Mi 03.06. 2020 21:15Uhr 29:25 min

Echt

Stabil, robust und legendär – Das Simson-Wunder

Komplette Sendung

Ein Bikertreffen von Simson-Fans 29 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
MDR FERNSEHEN Mi, 03.06.2020 21:15 21:45

Simson - Mopeds und Motorräder

Simson - Mopeds und Motorräder

Ab 1964 wurde bei Simson in Suhl unter anderem die legendäre "Vogelserie" gefertigt: der Spatz, der Star, der Habicht, der Sperber und die legendäre Schwalbe. Jetzt gibt es in Polen die Schwalbe auch mit E-Motor...

Simson Schwalben
Michał Koziołek motzt seit 2016 in seiner Firma "RetroElectro" originale Schwalben mit einem Elektromotor auf. Iin einer kleinen Garage in Breslau baut er Schwalben für den internationalen Markt um, denn da seine E-Schwalben als Oldtimer gelten, bekommen sie von den polnischen Behörden mit Elektromotor keine Zulassung. Bildrechte: Jana Gareis
Star SR 4-2
Der Simson "Star" SR 4-2 hatte bereits eine 3-Gang-Fußschaltung und konnte mit 3,4 PS eine Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h erreichen. Bildrechte: Conrad Weigert
Habicht
Von 1966 bis 1972 wurde der Simson "Sperber" produziert. Mit seinem hochdrehenden Motor mit geänderten Steuerzeiten und 4,6 PS erreichte der SR4-3 eine Höchstgeschwindigkeit von 75 km/h. Trotz seines Hubraums von rund 50 cm³ wurde der "Sperber" deshalb als Leichtkraftrad eingestuft. Bildrechte: Conrad Weigert
KR 50
Der KR 50 war ein verkleidetes Kleinkraftrad in Roller-Optik, das von 1958 bis 1964 insgesamt 164.500 mal bei Simson in Suhl (Thüringen) gebaut wurde. Der KR50 gilt als Vorläufer der legendären "Schwalbe". Bildrechte: Conrad Weigert
Touren-AWO mit Beiwagen
Der Einzylinder-Viertaktmotor des Motorrades leistete 12 PS und beschleunigte die Maschine auf 100 km/h. Hier das Modell mit Seitenwagen. Bildrechte: Conrad Weigert
AWO 300 G
Auch im Geländesport kamen die einzigen Viertaktmotorräder aus dem VEB Simson Suhl zum Einsatz. Hier eine AWO 300 G aus dem Jahr 1958. Mit 300 cm³ und einem Viergang-Kardanantrieb leistete die Maschine 21 PS.
(Über dieses Thema berichtet der MDR auch im TV: "Höhenflug eines Kult-Rollers" | 29.09.2018 | 18:00 Uhr. )
Bildrechte: Conrad Weigert
Simson Schwalben
Michał Koziołek motzt seit 2016 in seiner Firma "RetroElectro" originale Schwalben mit einem Elektromotor auf. Iin einer kleinen Garage in Breslau baut er Schwalben für den internationalen Markt um, denn da seine E-Schwalben als Oldtimer gelten, bekommen sie von den polnischen Behörden mit Elektromotor keine Zulassung. Bildrechte: Jana Gareis
Simson Schwalben
Diesen Behördenärger hat die Münchner Firma "Govecs" nicht, denn sie verbaut keine Originalteile. Auch sie produziert in Breslau. Sie hat die Markenrechte an der E-Schwalbe. Bildrechte: Jana Gareis
Spatz SR4-1
Ab 1964 wurde bei Simson in Suhl die legendäre "Vogelserie" gefertigt. Grundlage war anfangs ein Rheinmetall-Motor mit 2 PS und später der Einzylinder-Zweitaktmotor M53 von Simson mit einer Motorleistung zwischen 2,3 und 4,6 PS. Hier ein "Spatz" SR 4-1. Der "Spatz" hatte einen Motor mit 49,6 cm³ Hubraum, 2,3 PS Leistung und zwei Gängen. Der "Spatz" wurde 1964 bis 1970 gebaut. Bildrechte: Conrad Weigert
Star SR 4-2
Die Produktion des Simson "Star" begann fast zeitgleich mit dem Roller "Schwalbe" im Herbst 1964. Bis zum Serienauslauf im Jahre 1975 wurden 505.800 Stück verkauft. Bildrechte: Conrad Weigert
Star SR 4-2
Der "Habicht" war das letzte Modell aus der sogenannten Vogelserie. Der gebläsegekühlte 50 cm³-Motor hatte wie der "Sperber" ein 4-Gang-Getriebe. Die Höchstgeschwindigkeit des "Habicht" betrug etwa 60 km/h, die meisten waren allerdings deutlich schneller. Bildrechte: Conrad Weigert
"Schwalbe" vom Typ KR 51
Die "Schwalbe" vom Typ KR 51 ist der erste Motorroller von Simson, der zur Vogelserie gehört. Dieser Kleinkraftroller wurde erstmals als Zweisitzer entwickelt und von 1964 bis 1986 produziert. Bildrechte: Conrad Weigert
"Simson S 51" (Enduro-Variante)
Die Simson S 51 (hier die Enduro-Variante) ist mit 1,6 Millionen produzierten Fahrzeugen das meistgebaute Kleinkraftrad Deutschlands. Die S 51E erschien 1982. Besondere Merkmale waren der hochgezogene Auspuff mit verändertem Seitendeckel auf der rechten Seite und die typische Lackierung in Metallic-Silber. Bildrechte: Conrad Weigert
AWO 425
Die AWO 425, auch als Touren-AWO bezeichnet, wurde zwischen 1950 und 1961 im thüringischen Suhl gebaut. Bildrechte: Conrad Weigert
AWO 425 "Sport"
Daneben wurde mit einem völlig neu konzipierten Fahrwerk mit Hinterradschwingenfederung, einem verbesserten Motor und Vollnabenbremsen die AWO 425 "Sport" gefertigt. Bei diesem Modell gab es Motorvarianten mit 14 und später mit 15,5 PS Leistung. Bildrechte: Conrad Weigert
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Motorknattern, Zweitaktnebel, Reifenqualm - und dazu ein Gefühl der Freiheit. Tausende Frauen und Männer aller Altersklassen strömen jedes Jahr im Juli nach Zwickau. Sie alle verbindet eins - ihr Kultobjekt: Simson. Dominik Würfel, der Veranstalter, ist überwältigt. Als er hier am Flugplatz vor zwölf Jahren spontan zu einem Treffen der legendären DDR-Zweiräder einlädt, sind es fünfzig Maschinen - inzwischen reisen fast 5.000 Liebhaber aus ganz Deutschland an. Sein Leben hat die "Simme" damit ganz schön verändert. Der Versicherungskaufmann ist nun Veranstalter, hat eine Firma gegründet und lebt vom Simson-Boom. Zu verdanken hat er das nicht zuletzt den cleveren Konstrukteuren aus Suhl.

