Do 09.07. 2020 22:10Uhr 29:30 min

artour

Das Kulturmagazin des MDR

Komplette Sendung

Evelyn Fischer 30 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
MDR FERNSEHEN Do, 09.07.2020 22:10 22:40

Beiträge aus der Sendung

Ausstellung 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
"artour" ist das Kulturmagazin für das MDR-Sendegebiet und für Ostdeutschland. "artour" wird in Rostock wie in Weimar geschaut, aber natürlich auch in Hamburg und München. Das Kulturmagazin mit Ostkompetenz greift Themen auf, die die Zuschauer bewegen. Von Thälmann bis Theater, von der Kittelschürze bis zum Konzert, von der Off-Bühne bis zur Oper. Themen werden auch mal gegen den Strich gebürstet, egal, ob es sich um eine Kunstausstellung oder einen kulturpolitischen Skandal handelt.
Themen:

* Gegen den Strom - abgetaucht in Venezuela
Im April 1995 tauchte Thomas Walter aus Berlin ab und blieb fast 25 Jahre von der Bildfläche verschwunden; emsig, über Jahrzehnte hinweg und bis zum heutigen Tag gesucht vom BKA, der Bundesanwaltschaft und Interpol. Der Vorwurf: Walter soll gemeinsam mit Komplizen Anfang der 90er versucht haben, ein Berliner Abschiebe-Gefängnis in die Luft zu sprengen. Nur durch einen Zufall flog die Gruppe auf. Im März 2019 fährt der Filmregisseur Sobo Swobodnik für fünf Wochen nach Venezuela, spürt dort den mutmaßlichen „linksradikalen Terroristen“ in seinem Versteck auf und dreht über ihn, über seine Flucht und das Leben im Exil einen Dokumentarfilm. Jetzt, 25 Jahre nach der Flucht, kommt der Film in die deutschen Kinos. Wir haben mit dem Regisseur Sobo Swobodnik gesprochen.

* Revolution im Karl-May-Land
Mit einem Brandbrief gegen den Vorstand der Karl-May-Stiftung beendete Christian Wacker, der nun ehemalige Direktor des Karl-May-Museums, seine Arbeit in Radebeul. Seine Vorwürfe: Arbeitsbehinderung, verschlampte Termine, versäumte Fördergelder, verkrustete Strukturen, Mobbing, ganz altes Denken, was Karl May anbelangt. Und der Brief hatte Folgen: Der Vorstand wurde ausgewechselt, dann aber die Friedenspfeife rausgeholt. Was ist da los im Karl-May-Land? Und wie betrifft es die Figur Karl May? Ist er nun auch ein kolonialistischer Täter? Ein Versuch der Klärung mit Nachfragen bei Christian Wacker, dem Sammlungsleiter Robin Leipold und Radebeuls Oberbürgermeister Bert Wendsche.

* „Zero Waste"- Neue Ausstellung im Museum der bildenden Künste Leipzig
Leipzig, Bildermuseum. Ein Spielzeug-Automat steht am Eingang der neuen Ausstellung, gefüllt mit durchsichtigen Plastikbällen voller Spielzeuge. Soldaten, Tierfiguren, lustige Ponys. Kleine Ikonen der eigenen Kindheit - die meisten Teile kennt man, hatte sie selbst im Spielzimmer. Damals. Jetzt sind sie wieder da. Die Objekte in den Plastikkugeln stammen allerdings allesamt aus den Mägen verendeter Laysanalbatrosse, die mitten im Pazifik auf einem hawaiianischen Atoll nisten - über 3.600 km vom nächsten Festland entfernt.
So schockierend die Betrachtungsgegenstände und Themen der Ausstellung „Zero Waste" sind - so bekannt sind sie. Eigentlich. Die ständig wachsende unvorstellbar hohe Plastikvermüllung der Welt, die Verseuchung von Luft, Wasser und Erde. Dass wir ein Teil davon sind, ist uns eigentlich klar. Auch in der Kunst ist das Thema „Müll" alles andere als neu. Doch niemals zuvor war sie so geballt politisch, wenn es um den Einfluss des Menschen auf die Natur geht - meint Swaantje Güntzel, die die Mageninhalte der verendeten Albatrosse sammelt und zurück in die Öffentlichkeit bringt. Was hat die Kunst in Zeiten von Corona - dem zeitweiligen Lockdown der Welt, der vermeintlichen Natur-Erholung - zu diesem Thema zu sagen? Wir besuchten die Ausstellung „Zero Waste" und sprachen mit den Künstlerinnen und Künstlern Swaantje Güntzel, Dani Plöger und Mika Rottenberg. Zu sehen ist "Zero Waste" noch bis zum 08.11.2020.

* Hauptsache Festival - Erfurt plant eine Variante der Domstufenfestspiele
Eigentlich sollte diesen Sommer Verdis 'Nabucco' auf den Erfurter Domstufen aufgeführt werden. Aber wie alle Festivals musste auch dieses durch Corona bedingt abgesagt werden. Nun stemmt das Theater Erfurt eine Art 'Festival light'. Unter dem Namen 'Domstufen-Open Air 2020' gibt es an unterschiedlichen Abenden ein Opern- bzw. ein Operetten- und Musical-Programm, natürlich unter strengen Hygiene-Bedingungen und für nur 500 anstelle von 2.000 Zuschauern. Das Theater und die Stadt sind überzeugt, dass sich der Aufwand lohnt, und das, obwohl die üblichen Kulturtouristen wahrscheinlich ausbleiben werden.

* Kulturkalender

* „Gerhard Vontra. Bin ich - Zum 100. Geburtstag des Malers und Zeichners", Ausstellung im Residenzschloss Altenburg bis 25. Oktober
* Sommertheater an der Angel in Magdeburg - "Lieben bis zum Weltuntergang" hat Premiere am 10. Juli und soll bis Ende August 33 Mal gespielt werden.
* Würdigung des großen Komponisten Ennio Morricone, der am 6. Juli mit 91 Jahren in Rom verstarb.

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