Mo 01.06. 2020 22:30Uhr 44:30 min

Wem gehört der Osten?

Die Elbe

Film von Lutz Hofmann

Komplette Sendung

Ein Fischer steht am Rand der Elbe neben seinem Boot 44 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
MDR FERNSEHEN Mo, 01.06.2020 22:30 23:15
Tausende Betriebe und hunderttausende Wohnungen, Millionen Hektar Wald und Land, all das hatte die DDR einst als Volkseigentum deklariert. Mit dem Mauerfall kommt die schwierige Frage: wem gehört im Osten eigentlich was und wem soll es in Zukunft gehören? Im größten Umverteilungsprozess im Nachkriegseuropa sind die Filetstücke im Osten schnell vergeben.

Aber auch Seen und Flüsse, die Ufergrundstücke, Häfen, Schiffe, Brücken, Industrieflächen wie Werften, Deiche und das Wasser darin - all das muss jetzt teilweise neu bewertet werden, und auch, was davon überhaupt zum Verkauf steht.

Im Fall der Elbe ist eines sofort klar: Die knapp 500 ostdeutschen Elbe-Kilometer werden Bundeswasserstrasse. Der Flusskörper von Ufer zu Ufer gehört seit 1990 dem Bund. Was allerdings aus dem weitestgehend naturnah belassenen Strom werden soll, darüber streiten sich seither Binnenschiffer, Hafenbetreiber, Wirtschaftsverbände und Verkehrsexperten mit Natur,- und Umweltschützern auf allen Ebenen. Noch 1989 gehörte die Elbe zu den meist befahrenen Flüssen Europas. Trotzdem seither hunderte Millionen Euro in Sanierung und Ausbau der Bundeswasserstrasse und der ostdeutschen Häfen fließen, verliert der Elbe-Schiffsverkehr fortwährend an Bedeutung. Auf der anderen Seite kommen jedes Jahr mehr Touristen an die Elbe, um die intakten Naturlandschaften zu genießen.

Vor der Wende gilt die Elbe noch als dreckigster Fluss Europas und hat wenig schmeichelhafte Beinamen: Giftbrühe, Kloake, chemische Reinigung. Pflanzen sterben in der Elbe und Fische verenden damals tonnenweise
Heute gibt es hier wieder 45 verschiedene Fischarten. Fischereimeister Gernot Quaschny aus Havelberg hat 30 Elbe-Kilometer und etliche Binnengewässer in Elbnähe gepachtet. Seine Fische landen heute wieder an den Fisch- Verkaufstresen in Sachsen- Anhalt.

Das Wunder der Elbe: So nennen es noch heute viele Naturschützer. Denn nach dem Ende der ostdeutschen Chemie-Industrie erholte sich die Elbe schnell wieder und erreicht heute vielerorts Badewasser-Qualität.
Viele Unternehmen am und auf dem Fluss leben heute von den Touristen.

Bernd Frenzel macht sich schon 1990 selbständig und betreibt seither in Pirna eine Fahrgastreederei. Sein erstes Schiff kaufte er schon 1980 für 3000 DDR-Mark von einem Schrotthändler. Erst zehn Jahre später, nach der deutschen Einheit, kann er den Dampfer für 300.000 D-Mark sanieren und stellt ihn 1991 wieder in Dienst. Knapp 20 Jahre pendelt er mit seiner "Sachsenwald" im Elbtal der sächsischen Schweiz zwischen Pirna und dem tschechischen Decín. Doch nach mehreren Dürrejahren ist die Elbe zu flach geworden. Heute fährt Frenzel mit zwei dieselgetriebenen, flachgehenden Motor-Schiffen die Touristen durch die sächsische Schweiz … und wartet auf bessere Zeiten für seinen Dampfer.

