Mi 10.06. 2020 02:30Uhr (VPS 02:05) 44:30 min

Teufe Schächte Zielitz - Als in den 60er Jahren in Zielitz, nur knapp 50 Kilometer von der Westgrenze entfernt, die Bergleute mit dem Bau des Kali-Bergwerks begannen, verdächtigten die West-Alliierten verdächtigten die Erbauer der Einrichtung von Raketenabschussrampen. Hier die gigantische Konstruktion für den Bau der ersten etwa 800 m in die Tiefe reichenden Schächte.
Teufe Schächte Zielitz - Als in den 60er Jahren in Zielitz, nur knapp 50 Kilometer von der Westgrenze entfernt, die Bergleute mit dem Bau des Kali-Bergwerks begannen, verdächtigten die West-Alliierten verdächtigten die Erbauer der Einrichtung von Raketenabschussrampen. Hier die gigantische Konstruktion für den Bau der ersten etwa 800 m in die Tiefe reichenden Schächte. Bildrechte: MDR/Gerhard Steinbach
MDR FERNSEHEN Mi, 10.06.2020 02:30 03:15

Miteinander leben Zielitz - Der Kampf ums Weiße Gold

Zielitz - Der Kampf ums Weiße Gold

Film von Dirk Schneider

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Bilder aus der Geschichte des Kaliwerks

Bilder aus der Geschichte des Kaliwerks

"Es war das größte Bergwerks-Abenteuer der DDR – und..." Geschichten und Fakten in Bildern aus der Geschichte des Kaliwerks in Zielitz.

Verdacht des Baus von Raketenabschussrampen: Stahlkonstruktion unter blauem Himmel
Verdacht des Baus von Raketenabschussrampen
Es war das größte Bergbau-Abenteuer der DDR – der Bau des Kali-Bergwerks Zielitz nördlich von Magdeburg in den 60er Jahren. Die West-Alliierten verdächtigten die Erbauer der Einrichtung von Raketenabschussrampen, als in Zielitz, nur knapp 50 Kilometer von der Westgrenze entfernt, die Bergleute anrückten. Hier die gigantische Konstruktion für den Bau der ersten etwa 800 Meter in die Tiefe reichenden Schächte.
Bildrechte: Gerhard Steinbach
Verdacht des Baus von Raketenabschussrampen: Stahlkonstruktion unter blauem Himmel
Verdacht des Baus von Raketenabschussrampen
Es war das größte Bergbau-Abenteuer der DDR – der Bau des Kali-Bergwerks Zielitz nördlich von Magdeburg in den 60er Jahren. Die West-Alliierten verdächtigten die Erbauer der Einrichtung von Raketenabschussrampen, als in Zielitz, nur knapp 50 Kilometer von der Westgrenze entfernt, die Bergleute anrückten. Hier die gigantische Konstruktion für den Bau der ersten etwa 800 Meter in die Tiefe reichenden Schächte.
Bildrechte: Gerhard Steinbach
Bergwerkschächte als Gefrierschrank: Bergwerker in einem Schacht
Bergwerksschächte als Gefrierschrank 
Es war das größte Bergwerks-Abenteuer der DDR: Die 800 Meter tiefen Schächte wurden von den renommierten Schachtbauern aus Nordhausen geteuft – mit einem spektakulären Verfahren: Um das Eindringen von Grundwasser und damit das Absaufen des Schachtes während der Bauphase zu verhindern, erzeugten die Bergleute mittels Ammoniakinjektionen rund um den künftigen Schacht eine unterirdische Frostwand. Eine Arbeit, hart an der Grenze: Im Hochsommer draußen 30 Grad Celsius, im Inneren der Schächte Minusgrade.
Bildrechte: Schachtbau Nordhausen
Schwarz-weiß-Aufnahme aus dem Inneren eines Bergwerks mit Leitern und Geräten
Das einzige, komplett neue Bergwerk in den beiden deutschen Staaten nach dem 2. Weltkrieg
Es war das größte Bergwerks-Abenteuer der DDR – und eines der teuersten Projekte überhaupt. Ungefähr eine Milliarde DDR-Mark verschlang das Projekt "Kaliwerk Zielitz". Die Erschließung dauert etwa zehn Jahre, 1964 begann man mit der Einrichtung der Baustelle, 1973 ging es mit einem großen Festakt los – das Kaliwerk Zielitz war damals und ist noch heute das modernste Kaliwerk Europas.
Bildrechte: Schachtbau Nordhausen
Wellness in der Börde - das Kali-Bad: Schwarz-weiß-Aufnahme eines großen Schwimmbads mit Gästen
Wellness in der Börde – das Kali-Bad
Es war das größte Bergwerks-Abenteuer der DDR – und das Kaliwerk Zielitz machte aus einem kleinen Dorf eine prosperierende Großgemeinde. Weil das Kaliwerk viel tun wollte für die Belegschaft, und insbesondere für das Schwimmen, erfolgte schon am 1. Mai 1969 der Spatenstich für den Bau eines beheizbaren Schwimmbades mit 50-Meter-Bahn.
Bildrechte: Herbert Riebau, Zielitz
Das Kaliwerk Zielitz 1985: Schwarz-weiß-Aufnahme eines Fabrikgebäudes mit Trabis und Wartburgs davor
Das Kaliwerk Zielitz 1985 
Es war das größte Bergwerks-Abenteuer der DDR – und eines der teuersten überhaupt: Das Vorbild für den modernen und kompakten Kalibetrieb Zielitz schauten sich Kaliexperten der DDR in den 1960er-Jahren in Kanada ab. Kali als Rohstoff für die chemische Industrie und für Düngemittel waren der Exportschlager der DDR. Mit keinem anderen Produkt wurde soviel Westgeld verdient wie mit Kali. Außerdem tauschte die DDR Kali auf der ganzen Welt – gegen Kaffee, Kupfer, Baumwolle oder Reis. 
Bildrechte: Herbert Riebau, Zielitz
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Der Osten – Entdecke wo du lebst | 09. Mai 2020 | 20:00 Uhr

