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Di, 02.06. 22:15 Uhr 45:00 min

Das letzte Finale der DDR

Zwischen Mauerfall und Wiedervereinigung

Film von Matthias Hufmann und Benjamin Unger


Ost-Berlin im Juni 1990. Kurz nach den ersten freien Volkskammerwahlen und dem Ende der Stasi. Vier Wochen vor der Einführung der D-Mark. Ein Land im Wandel, im Aufbruch. Am 4. Juni 1990 soll in Berlin das letzte Pokalfinale in der DDR-Fußballgeschichte über die Bühne gehen. Favorit Dynamo Dresden trifft auf den Zweitliga-Außenseiter Polizeisportverein Schwerin. Das, was in all den Jahren zuvor der Schluss- und Höhepunkt der Saison war, steht in den wilden Umbruch-Zeiten des Jahres 1990 unter einem neuen Stern. Alles ist anders als sonst, wenn die zwei Finalisten nach dem begehrten FDGB-Pokal greifen.

Das Stadion ist nur mäßig gefüllt, knapp 6.000 Zuschauer verlieren sich im Stadionrund. Die Menschen haben neue Prioritäten gesetzt, seit die Mauer gefallen ist und die Währungsunion ihre Schatten vorauswirft. Auch für die Kicker ist alles anders. Längst ist für die meisten klar, dass sie ihre Karriere als Profi-Fußballer im Westen weiter verfolgen wollen. Fast alle Dynamo-Stars werden den sächsischen Traditionsklub verlassen. Aufstrebende Talente wie Kirsten und Sammer haben längst lukrative Verträge in der Tasche. Auf der Tribüne sitzt mit Reiner Calmund von Bayer Leverkusen auch einer, der früh erkannte, welche Schätze der DDR-Fußball zu bieten hat.

Der Film beschreibt ausgehend vom letzten Pokalfinale der DDR die Situation der Menschen in der Noch-DDR im Sommer 1990. Die Situation der Fußballer, aber auch die der Fans und anderer Zeitgenossen, die überall im Land versuchen, sich auf die neuen Verhältnisse einzustellen. Alles ist im Wandel, alles scheint möglich. Es gibt viele neue Hoffnungen, aber auch große Ängste.

30 Jahre danach wagen Matthias Hufmann und Benjamin Unger einen lebensvollen Rückblick. Fußballer von Dynamo Dresden und vom PSV Schwerin, Manager Reiner Calmund und Fernseh-Reporter Thomas Skulski erinnern sich an das letzte Pokalfinale der DDR und lassen tief hineinblicken in den Zeitgeist eines Jahres, das beispiellos ist in der deutschen Geschichte.

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