Marko Knuth kaufte 1996 die Elbfähre in Rogätz zwischen Magdeburg und Tangermünde und hat mit ihr auch das Rogätzer Elbe-Fährrecht erworben, vergeben schon vor 600 Jahren an der damals regional bedeutenden Handelsstraße. Ein Fährrecht gilt auch heute noch bei Banken als Sicherheit. Knuth investiert und stellt 2002 für 1,2 Millionen Euro eine neue Fähre in Dienst und pachtet Uferflächen für einen neuen Anleger. Marko Knuth ist heute der einzige private Fährunternehmer an der Elbe in Sachsen-Anhalt. 80 Mal pendelt der ehemalige Binnenschiffer täglich von Ufer zu Ufer und hat sein Glück an der Elbe gefunden.

30 Jahre nach der Wiedervereinigung sagen sich mancherorts Fuchs und Hase gute Nacht und viele Natur-Landschaften rauben Besuchern den Atem. Längst sind sich aber viele noch uneinig, wie es mit dem Strom weitergehen soll, an den Ufern und auf dem Fluss, der niemandem gehört und doch allen zugleich.

Weitere Folgen

Blick vom Strand auf die Ostsee 45 min
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Politische und gesellschaftliche Dokus und Reportagen

Blick auf den Kurpark Bad Schlema (Sachsen), der sich auf einem Altstandort der Wismut AG befindet. mit Video
Das Bergbauunternehmen Wismut AG (inzwischen Wismut GmbH) steht exemplarisch für die hohen wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Kosten des Uranerzabbaus von 1946-1990. Bis heute gibt es offene Fragen bei der Aufarbeitung dieser Zeit.   Bildrechte: dpa
MDR FERNSEHEN So, 01.08.2021 22:00 22:30

Bergbau in Mitteldeutschland MDR Zeitreise

MDR Zeitreise

Das Erbe der Wismut

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Rettungskräfte mit Atemschutzgeräten in einem Schacht des Zwickauer Steinkohlebergwerks.
Im Februar 1960 kam es zu dem folgenschwersten Grubenunglück in der Geschichte der DDR. Nach einer Explosion im Zwickauer Steinkohlebergwerk kamen 123 Bergleute ums Leben. Bildrechte: MDR
MDR FERNSEHEN So, 01.08.2021 22:30 23:15

Bergbau in Mitteldeutschland Der Tod im Schacht - Zwickau 1960

Der Tod im Schacht - Zwickau 1960

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Luftaufnahme der Kegelhalden in Paitzdorf bei Ronneburg, 2005.
Das Bergbauunternehmen Wismut AG (inzwischen Wismut GmbH) steht exemplarisch für die hohen wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Kosten des Uranerzabbaus von 1946-1990. Bis heute gibt es offene Fragen bei der Aufarbeitung dieser Zeit.   Bildrechte: dpa
MDR FERNSEHEN So, 01.08.2021 23:15 01:05

Bergbau in Mitteldeutschland Die Wismut

Die Wismut

Film von Volker Koepp

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Der Film zeigt, wie amerikanische Musik nach 1945 zwischen die Fronten des Kalten Krieges gerät. Heftige Debatten entzünden sich am Jazz, er wird lange Jahre als "Sirenengesang des Klassenfeinds" verteufelt. Die Stimme des fortschrittlichen, anderen Amerika entdeckt die Propaganda hingegen in schwarzen Volksliedtraditionen. - Etta Cameron
Der Film zeigt, wie amerikanische Musik nach 1945 zwischen die Fronten des Kalten Krieges gerät. Heftige Debatten entzünden sich am Jazz, er wird lange Jahre als "Sirenengesang des Klassenfeinds" verteufelt. Die Stimme des fortschrittlichen, anderen Amerika entdeckt die Propaganda hingegen in schwarzen Volksliedtraditionen. - Etta Cameron Bildrechte: mdr/rbb/Hannes Zerbe
MDR FERNSEHEN Di, 03.08.2021 22:10 22:55
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Eine Frau hält eine Geldbörse mit zahlreichen Banknoten und Bankkarten in der Hand
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MDR FERNSEHEN Mi, 04.08.2021 20:45 21:15
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Eine Frau hält eine Geldbörse mit zahlreichen Banknoten und Bankkarten in der Hand
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MDR FERNSEHEN Do, 05.08.2021 01:40 02:10
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