Es gibt im mitteldeutschen Untergrund einen Schatz, der Regionen reich machen kann - wenn man seiner habhaft wird. Der MDR erzählt in der Reportage "Der Osten - Entdecke wo Du lebst" die spektakuläre Geschichte eines Bergwerks in dem kleinen Börde-Ort Zielitz nördlich von Magdeburg. Ein Bergwerk, das es ohne das Risiko und den Einsatz mutiger Bergleute in der DDR heute nicht geben würde - und das zur Wendezeit in einen Treuhand-Krimi um Macht und Mammon gerät. 

Die DDR nach dem Mauerbau 1961. Dem Land geht es wirtschaftlich schlecht. Es braucht Devisen, dringend. Es gibt nicht viel, was die DDR damals im Westen verkaufen kann - eines aber gibt es reichlich: den Rohstoff Kalisalz. Die Basis für Kali-Dünger, ohne den die Welt-Landwirtschaft nicht existieren kann. Außer der Sowjetunion und Kanada gibt es nur zwei Länder mit großen Kali-Vorkommen - die beiden Deutschlands. Im Osten liegen die weit besseren Vorräte. Mit Millionen-Aufwand modernisiert die DDR deshalb nach dem Krieg ihre Bergwerke im Südharz und im Werra-Revier. Und Experten wissen: Es gibt noch mehr. Ein unerschlossenes Kali-Vorkommen, das größte Kali-Gebiet Mittel- und Westeuropas liegt nördlich von Magdeburg, unter Börde und Elbe. Aber die mächtigen Kali-Flöze der "Scholle von Calvörde" liegen tief, bis zu 1.300 Meter unter der Erde. Jahrzehnte zuvor war ihre Erschließung gescheitert. Schächte waren abgesoffen, Unternehmer hatten ihr Vermögen verloren. 
 
Anfang 1963 fasst die SED unter Walter Ulbricht einen spektakulären Beschluss: eine Investition von sage und schreibe 1,3 Milliarden Mark, eine der größten Investitionen der DDR-Geschichte, um das Kalisalz der "Scholle von Calvörde" zu fördern. Das Forschungsinstitut des Kali-Kombinates im thüringischen Sondershausen erhält den Auftrag zu Erkundungsbohrungen. Wo ist wieviel Kali? Wie mächtig sind die Flöze? Wo ist das beste Salz, das mit dem hohen Kaliumoxidgehalt (K2O), der Goldwährung der Kali-Bergleute? Das Risiko ist hoch, denn die Mengen an Bohrkernmaterial sind gering.

Mehr geht nicht in so kurzer Zeit - 1964 muss es losgehen. Die Schachtbauer aus Nordhausen teufen die ersten Schächte. In allen Bergwerken des Landes werden neue Techniken extra für Zielitz erprobt. Am Dorfrand wächst ein 70 Meter hoher Förderturm in die Höhe und eine nagelneue Kali-Verarbeitungsfabrik wird gebaut. Die besten Kali-Experten werden nach Zielitz abkommandiert. 
 
Doch: "Vor der Hacke ist es dunkel", sagt der Bergmann, weil man nie weiß, was einen unten im Berg erwartet. Flöze enden plötzlich im Nichts. Das Salz ist anders beschaffen als gedacht. Die Fabrik ersäuft Ende 1973 im Kali-Schaum. Und das vermeintlich so devisenträchtige Kalisalz aus Zielitz verstaubt den Hamburger Hafen samt Landungsbrücken derart, dass der Export gestoppt werden muss. Zu allem Überfluss soll das Kali-Werk dann auch noch Camping-Anhänger produzieren. Für den "Queck Junior" nähen die Frauen des Kali-Werks Gardinen.

Doch all das kann die Bergleute von Zielitz nicht aufhalten - bis zum Ende der DDR. Dann gerät das Kali-Bergwerk von Zielitz in einen Treuhand-Krimi um Macht und Mammon. Denn Zielitz ist längst eine Perle auf dem Kali-Markt - und hart umkämpft.

Die, die das alles erlebt haben, erzählen ihre Geschichte in der Reportage "Zielitz - Der Kampf ums Weiße Gold".

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Leonid Breschnew (li.) und Willy Brandt (re.) während ihres dreitägigen Treffens auf der Krim vom 16.-18. September 1971. Bildrechte: MDR/Wladimir Musaelian
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Im Herrnhuter Sternenglanz Bildrechte: MDR/Karsten Trepte
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Ulli Wegner, der weltbekannte Boxtrainer, brachte über ein halbes Dutzend Weltmeister hervor. Er war über zehn Jahre in Folge „Trainer des Jahres“. Was ist das für einer, der sich immer wieder durchboxt? Ein Film mit vielen privaten Momenten, mit den Meilensteinen seiner Karriere, Erfolgen und Misserfolgen. Das Leben gesehen vom Rande des Ringes aus. - Ulli Wegner (l.) und Filmemacher Heinz Brinkmann. Bildrechte: rbb
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