Sa 11.07. 2020 23:45Uhr (VPS 23:20) 88:30 min

Umwege des Herzens

Spielfilm Deutschland 2001

Komplette Sendung

Eine frau hält ihre Tochter in den Armen 88 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
MDR FERNSEHEN Sa, 11.07.2020 23:45 01:15

Nach dem Unfalltod ihrer Schwester, die sie seit einem Streit vor 18 Jahren nicht gesehen hat, leidet die Architektin Sarah unter schweren Schuldgefühlen: Sie glaubt, dass sie Susanne mit einer Leberspende hätte retten können. Um wenigstens etwas für Susannes Mann Max und die drei Kinder zu tun, fährt Sarah zum Bauernhof der Familie.

Bilder zur Sendung

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Sarah (Sonja Kirchberger, re.) und Marie (Sina Richardt) sitzen sich gegenüber; sie blicken sich an.
Die erfolgreiche Architektin Sarah (Sonja Kirchberger, re.) hat ihre Schwester Susanne, die mit ihrem Mann Max und den drei Kindern auf einem Bauernhof lebt, seit 18 Jahren nicht gesehen. Dann erhält sie die Nachricht, dass ihr Schwester gestorben ist. Sarah eilt auf den Bauernhof. Sie will der Familie beistehen. So nähert sie sich vorsichtig den Kindern - versucht, die kleine Marie (Sina Richardt) zu trösten. Bildrechte: MDR/ARD/Degeto
Sarah (Sonja Kirchberger, re.) und Marie (Sina Richardt) sitzen sich gegenüber; sie blicken sich an.
Die erfolgreiche Architektin Sarah (Sonja Kirchberger, re.) hat ihre Schwester Susanne, die mit ihrem Mann Max und den drei Kindern auf einem Bauernhof lebt, seit 18 Jahren nicht gesehen. Dann erhält sie die Nachricht, dass ihr Schwester gestorben ist. Sarah eilt auf den Bauernhof. Sie will der Familie beistehen. So nähert sie sich vorsichtig den Kindern - versucht, die kleine Marie (Sina Richardt) zu trösten. Bildrechte: MDR/ARD/Degeto
Schuldgefühle: Sarah (Sonja Kirchberger) bietet Max (Jochen Nickel) ihre Hilfe an.
Sarah bietet Max (Jochen Nickel), iherem Schwager, ihre Hilfe an. Doch der will am liebsten, dass sie wieder zurück in ihr Großstadtleben verschwindet. Bildrechte: MDR/ARD/Degeto
Sarah (Sonja Kirchberger)blickt verklärt Max (Jochen Nickel) an.
Nur langsam gelingt es Sarah, Vertrauen zu den Kindern und Max aufzubauen. Und dann muss sie da noch ihre Beziehung zu Max klären - waren beide doch einst ein Liebespaar. Bildrechte: MDR/ARD/Degeto
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"Typisch: Tilgt mich aus ihrem Leben, und wenn sie mich braucht, ruft sie an". Die erfolgreiche Frankfurter Architektin Sarah von Wythersheim (Sonja Kirchberger) hat ihre Schwester Susanne (Jenny Schily), die mit ihrem Mann Max (Jochen Nickel) und den drei Kindern auf einem Bauernhof im Vogelsberg lebt, seit 18 Jahren nicht gesehen. Die dringende Nachricht der Familie, die Sarah kurz vor ihrem Aufbruch in den Urlaub erreicht, ignoriert sie. Noch in den Ferien erfahren sie und ihr Lebensgefährte Tobias (Martin Umbach), dass Susanne bei einem Unfall einen Leberschaden davongetragen hat und ihre Schwester als Organspenderin gebraucht hätte.

Zwar hat Susannes achtzehnjähriger Sohn Boris (Frederic Welter) sich für eine Gewebeverpflanzung zur Verfügung gestellt. Doch die Mutter stirbt kurz nach der Operation. Und Sarah kehrt mit dem Gefühl nach Deutschland zurück, am Tod ihrer Schwester schuld zu sein. Um ihrem Schwager Hilfe anzubieten, fährt sie in den Vogelsberg und findet die Familie in einem desolaten Zustand vor. Obwohl sie Hilfe dringend nötig hätten, wollen Max und der rekonvaleszente Boris eigentlich nur, dass Sarah wieder verschwindet, weil sie sie für eine egoistische, oberflächliche Karrierefrau halten.

Aber nach Wochen zähen Ringens um das Vertrauen der Familie scheint Sarah Erfolg zu haben. Sie steht plötzlich vor der Frage, was ihr altes Leben in der Frankfurter Schickeria ihr überhaupt bedeutet. Und sie muss ihre Beziehung zu Max klären, die am Anfang der ganzen verhängnisvollen Entwicklung stand: Die beiden hatten sich während Susannes erster Schwangerschaft ineinander verliebt.

In Christine E. Wiegands sorgfältig produziertem TV-Drama löst ein tragischer Unfalltod eine leise, aber nachdrückliche Reflexion über die Dynamik familiärer Beziehungen aus. Heißt miteinander verwandt zu sein automatisch, dass man sich liebt und bedingungslos füreinander da ist? Wie lassen sich unterschiedliche Lebensentwürfe miteinander abgleichen? Und ist es möglich, dem Familienschicksal zu entrinnen? Die einfühlsame Inszenierung gibt den Charakteren Gelegenheit, sich zu entwickeln. Und Sonja Kirchberger bestätigt hier erneut, dass ihr der Wandel zur Charakterdarstellerin gelungen ist.
Mitwirkende
Musik: Karim-Sebastian Elias
Kamera: Volker Tittel
Buch: Henriette Piper
Regie: Christine E. Wiegand
Darsteller
Sarah von Wythersheim: Sonja Kirchberger
Tobias Richter: Martin Umbach
Susanne Grün: Jenny Schily
Max Grün: Jochen Nickel
Boris Grün: Frederic Welter
Hanna Grün: Stephanie Charlotta Koetz
Marie Grün: Sina Richardt
Werner Rinn: Karl Knaup
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