So 03.05. 2020 22:30Uhr (VPS 22:50) 29:43 min

Villa Römer, Großenhain
Villa Römer, Großenhain Bildrechte: MDR/Atelier Reichl
MDR FERNSEHEN So, 03.05.2020 22:30 23:00

75 Jahre Ende Zweiter Weltkrieg Vom Vater erschossen - Die Spur der Ahnen

Vom Vater erschossen - Die Spur der Ahnen

Ein Familiendrama

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"Man muss siegen oder untergehen"

Galerie: Die Spur der Ahnen - Vom Vater erschossen "Man muss siegen oder untergehen"

Mit dem Beginn des Dritten Reiches ist die Welt für Joachim Römer in Ordnung. Der Jungunternehmer hat erste Erfolge, heiratet 1936, bald wird er Mitglied der SS und Leiter des Kreisamtes für Rassenpolitik in Großenhain.

Die Spur der Ahnen: Erschossen vom Vater
Schauplatz der Tragödie ist die Villa der Römers in der Meißner Straße 80 in Großenhain, die heute wieder ein Wohnhaus ist. Bildrechte: MDR / Die Spur der Ahnen
Die Spur der Ahnen: Erschossen vom Vater
Auch 16-mm-Filme dokumentieren das heitere Familienleben. Das Faschingsfest 1936 feiert man ausgelassen. Nur einer erscheint in Uniform: Joachim Römer. So zeigt er sich als Mitglied der SS, in die er gerade eingetreten ist. Bald wird er Leiter des Kreisamtes für Rassenpolitik in Großenhain. Schon mit 16 Jahren interessiert sich Joachim Römer für "rassenpolitische Fragen", stellen Christoph und Franziska Reichl bei ihren ersten Recherchen fest. Bildrechte: MDR / Die Spur der Ahnen
Die Spur der Ahnen: Erschossen vom Vater, 2015
Doch die Römers folgen dem Evakuierungsbefehl nicht. Aus Angst vor der Rache der Sieger? Aus Angst vor Strafe? Heinrich Knobloch, der Prokurist der Firma, berichtet später von einem seltsamen Telefonat, das er unmittelbar vor seiner Flucht noch mit Joachim Römer führte und das endete mit den Worten, jeder müsse ja selbst wissen, was er dem Vaterland noch opfern wolle. In der Nacht zum 22. April 1945 opfert er seine fünf Kinder, seine Frau und sich selbst, außerdem erschießt er seine Schwiegermutter und ein Hausmädchen. Bildrechte: Privatbesitz
Die Spur der Ahnen: Erschossen vom Vater
Schauplatz der Tragödie ist die Villa der Römers in der Meißner Straße 80 in Großenhain, die heute wieder ein Wohnhaus ist. Bildrechte: MDR / Die Spur der Ahnen
Die Spur der Ahnen: Erschossen vom Vater
Der Tuchfabrikant Joachim Römer erschießt in der Nacht zum 22. April 1945 seine Frau, die fünf Kinder, seine Schwiegermutter, ein Hausmädchen und am Ende sich selbst. Bildrechte: Privatbesitz
Die Spur der Ahnen: Erschossen vom Vater
Was Joachim Römer zu dieser Wahnsinnstat getrieben hat, wollen 70 Jahre danach der Pfarrer Christoph Reichl aus Crimmitschau - der Großneffe von Joachim Römer- und seine Tochter Franziska Reichl herausfinden. Zu Beginn ihrer Spurensuche sehen sie sich alte Fotos an. Bildrechte: MDR / Die Spur der Ahnen
Die Spur der Ahnen: Erschossen vom Vater
Mit dem Beginn des "Dritten Reiches" ist die Welt für Joachim Römer in Ordnung. Der 25-jährige Jungunternehmer heiratet 1936 Herta Hofmeister. Bildrechte: Privatbesitz
Die Spur der Ahnen: Erschossen vom Vater
Zuvor hat er die Tuchfabrik seines Vaters in Großenhain übernommen und hofft auf den von Hitler versprochenen Wirtschaftsaufschwung. Bildrechte: MDR / Die Spur der Ahnen
Die Spur der Ahnen: Erschossen vom Vater
Die Bilder aus dem 1930er-Jahren zeigen einen stolzen Familienvater, fünf Kinder bekommen seine Frau Herta und er. Bildrechte: MDR / Die Spur der Ahnen
Die Spur der Ahnen: Erschossen vom Vater
