Mo 29.06. 2020 20:15Uhr 86:01 min

Maurer Willi Neuenhahn, Bauherr Ralf Keul (Rolf Herricht) und Frau Weber (Agnes Kraus) im Rohbau.
Maurer Willi Neuenhahn, Bauherr Ralf Keul (Rolf Herricht) und Frau Weber (Agnes Kraus) im Rohbau. Bildrechte: MDR/PROGRESS Film-Verleih/Waltraut Partenheimer/Dietram Kleist
MDR FERNSEHEN Mo, 29.06.2020 20:15 21:40

Der Baulöwe

Der Baulöwe

Spielfilm DDR 1980

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Mutig wie ein Löwe stürzt sich der erfolgreiche Unterhaltungskünstler Ralf Keul in das Abenteuer Hausbau und fällt dabei mehr als nur einmal aus allen Wolken...

Bilder zum Film

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Ralf Keul (Rolf Herricht) kostümiert als Showmaster.
Einer der beliebtesten Komiker unter den DDR-Schauspielern, Rolf Herricht, verkörpert in dieser Komödie den Unterhaltungskünstler Ralf Keul. Die Rolle hat Drehbuchautor Kurt Belicke für Rolf Herricht maßgeschneidert, sodass er seine besten Komikerqualitäten unter Beweis stellen konnte. Bildrechte: ©DEFA-Stiftung/Waltraut Pathenheimer
Ralf Keul (Rolf Herricht) kostümiert als Showmaster.
Einer der beliebtesten Komiker unter den DDR-Schauspielern, Rolf Herricht, verkörpert in dieser Komödie den Unterhaltungskünstler Ralf Keul. Die Rolle hat Drehbuchautor Kurt Belicke für Rolf Herricht maßgeschneidert, sodass er seine besten Komikerqualitäten unter Beweis stellen konnte. Bildrechte: ©DEFA-Stiftung/Waltraut Pathenheimer
Ralf Keul (Rolf Herricht) schaut seine Frau Doris (Annekathrin Bürger) an.
Dem Schauspieler selbst bereitete das Thema des Films - die Schwierigkeiten eines DDR-Häusle-Bauers - aber auch Bauchschmerzen: "Machen wir es uns nicht ein bisschen zu leicht? Wir lachen über einen Mann, der einem Problem nicht gewachsen ist, über das es eigentlich nichts zu lachen gibt. Wir schütten mit unserem Humor ein Problem zu, das viel tiefer liegt, statt seine Wurzeln freizulegen ..." (Filmspiegel 18/81). Bildrechte: ©DEFA-Stiftung/Waltraut Pathenheimer
Ralf Keul (Rolf Herricht) am Strand.
Es fängt mit einem gemeinsamen Urlaub von Ralf Keul (Rolf Herricht) und seiner Frau Doris (Annekathrin Bürger) an der Ostsee an: Er erfährt vom Bürgermeister, dass der Pachtvertrag für ein Grundstück, das Doris’ Eltern vor vielen Jahren von der Gemeinde für sie gepachtet haben, aufgelöst werden soll, falls das Gelände nicht innerhalb eines Jahres bebaut wird. Bildrechte: ©DEFA-Stiftung/Waltraut Pathenheimer
Ralf Keul (Rolf Herricht) mit Bauhelm und seine Frau Annekathrin Bürger) stehen an einem Auto.
Da Familie Keul im Lotto gewonnen hat, beschließen sie, ein Einfamilienhäuschen auf dem Grundstück zu errichten. Bildrechte: ©DEFA-Stiftung/Waltraut Pathenheimer
Ralf Keul (Rolf Herricht) mit Bauhelm.
Und so wird aus dem Entertainer ein Bauherr. Doch selbst dem allseits bekannten, erfolgsverwöhnten Ralf Keul bleibt die leidige Suche - die für diese Zeit typisch ist - nach Handwerkern und entsprechenden Materialien nicht erspart. Bildrechte: ©DEFA-Stiftung/Waltraut Pathenheimer
Ralf Keul (Rolf Herricht) schreibt auf einer Schreibmaschine. Im Hintergrund wird ein haus gemauert.
Und so ist der Bau von einer Vielzahl von Pannen begleitet: Die Maurer klauen Baumaterial, Ralfs Wartburg bricht beim Transport von Zement zusammen und die Dachdecker decken das Dach nicht fertig. Bildrechte: ©DEFA-Stiftung/Waltraut Pathenheimer
Ralf Keul (Rolf Herricht) steht auf einem Feld mit einem Schild in den Händen auf welchem steht: "Baustelle. Betreten verboten"
Durch den Stress kommt er häufig zu spät zu seinen Vorstellungen in Berlin und verliert letztendlich sein Engagement am Theater. Und auch das Geld wird langsam knapp. Bildrechte: ©DEFA-Stiftung/Waltraut Pathenheimer
Eine Frau wedelt mit Geldscheinen.
Ralf Keul sieht keinen anderen Ausweg, als seine Münzsammlung zu verkaufen und die Damen der Baustoffversorgung zu becircen. Bildrechte: ©DEFA-Stiftung/Waltraut Pathenheimer
Filmszene aus "Der Baulöwe", DEFA-Filmkomödie von 1979 von Georgi Kissimov. Die Ehe der Keuls (Annekathrin Bürger/Rolf Herricht) gerät durch die mannigfachen Schwierigkeiten beim Bau ihres Eigenheims in eine Krise.
Das sieht seine Frau nicht gern und es kriselt heftig in der Ehe. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Ralf Keul (Rolf Herricht) lässt sich vor einem unfertigen haus fotografieren.
Doch am Ende, nach körperlichen Strapazen, beruflichem Ärger und überstandener Ehekrise, steht das Häuschen. Bildrechte: ©DEFA-Stiftung/Waltraut Pathenheimer
Drei Frauen und ein Mann trinken Bier.
Frau und Töchter sind begeistert. Schnell kommen immer mehr Gäste zu Besuch an die Ostsee und Ralf Keul merkt, wie viele liebe Freunde und Kollegen er doch hat.

