Di 07.07. 2020 21:00Uhr 44:30 min

Der Osten - Entdecke wo du lebst Unsere Wälder - Die Hohe Schrecke

Film von Peter Simank

Komplette Sendung

Ein umekippter Baumstamm ist mit viel Moos bewachsen und liegt mitten im grünen Wald 45 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
MDR FERNSEHEN Di, 07.07.2020 21:00 21:45

Auf Entdeckertour in den Buchenwäldern

Die Hohe Schrecke in Bildern Auf Entdeckertour in den Buchenwäldern

Urig, unberührt, wild - die Buchenwälder der Hohen Schrecke sind so natürlich wie sie es nur sein können. Wir waren auf Entdeckertour durchs nahezu undurchdringliche Waldgebiet.

Andreas Weigel steht an einem Baum
Andreas Weigel ist ein echter Kenner der Hohen Schrecke. Seit seinen Jugendjahren begeistert er sich vor allem für Käfer: "Ich habe mir das selbst beigebracht, denn eigentlich habe ich Physik studiert und dann mein Hobby zum Beruf gemacht." Bildrechte: MDR/Simank-Film
Andreas Weigel steht an einem Baum
Andreas Weigel ist ein echter Kenner der Hohen Schrecke. Seit seinen Jugendjahren begeistert er sich vor allem für Käfer: "Ich habe mir das selbst beigebracht, denn eigentlich habe ich Physik studiert und dann mein Hobby zum Beruf gemacht." Bildrechte: MDR/Simank-Film
Andreas Weigel steht an einem Baum
Andreas Weigel auf Käferjagd. Wie bedeutend die Hohe Schrecke für den Artenschutz ist, lässt sich besonders gut bei den unauffälligen Tieren nachweisen - den Käfern. Bildrechte: MDR/Simank-Film
Nahaufnahme eines Buchenkeimling
Es gleicht einem Wunder, dass aus diesem Buchenkeimling ein mächtiger Baumriese werden kann. Bildrechte: MDR/Simank-Film
Ein bemooster Stamm liegt in einem Buchenwald
Die Hohe Schrecke - eine Welt, die es in Deutschland kaum noch gibt. Ein Wald, der in Würde alt werden darf - mit Bäumen, die in Freiheit sterben und nicht im Sägewerk. Bildrechte: MDR/Simank-Film
Ein Buchenwald
Für die Wissenschaft ist die Hohe Schrecke vielfach noch eine Art Black-Box. Bildrechte: MDR/Simank-Film
Durch die Wipfel eines Buchenwaldes fällt die Sonne ein
Ein beinahe geschlossenes Kronendach filtert die Sonnenstrahlen und sorgt für ein magisch grünes Licht. Bildrechte: MDR/Simank-Film
Ein Buchenwald
In der Hohen Schrecke hat sich auf wundersame Weise ein Wald erhalten, wie er ohne Zivilisation überall bei uns wachsen würde - der typisch deutsche Wald, mit riesigen, uralten Buchen. Bildrechte: MDR/Simank-Film
Dicke Buchenstämme
Mächtige silber-graue Stämme tragen das Kronendach des Waldes - sie sind die Säulen des "Buchendoms". Bildrechte: MDR/Simank-Film
Abgeknickte Buchen in einem Buchenwald
100 Jahre wächst sie, 100 Jahre steht sie und 100 Jahre vergeht sie - die Rotbuche. In der Hohen Schrecke kann sie ihren natürlichen Lebenszyklus noch voll ausspielen. Bildrechte: MDR/Simank-Film
Abgeknickte Buchen in einem Buchenwald
Die Hohe Schrecke - eine wilde Welt, in der die Zeit stehen geblieben scheint. Bildrechte: MDR/Simank-Film
Abgeknickte Buchen in einem Buchenwald
Die Hohe Schrecke gehört zu Deutschlands ältesten Wäldern. Seit der letzten Eiszeit gab es dort immer Wald. Das gibt es in Mitteleuropa kaum noch. Bildrechte: MDR/Simank-Film
Ein singender Buchfink
Etwa 7.000 Tierarten leben in einem Buchenwald. Buchfinken wie dieser zählen dabei zu den ganz typischen Waldvögeln der Hohen Schrecke. Bildrechte: MDR/Simank-Film
Nahaufnahme Buschwindröschen
Wie kleine Parabolspiegel richten die Buschwindröschen ihre Blüten nach dem Stand der Sonne aus und drehen sie um etwa 180 Grad im Tagesverlauf - von Ost nach West. Bildrechte: MDR/Simank-Film
Ein Teppich aus Buschwindröschen in einem Wald
Um auszutreiben, nutzen die Erdpflanzen das kurze Zeitfenster zwischen dem kalten Winter und dem Laubaustrieb der Bäume. Sonst hätten sie im dunklen Buchenwald keine Chance. Bildrechte: MDR/Simank-Film
Hohe Schrecke-Wegewart Dieter Krüger im Wald
Er hat immer ein wachsames Auge auf die 180 Kilometer Wanderwege. Dieter Krüger aus Garnbach ist der erste Wegewart in der Hohen Schrecke. Bildrechte: MDR/Simank-Film
Luftaufnahme der Baumkronen in der Hohen Schrecke
Die Hohe Schrecke von oben. Die Hohe Schrecke ist ein rund 7.350 Hektar großes, nahezu unzerschnittenes Waldgebiet am Nordrand des Thüringer Beckens. Bildrechte: MDR/Simank-Film
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Der Osten - Entdecke, wo Du lebst | 07. Juli 2020 | 21:00 Uhr

Seit einem Jahr können Besucher die Hohe Schrecke in schwindelerregender Höhe erleben. Eine 180 Meter lange Hängeseilbrücke über das Bärental ist das neue touristische Tor. Dahinter im riesigen Buchenwald warten viele Sensationen - auch längst verschollen geglaubte Urwald-Reliktarten, extrem seltene Tiere, die nur dort überlebt haben, wo es seit der letzten Eiszeit immer Wald gab.

Auf halber Strecke zwischen Erfurt und Halle hat sich der typisch deutsche Wald erhalten, mit riesigen, uralten Buchen. Über Jahrhunderte schwer zugänglich, jahrzehntelang militärisch genutzt, entwickelte sich der Wald der Hohen Schrecke zur Terra incognita. Um dieses europaweit bedeutsame Waldgebiet zu bewahren, wurde vor 10 Jahren das Naturschutzprojekt "Hohe Schrecke" gestartet. Damit wollen die angrenzenden Gemeinden gemeinsam mit dem BUND Thüringen und der Naturschutzstiftung David den Schatz vor der Haustür sichern. Auf einem Viertel ihrer Fläche soll die Hohe Schrecke ein nutzungsfreier Urwald bleiben, in den restlichen Bereichen wird der Wald schonend bewirtschaftet und touristisch erschlossen. Seit 2015 führen mehrere Themenwege in einer Länge von 180 Kilometern durch das dichte Waldgebiet. Ein Ort der totalen Entschleunigung in atemberaubender Einsamkeit.

In der Hohen Schrecke wird noch Wildnis zugelassen. Doch das heißt auch, die Dynamik des Waldes so zu akzeptieren, wie sie ist und mit allem was dazugehört - auch dem Waldsterben. Fast die gesamten Fichtenbestände sind in den letzten Jahren dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen und selbst die robusten Buchen leiden mittlerweile unter Klimawandel und Trockenheit.