Christoph und Franziska Reichl suchen im Stadtarchiv von Großenhain nach weiteren Hinweisen auf seinen Werdegang. Sie stoßen auf einen Brief von Joachim Römer an den Stadtrat von Großenhain. Bildrechte: MDR / Die Spur der Ahnen
Die Spur der Ahnen: Erschossen vom Vater
In diesem Brief vom 27. Dezember 1932 beantragt Joachim Römer eine Bürgschaft in Höhe von 35.000 Reichsmark, um die Tuchfabrik in Großenhain weiterführen zu können, denn die Geschäfte stehen schlecht. Er argumentiert, der Stadt würden viele Arbeitslose erpart und eine Hypothek gesichert. Gute Argumente in Zeiten der Krise. Der "strebsame, junge Kaufmann" hat Erfolg. Bildrechte: MDR / Die Spur der Ahnen
Die Spur der Ahnen: Erschossen vom Vater
Über die Jahre wird aus dem verschuldeten Unternehmen in Großenhain ein nationalsozialistischer Musterbetrieb. Bildrechte: MDR / Die Spur der Ahnen
Die Spur der Ahnen: Erschossen vom Vater
Als Patriarch führt Joachim Römer das Unternehmen. Ein Foto im Großenhainer Stadt- und Landkalender von 1936 zeigt ihn bei einem Betriebskonzert der NS-Volksgemeinschaft "Kraft durch Freude" für die "Arbeitskameraden" im Garten seiner Villa. Bildrechte: MDR / Die Spur der Ahnen
Die Spur der Ahnen: Erschossen vom Vater, 2015
Ebenfalls 1936 soll Joachim Römer schon Aufsätze für die Zeitschrift "Volk und Rasse", herausgegeben von der Deutschen Gesellschaft für Rassenhygiene und dem Reichsführer SS Heinrich Himmler geschrieben haben. Nach dem Kriegsende und der Enteignung der Firma landeten die Dokumente in der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek in Dresden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Die Spur der Ahnen: Erschossen vom Vater
Christoph und Franziska Reichl studieren seine Gedanken zu den "Fremdrassen in Deutschland". Bildrechte: MDR / Die Spur der Ahnen
Die Spur der Ahnen: Erschossen vom Vater
Dafür macht Joachim Römer als Leiter des Kreisamtes für Rassenpolitik in Großenhain Erhebungen, lichtet Sinti und Roma ab, weil die Frage der Juden ja schon geklärt sei. Für ihn steht fest: "Leistung kommt aus guter Anlage". Diese Anlage sei ererbt. Deswegen fördere er nur seine "reinrassigen" Facharbeiter - durch gute Ausbildung und große Wohnungen. Sie sollten möglichst viele Kinder bekommen: "Die Guten züchten wir ein Stück" Denn, die Not des Tages sei: "Das deutsche Volk stirbt aus". Geld spendet er dazu auch an die von der SS betriebenen Lebensbornheime. Für seine Überzeugung würde er auch in den Krieg ziehen. Doch er ist herzkrank und betreibt einen mittlerweile kriegswichtigen Betrieb, der Uniformtuche herstellt. Und er schult Offiziere der Ordnungspolizei, bevor sie im Osten ihr Vernichtungswerk hinter der Fron tun sollen. Bildrechte: MDR / Die Spur der Ahnen
Die Spur der Ahnen: Erschossen vom Vater, 2015
Doch im März 1945 wendet sich das Blatt: Im Osten überquert die Rote Armee die Oder, im Westen stehen die Amerikaner kurz vor der Elbe. Großenhain liegt zwischen den Fronten. NS-Propagandaminister Josef Goebbels mobilisiert die letzten Reserven, von Gräueltaten der Roten Armee ist allerorten die Rede. In den östlichen Teilen Deutschlands kommt es vermehrt zu Selbstmorden. Der Lokalhistoriker Kai-Uwe Schwokowski hat erforscht, wie die Situation im April 1945 in Großenhain war. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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In der Nacht des 22. April 1945 ereignet sich in der sächsischen Kleinstadt Großenhain eine Familientragödie. Der Tuchfabrikant Joachim Römer (Jahrgang 1908) erschießt seine gesamte Familie und am Ende sich selbst - kurz bevor die Rote Armee in Großenhain einmarschiert.