Das Wenige an DDR-Selbstkritik und die eigenen Erfahrungen, die die Zuschauer einbringen konnten sowie die Glanzleistung von Rolf Herricht in der Hauptrolle ließen den Film zu einem Kinoerfolg werden.
Bildrechte: ©DEFA-Stiftung/Waltraut Pathenheimer
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Der Berliner Ralf Keul (Rolf Herricht), beliebter Unterhaltungskünstler, bekannt von Bühne, Funk und Fernsehen, hat Sorgen. Als seine Frau Doris (Annekathrin Bürger) noch im zarten Mädchenalter war, pachteten ihre Eltern (Agnes Kraus, Hans Klering) für sie - sehr weitsichtig - ein Grundstück an der Ostsee. Doch nun muss dieses Grundstück schnellstens bebaut werden. Ansonsten, so droht der Bürgermeister des Badeortes (Peter Kalisch), wird das Land anderweitig vergeben.

Zum Glück polstert ein Lottogewinn Keuls Finanzen auf. Platte, Radio, Bildschirm und Theater bringen zwar nicht gerade wenig ein, aber nicht genug für ein reetgedecktes Einfamilienhäuschen an der See. Doch selbst dem allseits bekannten, erfolgsgewohnten Keul bleibt die leidige Suche nach Handwerkern und entsprechenden Materialien nicht erspart. Wenn es ihm auch noch gelingt, die Damen der Baustoffversorgung zu becircen - mit den Maurern gibt es schon Schwierigkeiten.

Bald sieht es auch mit dem Geld nicht mehr so rosig aus. Schweren Herzens muss Rolf Keul seine Münzsammlung an den umtriebigen Architekten, Herrn Paul (Hannjo Hasse), verkaufen, um Handwerker, Material und die kostenintensiven Fahrten vom Bau- zum Wohnort und zurück finanzieren zu können.

Doch am Ende, nach körperlichen Strapazen, beruflichem Ärger und überstandener Ehekrise, steht das Häuschen. Frau und Töchter sind begeistert, und - gemessen an dem sich plötzlich zuhauf an der Ostsee einstellenden Besuch - merkt Keul, wie viele liebe Freunde und Kollegen er doch hat...

Obwohl Rolf Herricht der beliebteste Komiker unter den DDR-Schauspielern war, brauchte die DEFA mehr als sieben Jahre, um ihm nach der Komödie "Der Mann, der nach der Oma kam" (1971) erneut eine Hauptrolle anzubieten. Aber immerhin hat Drehbuchautor Kurt Belicke sie für Rolf Herricht maßgeschneidert, und er konnte seine besten Komikerqualitäten unter Beweis stellen.

Doch wie sich die Filmkritikerin Gisela Hartenthal erinnert, hatte Herricht bei der Geschichte über die Schwierigkeiten eines DDR-Häusle-Bauers auch seine Bauchschmerzen: "Machen wir es uns nicht ein bisschen zu leicht? Wir lachen über einen Mann, der einem Problem nicht gewachsen ist, über das es eigentlich nichts zu lachen gibt. Wir schütten mit unserem Humor ein Problem zu, das viel tiefer liegt, statt seine Wurzeln freizulegen…" (Filmspiegel 18/81).

Doch das wenige an DDR-Selbstkritik und die eigenen Erfahrungen, die die Zuschauer einbringen konnten sowie die Glanzleistung von Rolf Herricht in der Hauptrolle ließen den Film zu einem Kinoerfolg werden. Leider war es Rolf Herrichts letzter Film, er starb am 23. August 1981 im Alter von nur 54 Jahren.
Mitwirkende
Musik: Karl-Ernst Sasse
Kamera: Wolfgang Braumann
Buch: Kurt Belicke
Regie: Georgi Kissimov
Darsteller
Ralf Keul: Rolf Herricht
Doris Keul: Annekathrin Bürger
Ingrid Keul: Franziska Troegner
Kirstin Keul: Annett Kruschke
Frau Weber, Doris' Mutter: Agnes Kraus
Herr Weber, Doris' Vater: Hans Klering
Regisseur: Herbert Köfer
Richter: Gerry Wolff
Emil Sasse: Peter Dommisch
Herr Paul, Architekt: Hannjo Hasse
Felix: Carl Heinz Choynski
Bürgermeister Ziegenhals: Peter Kalisch
Maurer: Edwin Marian
Maurer: Willi Neuenhahn
Herr Kurz, Elektriker: Wolfgang Arnst
Kai, Keuls Schwiegersohn: Axel Gärtner
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