Do 23.04. 2020 22:05Uhr 29:30 min

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MDR FERNSEHEN Do, 23.04.2020 22:05 22:35

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Das Kulturmagazin des MDR

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* Das Ende der Reise, das Ende des Tourismus?

Es sind Ferien - und niemand fährt weg. Von Buchungen für den Sommerurlaub wird abgraten. Rucksacktouristen werden aus den entlegensten Ecken der Welt zurückgeholt. An Nord- und Ostseeküste haben sich Schlepperbanden organisiert, die Tagesgäste ans Meer schmuggeln. Venedig, New York, Kreuzfahrtschiffe sind zu Katastrophenschauplätzen umcodiert. Urlaub ist praktisch weltweit gestrichen, Massen- und Individualtourismus sind eingestellt. Es stellt sich die Frage: Ist der Tourismus am Ende? Wie geht es den Menschen, die jetzt Dauerferien haben ohne rauszukommen? Verblöden wir, weil Reisen ja bildet? Gab es eine Welt vor dem Urlaub und gibt es einen Urlaub nach Corona und fehlt uns eigentlich wirklich etwas? Darüber haben wir mit dem Tourismusforscher und Historiker Prof. Hasso Spode gesprochen.

* An vielen selbständigen Künstlern gehen die Corona-Hilfsprogramme vorbei

Die Bundesregierung hat ein umfangreiches Soforthilfeprogramm für Freiberufler und Solo-Selbstständige aufgelegt. Das ist zwar in einem beeindruckenden Tempo geschehen, kommt aber bei einem Großteil der Musiker und Kulturschaffenden nicht an. Denn das Geld steht ausschließlich für laufende Betriebskosten und betriebliche Liquiditätsengpässe zur Verfügung und eben nicht für fehlende Gagen und Honorare. Da die meisten Künstler aber selten Büros haben, keine Firmenautos besitzen und zur Zeit keine Reisekosten geltend machen können, fallen sie bei der Vergabe der Hilfen durch.

Jetzt wandten sich Künstler, deren finanzielle Situation dramatisch ist, mit einer Petition an das zuständige Bundesministerium. Dort verweist man auf das sogenannte "Corona-Soforthilfe-Programm", eine Arbeitslosengeld 2-Leistung, mit vereinfachten Zugangsvoraussetzungen. Ein gezielter Rettungsschirm für Kultur und Künstler ist das nicht. Viele fühlen sich im Stich gelassen. Wir haben mit betroffenen Künstlern und der Staatsministerin Monika Grütters gesprochen.

* Unterricht nach dem Shutdown - wie geht es weiter an den Schulen?

In dieser Woche beginnen in Sachsen die Abiturprüfungen, und das unter Bedingungen, wie sie sich vor ein paar Monaten keiner hätte vorstellen können. Covid 19 hat eine angemessene Vorbereitung verhindert. Und in den Schulen kommt jetzt zur Angst vor den Prüfungen möglicherweise die Angst dazu, sich anzustecken. Wie gehen Schüler und Lehrer damit um? Und wie gut sind die Bedingungen in den Schulen, mit großen Schülermengen umzugehen? Wie gut können das Personal und die Kinder geschützt werden?

Frank Haubitz, Schulleiter des Gymnasiums in Dresden-Klotzsche, ist optimistisch: Fast alle Abiturienten an seiner Schule nehmen die Prüfungen schon in dieser und der kommenden Woche wahr. Der Schulleiter fordert aber auch ein schnelles und realistisches Konzept für den Neustart in den unteren Klassen. Denn eine monatelange Unterbrechung des Schulbetriebs könnte sich eine Gesellschaft nicht leisten, sagt auch der Neurowissenschaftler und Buchautor Henning Beck.

Wie also soll es für die restlichen Schüler bis zum Beginn der Ferien weitergehen? Wie gelingt die Umstellung von Shutdown auf geregelten Betrieb? artour hat eine Schule besucht und mit Lehrern, Schülern und dem zuständigen Kultusminister gesprochen.

* Kulturkalender
- "Songs for Alice - Special Edition" - Der Westflügel Leipzig streamt sein musikalisch-poetisches Figurentheater in die Wohnzimmer. Nächster live-Streaming-Termin: 25.04., 21 Uhr
- "Corona Creative" - ab 24.4. online
- Bei "kultursendung.de" können Leipziger sich in kulturarmen Corona-Zeiten Künstler nach Hause sschicken lassen, dort gibt es dann - auf Abstand - ein Balkonkonzert o.ä.

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