Do 20.08. 2020 22:40Uhr 29:30 min

Kostbare Zeit

Leben mit einem schwerkranken Kind

Film von Shari Jung und Hannah Genetu

Komplette Sendung

Die Geschwister Alina und Alexander Höckendorf 29 min
Die Geschwister Alina und Alexander Höckendorf Bildrechte: MDR/Jung, Genetu
MDR FERNSEHEN Do, 20.08.2020 22:40 23:08

Bilder zur Sendung

Bilder zur Sendung

Sebastian Koopmann gemeinsam mit seinem Papa im Schwimmbad.
Sebastian Koopmann ist, entgegen der medizinischen Erwartungen, 21 Jahre alt geworden. Er kam als Frühchen in der 26. Schwangerschaftswoche zur Welt. Bildrechte: © MDR/Jung, Genetu
Sebastian Koopmann gemeinsam mit seinem Papa im Schwimmbad.
Sebastian Koopmann ist, entgegen der medizinischen Erwartungen, 21 Jahre alt geworden. Er kam als Frühchen in der 26. Schwangerschaftswoche zur Welt. Bildrechte: © MDR/Jung, Genetu
Familie Eggers bei einem Ausflug.
40.000 Familien in Deutschland leben mit schwerkranken Kindern, wie Familie Eggers. Bildrechte: © MDR/Jung, Genetu
Die Geschwister Alina und Alexander Höckendorf.
Familie Höckendorf hat bereits einen schweren Verlust erlitten. Der älteste Sohn Andreas starb mit 21 Jahren an MPS. Bildrechte: © MDR/Jung, Genetu
Die Geschwister Alina und Alexander Höckendorf.
Alexander ist gesund. Seine Schwester Alina nicht. Sie leidet an der gleichen Krankheit wie ihr verstorbener Bruder. Bildrechte: MDR/Jung, Genetu
Familie Höckendorf bei einem Spaziergang.
Der Verlust hat die Familie gestärkt und verdeutlicht, wie wichtig die gemeinsame Zeit ist. Bildrechte: © MDR/Jung, Genetu
Ein gebastelter Schmetterling mit einem eingeklebten Foto von Sebastian Koopmann.
Trotz ständiger Krankenhausaufenthalte hofft Gisela Koopmann, dass sich der Zustand ihres Sohnes irgendwann bessern wird. Bildrechte: © MDR/Jung, Genetu
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Silke Eggers hatte keine Kraft mehr. "Der Erlenbusch hat uns das Leben gerettet" sagt sie heute. Der Erlenbusch ist ein Kinderheim. Dorthin kam ihre Tochter Stina, als es nicht mehr ging. Stina ist schwerkrank. Die 14-Jährige hat CDKL5, braucht rund um die Uhr Hilfe und Pflege. Ihre Lebens-Zeit ist begrenzt. "Das Telefon kann ständig klingeln", sagt Silke. Am Wochenende kommt Stina nach Hause. Die gemeinsame Zeit genießt die Familie in vollen Zügen, soweit das möglich ist. Denn auch Stinas Vater ist nach einer bakteriellen Infektion am Kleinhirn ein Pflegefall. So oft wie möglich besuchen sie Vater Jan, denn die gemeinsame Zeit gibt Kraft.

Bei Familie Koopmann richtet sich alles nach Sebastian. Mit seinen 21 Jahren ist er älter geworden, als man erwartet hatte. Sebastian kam als Frühchen in der 26. Schwangerschaftswoche zur Welt. "Er passte damals in die Hand meines Mannes", beschreibt Mutter Gisela. Ihr Leben ist geprägt von Krankenhausaufenthalten. Planen können sie nicht. Gisela hofft immer wieder, dass ihr Sohn "noch mal die Kurve kriegt". Zu groß ist die Angst loslassen zu müssen. Die 17-jährige Louisa ist mit der Krankheit ihres Bruders groß geworden. "Ich fände es eine schöne Vorstellung, wenn Sebastian ein Stern wird, dann kann ich ihn immer von überall sehen".

40.000 Familien in Deutschland leben mit schwerkranken Kindern. Ein Alltag zwischen Brötchenschmieren und Krankenhausaufenthalten, Normalität und Tod. Wenn Kinder vor den Eltern sterben müssen - keiner möchte gern darüber sprechen.

Auch Iris und Thomas Höckendorf haben das erfahren. Ihr Traum vom Familienleben ist mit der Diagnose ihres Sohnes Andreas geplatzt. Für sie geht es darum, den Alltag mit gesunden und kranken Kindern zu bewältigen und dem gesunden Kind zu vermitteln, dass das Leben weitergeht. Vor zwei Jahren musste die Familie schon ein Kind gehen lassen: Andreas starb mit 21 Jahren an MPS. Der Verlust prägt die Familie und stärkt sie. "Andreas hat mir gezeigt, dass man keine Angst vorm Tod haben muss", sagt Iris. Für den Jüngsten ist die Situation problematisch. Alexander ist gesund. Jeden Morgen blickt der 14-Jährige auf das Bild seines verstorbenen Bruders. "Das gibt mir dann eine Stärkung für den Tag". Der Verlust hat ihn gelehrt, wie wichtig es ist, viel Zeit mit seiner Schwester Alina zu verbringen: Sie ist 16 und hat dieselbe Krankheit wie sein Bruder Andreas.

Der Film beobachtet Familien mit schwerkranken Kindern: Wie meistern sie ihren Alltag? Was bedeutet die Krankheit für das Familienleben? Und warum ist die gemeinsame Zeit dennoch schön?

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Sebastian Koopmann mit seinem Papa im Schwimmbad mit Video
Sebastian Koopmann mit seinem Papa im Schwimmbad Bildrechte: © MDR/Jung, Genetu

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Katrin Müller mit ihrer Tochter Nora (re.). Sie leidet seit über zehn Jahren an Magersucht. Wenn ihr Zustand in den vergangenen Jahren lebensbedrohlich wurde, erfolgte eine Zwangseinweisung. Die erzwungenen Klinikaufenthalte und Therapien hat die heute 26-jährige Nora als "lebensrettend, aber auch als traumatischen Eingriff" wahrgenommen. Ihre Mutter weiß wie freiheitsliebend ihre Tochter ist, aber sie muss auch immer wieder um ihr Leben bangen. Bildrechte: MDR/Schulz & Wendelmann Film
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Vor 25 Jahren, am 2.Mai 1995, ist sie still aus dieser Welt gegangen, doch bis heute ist Agnes Kraus als Volksschauspielerin unvergessen. Ob als Schwester Agnes, als Zimmervermieterin Klucke in „Florentiner 73“ oder als schrullige Tierarztwitwe Alma - immer hat sich Agnes Kraus mit Berliner Schnauze in die Herzen der Zuschauer gespielt. Sie war die Mutter der Nation und wurde mit ihren komischen Rollen unzählige Male zum Fernsehliebling der DDR. Agnes Kraus als Schwester Agnes Bildrechte: MDR
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Katrin Müller mit ihrer Tochter Nora (re.). Sie leidet seit über zehn Jahren an Magersucht. Wenn ihr Zustand in den vergangenen Jahren lebensbedrohlich wurde, erfolgte eine Zwangseinweisung. Die erzwungenen Klinikaufenthalte und Therapien hat die heute 26-jährige Nora als "lebensrettend, aber auch als traumatischen Eingriff" wahrgenommen. Ihre Mutter weiß wie freiheitsliebend ihre Tochter ist, aber sie muss auch immer wieder um ihr Leben bangen. Bildrechte: MDR/Schulz & Wendelmann Film
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