Do 12.03. 2020 23:05Uhr 29:47 min

Schnecke mit Haus als Stofftier
Kunstsammler legen für ein Rupfentier von Renate Müller mehrere tausend Euro auf den Tisch. Bildrechte: MDR/Werkblende/Archiv Renate Müller
MDR FERNSEHEN Do, 12.03.2020 23:05 23:35

Starke Frauen - Starke Geschichten Große Tiere für kleine Leute

Große Tiere für kleine Leute

Die Spielzeuggestalterin Renate Müller

Film von Linda Süß

  • Stereo
  • 16:9 Format
  • HD-Qualität
  • Untertitel
  • VideoOnDemand

Bilder zur Sendung

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Ein Spielplatz aus den 80ern, designet von Renate Müller.
Ein Spielplatz aus den 80ern, designet von Renate Müller. Bildrechte: MDR/Werkblende/Archiv Renate Müller
Ein Spielplatz aus den 80ern, designet von Renate Müller.
Ein Spielplatz aus den 80ern, designet von Renate Müller. Bildrechte: MDR/Werkblende/Archiv Renate Müller
Kind liegt auf dem Rücken auf einem Nashorn aus Stoff.
Bereits in den 60ern entwickelte Renate Müller therapeutisches Spielzeug. Eine Sensation in der DDR. Bildrechte: MDR/Werkblende/Archiv Renate Müller
Erzieherin mit kleinem Kind un mehreren Stofftieren: Seehund, nashorn, flusspferd un Schildkröte.
Das therapeutische Spielzeug war zu DDR-Zeiten sehr gefragt und wurde in viele Länder exportiert. Bildrechte: MDR/Werkblende/Archiv Renate Müller
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Ihren Name kennt kaum jemand. Ihr Spielzeug aber ist weltberühmt. In Japan, in Amerika, in Deutschland gehen die sogenannten Rupfentiere heute für 8.000 Euro über den Ladentisch. Renate Müller hätte sich das nie träumen lassen.

Die Spielzeug-Designerin wächst in der DDR auf, im thüringischen Sonneberg. In der Spielzeugmacherwerkstatt ihres Großvaters fühlt sie sich zu Hause. Schon während des Design-Studiums in Sonneberg entwirft Renate Müller therapeutisches Spielzeug, eine Sensation in der DDR. Ihre Stopftiere, Nashorn, Nilpferd, Krokodil sind in den 70ern hier und auch im Westen bereits sehr begehrt. Doch der Erfolg hat auch eine Kehrseite: 1972 wird das elterliche Unternehmen verstaatlicht. Renate Müller macht das Beste daraus. Sie arbeitet als freie Gestalterin weiter, bildet aus, übernimmt die Leitung der Arbeitsgruppe "Kind und Umwelt" in der DDR. Von nun an gestaltet sie Spielplätze, stattet Krankenhäuser und Kindergärten mit pädagogisch-therapeutischem Spielzeug aus. Ein Leben zum Wohle der Kleinsten.

Nach der Wende kauft sie den alten Familienbetrieb zurück. Maschinen, Jute, Leder, Werkzeug. Ein mutiger Neustart, der mit Erfolg belohnt wird. 2012 stellt sie erstmals im New Yorker MoMA aus. Eine Spielzeugmacherin aus der thüringischen Provinz erobert Amerika. Ihre riesigen Tiere sind Kult. Die inzwischen 73-Jährige kommt mit der Produktion kaum nach. 2017 waren unter anderem von ihr designte Riesenteppiche auf der Biennale in Venedig zu sehen, ein Müller-Kunstprojekt von vielen.