Do 06.08. 2020 22:10Uhr 29:30 min

artour

Das Kulturmagazin des MDR

Komplette Sendung

Thomas Bille moderiert aus dem Park an der Ilm in Weimar. 30 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
MDR FERNSEHEN Do, 06.08.2020 22:10 22:40

Beiträge aus der Sendung

ein abstraktes Gemälde 2 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Auf Sommertour in Weimar

Themen:

* Yiddish Weimar - ein Doppelporträt
Wer an jiddische Musik denkt, denkt zunächst an Klezmer. Doch die Facetten jiddischer Musiktradition sind vielschichtiger und lebendiger, als mancher ahnt. Auch dank Festivals wie dem Yiddish Summer in Weimar, das seit 20 Jahren den musikalischen Austausch internationaler Künstler und Künstlerinnen fördert. Eine von ihnen ist Sasha Lurje. Die aus Lettland stammende Musikerin ist eine vielseitige Sängerin, die in ihrem Gesang diverse Stilistiken und Genres vereint: Von jiddischen Kabarett- und Theaterliedern bis bin zur Rock-Musik schafft sie ganz eigene Klangwelten. Gemeinsam mit dem Musiker Daniel Kahn gehört sie inzwischen zur "Stamm-Besetzung" des Festivals. Sein Stil gleicht eher einem "Jiddischen Punk-Kabarett", der aus Detroit stammende Musiker lebt seit 2005 in Berlin und ist für seine modernen Lied-Kompositionen inzwischen international bekannt. Wir stellen beide Künstler vor.
(Autor: Hans-Michael Marten)

* Kletterlegende Bernd Arnold
Bernd Arnold ist ein Weltstar der Kletterszene. Zwar ist sein Revier nicht sonderlich hoch - knapp 600 Meter misst der höchste Berg der sächsischen Schweiz. Doch Bernd Arnold hat es geschafft, hier neue und extrem anspruchsvolle Wege zu klettern. Diese Wege haben das Gebirge international bekannt und den heute 73-jährigen berühmt gemacht. Das Porträt schildert den Werdegang Bernd Arnolds und lässt Gefährten, Freunde und seine Familie zu Wort kommen. Es zeigt, wie es einem Menschen gelingen kann, schier unbezwingbare Grenzen mit Ausdauer und Leidenschaft zu überwinden und welche Kraft einer Heimat wie dem Elbsandsteingebirge innewohnt.
(Autoren: Simone Unger/Ulf Wogenstein)

* Die Kriegsfotografin Lee Miller
Ab 1944 begleitete die Fotografin Lee Miller die amerikanischen Truppen: von der Landung in der Normandie über die Befreiung von Paris bis zur Kapitulation Deutschlands. Sie fotografierte die Opfer und die Täter in Dachau und Buchenwald, dokumentierte das Treffen der Russen und Amerikaner an der Elbe und fotografierte den Stand der Dinge unmittelbar nach Kriegsende. Lee Miller war keine Dokumentaristin, sie war Künstlerin gewesen, die es gewohnt war, ihre Bilder hochgradig zu stilisieren. Hat das ihre Bilder aus dem Krieg verändert? Die Ausstellung "to believe it" in der Kunsthalle Erfurt motiviert jetzt wieder zur Erinnerung: Deutschland vor 75 Jahren in 110 Fotos von Lee Miller, auch aus dem Konzentrationslager Buchenwald.
(Autor: Meinhard Michael)

* "Nur ein Augenblick" - ein Film über den syrischen Bürgerkrieg
"Nur ein Augenblick" heißt der jüngste Film der deutschen Regisseurin Randa Chahoud. Ein junger Syrer, der in Deutschland studiert, eine schwangere Freundin hat, erfährt, dass sein Bruder in Syrien in Assads Foltergefängnis geraten ist. Er macht sich auf die Suche nach ihm und später seinen Peinigern. Nur einen Augenblick dauert es, bis sich sein Leben um 180 Grad wendet und er - wider seine ursprüngliche Überzeugung - zur Waffe greift und schießt. Randa Chahouds Vater ist ein syrischer Wissenschaftler, der Anfang der 1970er-Jahre nach Europa kam. Der Esstisch der Eltern ist bis heute ein regelmäßiger Treffpunkt für politische Diskussionen, die vor allem nach dem Ausbruch des Bürgerkrieges heftig und kontrovers waren. "Nur ein Augenblick" war ein Film, der hier seinen Anfang nahm und den sie unbedingt machten musste - sagt sie heute. Wir trafen die Regisseurin in der Wohnung ihres Vaters und in ihrem Wohnort Halberstadt.
(Autor: Dennis Wagner)

Kulturkalender
- Christiane Bergelt "the hands delight to trace" Malerei - Ausstellung im Museum Gunzenhauser in Chemnitz
- Film "Wir beide" von Filippo Meneghetti, Filmstart 6.8.
- Sandra Hüllers neue CD " Be your own prince"
(Autorin: Charlotte Witt)

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