Was genau sich in der Fabrikanten-Villa in Großenhain in der besagten Nacht abgespielt hat, liegt weitgehend im Dunkeln. Viele Fragen sind offen: Warum ließ der linientreue Nationalsozialist und SS-Obersturmführer seine Kinder nicht, wie befohlen, evakuieren? Was hat den glücklichen Familienvater zu dieser Wahnsinnstat getrieben? Wie hat er es fertiggebracht, seine fünf Kinder Berta (2 Jahre), Eberhart (4 Jahre), Karl (6 Jahre), Erdmute (8 Jahre) und Richarda (10 Jahre) nacheinander mit seiner Dienstpistole zu erschießen? Dazu noch seine Ehefrau Herta, seine Schwiegermutter und seine Privatsekretärin?

Der Pfarrer Christoph Reichl aus Crimmitschau ist der Großneffe von Joachim Römer, Franziska Reichl seine Tochter. Beide wollen verstehen, wie es zu dieser Familien-Tragödie kommen konnte und begeben sich nun - 70 Jahre danach - auf Spurensuche.

75 Jahre Ende 2. Weltkrieg

Kinder des Krieges 1 min
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Im Programm

Grabstein in Halbe
Grabstein in Halbe Bildrechte: MDR/Matthias Müller
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75 Jahre Ende Zweiter Weltkrieg Verscharrt, entdeckt und heimgekehrt

Verscharrt, entdeckt und heimgekehrt

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75 Jahre Ende Zweiter Weltkrieg MDR Zeitreise

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Kinder des Krieges - Trauma einer Generation

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Villa Römer, Großenhain
Villa Römer, Großenhain Bildrechte: MDR/Atelier Reichl
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Zusammen mit seiner Mutter und seinem älteren Bruder verbring Manfred Flügge die ersten Lebensjahre er in einem dänischen Flüchtlingslager.
Zusammen mit seiner Mutter und seinem älteren Bruder verbring Manfred Flügge die ersten Lebensjahre er in einem dänischen Flüchtlingslager. Bildrechte: MDR/Manfred Flügge
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75 Jahre Ende Zweiter Weltkrieg Geheimnis einer Flucht - Die Spur der Ahnen

Geheimnis einer Flucht - Die Spur der Ahnen

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75 Jahre Ende Zweiter Weltkrieg Vererbte Narben

Vererbte Narben

Generationsübergreifende Traumata

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Frühjahr 1945 in einem kleinen Ort an der Ostsee. Während Günter (Gert Krause-Melzer) immer noch an den Endsieg glaubt, kommen bei seiner Freundin Christine (Dorothea Meissner) Zweifel auf.
Frühjahr 1945 in einem kleinen Ort an der Ostsee. Während Günter (Gert Krause-Melzer) immer noch an den Endsieg glaubt, kommen bei seiner Freundin Christine (Dorothea Meissner) Zweifel auf. Bildrechte: MDR/DEFA-Stiftung/Eberhard Daßdorf
MDR FERNSEHEN Mo, 04.05.2020 23:05 00:35

Die Russen kommen

Die Russen kommen

Spielfilm DDR 1968/1987

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Eva Zimmermann; Jhg. 1933, verlor beim Luftangriff auf Dresden am 13. Februar 1945 Mutter und Schwester, wuchs dann in Höckendorf bei einer Pflegefamilie auf mit Video
Eva Zimmermann; Jhg. 1933, verlor beim Luftangriff auf Dresden am 13. Februar 1945 Mutter und Schwester, wuchs dann in Höckendorf bei einer Pflegefamilie auf Bildrechte: MDR/Hoferichter&Jacobs
MDR FERNSEHEN Di, 05.05.2020 22:05 22:48
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Wege übers Land

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Heinrich trifft auf ehemaligen polnischen Gefangenen (Marek Probosz). Bildrechte: MDR/DEFA-Stiftung/Waltraut Pathenheimer
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Pugowitza

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Lauf Junge lauf

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Ein Offizier der Wehrmacht (Martin Wuttke) kommt unerwartet ins Haus. Bildrechte: MDR/ARMSfilm
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Kurzfilm Deutschland 2012

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Sehnsucht nach Berührung auch im Alter Bildrechte: MDR/Phillip Bauer
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Der Bahnhofs-Kiosk von Bern Fischer am Boizenburger Bahnhof. Er ist von 05.00 bis 22.00 Uhr geöffnet. Er ist zugleich Fußball-Fanclub und Stammkneipe für Schichtarbeiter, Taxifahrer und Rentner. Bildrechte: MDR/NDR/Basthorster Filmmanufaktur/Dieter Schumann
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