"Echt"-Moderator Sven Voss trifft Joachim Scheibe, einen der Entwicklungsingenieure und Karl Clauss Dietel, den Designer der legendären "Vogelserie". Was macht den Kult um Schwalbe, Sperber, Spatz und Star, später S50 und S51 aus? Warum legen Liebhaber heute bis zu 3.500 Euro für eine gepflegte S50 auf den Tisch?

"Die Simson lebt". sagt Dietel. Sein Konzept geht auf, bis heute: Robust und leicht zu warten, dazu noch 60 Stundenkilometer schnell. Jeder soll sich eine Simson leisten können. Alle Teile sind leicht zugänglich, um selbst daran rumzuschrauben und sie kreativ weiterzuentwickeln. Und so wurde die Simson auch nach der Wende kein Wegwerfprodukt. Heute sind mehr Maschinen zugelassen als noch in der 1980igern. Ersatzteile für Schwalbe und Co sind deshalb gefragt wie nie.

Auch Falco Meyer aus Suhl war vor einigen Jahren auf der Suche, um sein Moped wieder straßentauglich zu machen. Damit beginnt für ihn eine echte Erfolgsstory. Er lagert ein paar Ersatzteile, bietet sie zum Kauf an. Und schon ist er mittendrin im Simson-Boom. Aus einer kleinen Garagenidee wird ein mittelständisches Unternehmen. Riesige Regallager entstehen, sogar ein neues Logistikzentrum. Falco Meyer sichert sich mit seiner Firma MZA die Simson Markenrechte und vertreibt heute mit 20 Angestellten Simsonteile europaweit.
Das Simson-Wunder - Sven Voss begibt sich auf Spurensuche.

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