So 08.03. 2020 22:30Uhr 29:30 min

Die deutsche Sozialpolitikerin Clara Zetkin (undatiertes Archivfoto)
Die deutsche Sozialpolitikerin Clara Zetkin (undatiertes Archivfoto) Bildrechte: dpa
MDR FERNSEHEN So, 08.03.2020 22:30 23:00

Starke Frauen - Starke Geschichten MDR Zeitreise

MDR Zeitreise

Frauen, Plan- und Männerwirtschaft

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Sie waren ein festes Ritual der DDR - die alljährlichen Feierlichkeiten zum Internationalen Frauentag. Erst Ulbricht, dann Honecker wurden in ihren Festtagsreden nicht müde zu betonen, wie wichtig die Frau für den sozialistischen Staat sei, wie wertvoll ihre Arbeitskraft und ihr Einsatz für den Weltfrieden.

Und tatsächlich: Ohne einen so hohen Anteil der Frauen im Berufsleben hätte die DDR-Wirtschaft nicht funktioniert. Ende der 80er Jahre waren mehr als 90 Prozent von ihnen voll berufstätig. Für die SED-Führung Beweis dafür, dass die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, die in der DDR schon seit Staatsgründung Verfassungsrang hatte, vollständig umgesetzt sei.

"Diese Gleichberechtigung war von oben verordnet, und die SED-Führung bestand nun einmal aus Männern", sagt Anna Kaminsky, Leiterin der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Sie hat ein Buch geschrieben mit dem Titel "Frauen in der DDR". Für sie ist die Gleichberechtigung in der DDR nicht mehr als ein Mythos, der sich bis heute hält. Denn de facto hatten die Frauen keine Wahl. Berufstätige Mütter leisteten neben ihren 43 Stunden Erwerbsarbeit in der Woche noch zusätzliche 50 Stunden Erziehungs- oder Hausarbeit. Männer hingegen nur 16.

Fakt ist aber auch, dass Ostfrauen schon immer unabhängig von ihren Ehemännern waren. Gesetze wie in der BRD, wonach die Frau den Mann um Erlaubnis fragen musste, wenn sie arbeiten gehen wollte, waren Ostfrauen fremd. Vielleicht liegt es auch daran, dass die Ostfrauen mit dem politischen Bruch 1989/90 besser klarkamen, als die Ostmänner. Die gelten, wenn man sich in den deutschen Medien umschaut, bis heute als die großen Wendeverlierer. Das Bild des Ostdeutschen ist das des verbitterten AfD-Wählers. Einen smarten Geschäftsmann verbindet die deutsche Öffentlichkeit selten mit einem ostdeutschen Mann. Woran liegt das, hat sich die Leipziger Autorin Greta Taubert gefragt und für ihr Buch "Guten Morgen, Du Schöner" ostdeutsche Männer zu Wort kommen lassen. Ihr Fazit: Es wird Zeit, dass die "Ossiboys" aufstehen und sagen "Wir sind wer!".

Am 08.März sucht die "MDR Zeitreise" nach den Wurzeln des Frauentags. Was war das Ziel und was ist bis heute daraus geworden?

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