Do 27.08. 2020 22:10Uhr 29:30 min

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MDR FERNSEHEN Do, 27.08.2020 22:10 22:40

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Das Kulturmagazin des MDR

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Themen:

* Aus dem Nichts? - Kulturhauptstadt Magdeburg 2025
Magdeburg, die Otto-Stadt an der Elbe, ist für viele Menschen eine Leerstelle, und die Magdeburger sind sich dessen durchaus bewusst. Die ersten Schritte der Bewerbung zur "Europäischen Kulturhauptstadt 2025" fanden unter dem Titel "Out of void - Raus aus der Leere" statt, eine durchaus selbstironische Referenz zum derzeitigen Status, die allerdings nicht bei allen Magdeburgern auf Verständnis stieß. Die Jury riet zur Nachbesserung. Nun will man statt der Leere mit "Anziehungskraft" überzeugen. "Europäisch, Stadtlich, Schön" will man werden, und wenn Magdeburg bisher noch nicht unbedingt alle diese Kriterien erfüllt, so besteht doch die Hoffnung, dass diese Beschreibung durch die Bewerbung zur Wirklichkeit wird.
Autorin: Petra Böhm

* Graeme Salt - von Manchester nach Magdeburg
Die Stadt könnte den Titel "Europäische Kulturhauptstadt 2025" nicht nur gut gebrauchen, sie habe ihn auch wirklich verdient - meint der Sänger und Gitarrist Greame Salt, der vor sieben Jahren aus der englischen Industriestadt Manchester in die Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts zog. Unterschätzt sei die Stadt an der Elbe, die Großstadt und Dorf in einem sei - mit ihrer Backstein-Industrie-Architektur und ihrer sehr lebendigen Subkultur. Melancholisch und beglückend zugleich, eine Inspiration nicht nur für ihn und seine Band "Berlin Syndrome". Greame Salt ist Teil des Hauptstadt-Bewerbungs-Teams und will hier, wenn das Konzept mit all ihren daran hängenden Förderungen überzeugt, ein riesiges Musikfestival aufziehen. Der britische Sänger von "Berlin Syndrome" zeigt "artour" seine deutsche Heimatstadt bei einem Streifzug durch das ehemalige Arbeiterviertel Buckau.
Autor: Dennis Wagner

* Delirium Alpinum - die Superspreader
Der Mensch braucht ein Ziel. Und wenn er nicht mehr weiß, wohin mit sich vor lauter Langeweile, Midlifecrisis, Lebensüberdruss, dann fährt er offenbar nach Ischgl. Ischgl, das ist Delirium Alpinum und Rush Hour des Massentourismus. So die Definition von Lois Hechenblaikner. Und wer seine Bilder sieht, versteht, wofür das Wort Schneehölle geschaffen wurde. Seit über einem Vierteljahrhundert dokumentiert Hechenblaikner akribisch, wozu eine entfesselte Freizeitindustrie in Österreichs Bergen fähig ist. Circa 9.000 Fotos hat er in diesem Zeitraum auch in Ischgl aufgenommen. Da war das Bergdorf noch alpine Hochburg des Après Ski, "Ibiza der Alpen" mit 1,4 Millionen Übernachtungen pro Wintersaison auf 1.600 Einwohner. Und dann plötzlich "Superspreader" und Synonym für virologisches Missmanagement. Hechenblaikners fotografisches Destillat "Ischgl", erschienen im Steidl Verlag, zeigt eine Gesellschaft, die schon lange vor Corona reif für die Intensivstation ist.
Autor: Henning Biedermann

* Max Uhligs Arbeiten in der wiederaufgebauten Magdeburger Johanniskirche
Symbolträchtiges Wahrzeichen von Magdeburg ist die fünf Mal zerstörte und ebenso oft wieder aufgebaute Johanneskirche. Zuletzt im Zweiten Weltkrieg zerbombt, blieb sie lange Ruine, erst im Oktober 1999 war der Wiederaufbau abgeschlossen. In den letzten Jahren konnte sie als Kultur- und Kongresshalle genutzt werden. Für diese wieder aufgebaute Kirche hat der Dresdner Künstler Max Uhlig eine Reihe von raumhohen Kirchenfenstern geschaffen, die einerseits an die Brandkatastrophe erinnern und andererseits die Wiederauferstehung in einem wunderbaren Farbklang feiern. Seit 2014 hat Max Uhlig an den Fenstern gearbeitet, wir haben seine Arbeit begleitet und dürfen nun einen Blick auf das Ergebnis dieses langen Prozesses werfen. Der offizielle Festakt zur Einweihung der Fenster ist für den 16. September geplant.
Autor: Meinhard Michael

* Kulturkalender:
- Wiedereröffnung der Alfred Brehm Gedenkstätte in Renthendorf am 29. August 2020
- Festival "Women in Jazz" Halle & Saalekreis 29. August bis 9. September 2020
- Filmstart der Dokumentation "Fragen sie Dr. Ruth" von Ryan White am 27.08.2020
Autorin: Ulrike Reiß

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