Do 04.06. 2020 22:10Uhr (VPS 22:05) 29:30 min

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MDR FERNSEHEN Do, 04.06.2020 22:10 22:40

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Das Kulturmagazin des MDR

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Themen:

* Gleichberechtigung in Corona-Zeiten

Jutta Allmendinger, Soziologin und Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung, hat gerade prognostiziert, dass die Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen durch die Corona-Krise um 30 Jahre zurückgeworfen wird. Ein Rollback in die Zeit, in der Frauen vor allem Mütter, Hausfrauen und Stütze des Mannes waren? Droht das tatsächlich? Mehrere Studien belegen zumindest, dass Frauen in der Corona-Krise die Hauptlast in Familien tragen und beruflich viel eher zurückstecken als Männer. Vor allem auch deshalb, weil sie nach wie vor schlechter bezahlt werden.

Wir haben mit der Schriftstellerin und Autorin Jana Hensel darüber gesprochen, vor allem über den Unterschied im Rollenverständnis zwischen Ost-und West. Wir sprechen mit den Gründerinnen des Netzwerkes "Gleichberechtigung-statt-Blumen" und mit Prof. Bettina Kohlrausch, die im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung eine aktuelle Studie zur Gleichberechtigung in Corona-Zeiten erstellt hat.

Autorin: Anett Friedrich


* 100. Geburtstag Marcel Reich-Ranicki

Er war ein Monolith. Tatsächlich: eine Jahrhundertgestalt. Das hat mit Marcel Reich-Ranickis Arbeit, seinem Werk und natürlich seinem Leben zu tun. Das eine ist von dem Anderen nicht zu trennen: Literatur und Sprache waren stets auch Anker und Schutzraum für den Verfolgten, Fremden, ewigen Außenseiter. Sein Leben ist tatsächlich ein Spiegel der Lebenslügen der Bundesrepublik nach 1945. Da ist ein bereits hochanerkannter Literaturredakteur bei der liberalen "Zeit", der zu Redaktionssitzungen nicht geladen wird. Der Antisemitismus lebte fort. Marcel Reich-Ranicki war gebildet, schnell, pointiert und - böse. Er konnte schwärmen und verreißen. Herrliche Rampen für den Buchmarkt. Doch wirklich angekommen ist er nie. Am 2. Juni 2020 wäre Marcel Reich-Ranicki 100 Jahre alt geworden.

Autor: Armin Kratzert


* Handbuch für Zeitreisende

"Die goldene Ära des Zeitreisens ist angebrochen. Zeitreisen sind heute sicherer, komfortabler und erschwinglicher denn je." So beginnt der wohl zeitloseste Reiseführer, den es in unserer Zeit gibt. Die Schriftstellerin Kathrin Passig und der Astronom und Autor Aleks Scholz haben ihn gemeinsam geschrieben. Schon vor Jahren erschien von den beiden das "Lexikon des Unwissens". Ihr "Handbuch für Zeitreisende" strotzt vor Wissen und Informationen. Letztlich sind ihre Zeitreisen Reisen in die Vergangenheit von Weltall, Erde, Mensch (wenn man das mal so lax zitieren darf). Ihre Ausflüge in die Weltgeschichte erzählen sie luftig und sehr unterhaltsam. Das Pleistozän, zum Beispiel, sei bei Reisenden sehr beliebt, die unberührte Landschaften entdecken wollen. Und wem bei so einem Ausflug der Proviant ausgeht, dem empfehlen die Autoren bis zur Rückkehr einfach zu fasten. Solch sachdienliche Hinweise gibt es in dem Buch zu Hauf - manchmal ist das auch lustig. "artour" spricht mit den Autoren im Hier und Jetzt.

Autor: Hans-Michael Marten


* Die Liedermacherin Sarah Lesch

"Ich weiß, dass man die Angst vergisst, wenn man singt." Seit acht Jahren gehört Sarah Lesch zur deutschen Liedermacher-Szene. Den Begriff "Liedermacher", auch wenn der heute vor allem im Falle junger Musiker fast schon ein bisschen aus der Zeit gefallen klingt, wählt die 34-Jährige ganz bewusst. Ihre Vorbilder: Hannes Wader und Gerhard Schöne, ihre Profession: mit Liedern Geschichten erzählen. Kleine und große, zwischen Alltagsbeobachtung und Poesie. Mit ihrem Song "Testament", einem Protestlied, das sie den kommenden Generationen widmet, wird sie einem breiten Publikum bekannt. Gerade ist ihr mittlerweile viertes Album erschienen. Es heißt "Der Einsamkeit zum Trotze". Wir haben die Musikerin in Leipzig getroffen.

Autor: Marcus Fitsch


* Kulturkalender

- Das Theater der Jungen Generation Dresden eröffnet die Sommertheater-Saison: mit Erich Kästners Klassiker "Das doppelte Lottchen" (P: 7.6.) auf einer eigens aufgebauten Freilichtbühne vor dem Kraftwerk, so dass eine begrenzte Besucheranzahl in gebührendem Abstand Sommertheater genießen kann.

- Der Hallesche Kunstverein Talstraße e.V. zeigt bis zum 1. November mehr als 150 Arbeiten des Pariser Werbe- und Mode-Fotografen Guy Bourdin: "Guy Bourdin. Pariser Avantgarde der Nachkriegszeit"

- "Blinded By The Neon" heißt das gefeierte Debütalbum der süddeutschen Jazz-Rap-Combo "Ferge X Fisherman", für das Tom Waits düster-feierliches Meisterwerk "The Heart of Saturday Night" Pate stand.

Autorin: Stephany Mundt

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