten uns die großen weltweiten Katastrophen nicht erreicht, jetzt fühlen wir unsere Verletzbarkeit, die Fragilität unseres Daseins. Wir sprechen u.a. mit Prof. Heiner Fangerau, Medizinhistoriker und Medizinethiker der Universität Düsseldorf.
Autorin: Petra Böhm


* Absage der Buchmesse in Leipzig

Aktueller Beitrag zur Bedeutung der Absage der Leipziger Buchmesse für Buchbranche, Autoren und Publikum.
Autor: Rayk Wieland


* Kulturkalender

- "Meister und Margarita", Leipzig, Schauspielhaus, Premiere am 7.3.
- "Janosch: Unikate und Grafik", Veßra, Kloster Veßra bis 14.6.
- Konzert "Tanga Elektra" am 14.3. in Halle, Objekt 5
Autorin: Ulrike Reiß

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