Sa 29.08. 2020 18:00Uhr 14:30 min

Heute im Osten - Reportage

Wo der Osten Urlaub macht

Unterwegs in Tschechien

Folge 2 von 3

Komplette Sendung

Eine Frau mit einem Rad an einem See 15 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
MDR FERNSEHEN Sa, 29.08.2020 18:00 18:15
Keine Zeit prägt Menschen bis ins Alter so sehr wie der Sommerurlaub der Kindheit. Und dabei waren die Ziele meist weder besonders aufregend noch exotisch. Ferien fanden häufig vor der Haustür statt. Die Sommerferien dauerten früher scheinbar eine Ewigkeit - die Tage waren lang und erlebnisreich.

In diesem Jahr urlauben viele Europäer im eigenen Land. Und auch unsere Ostblogger bleiben zu Hause. Sie nehmen uns mit auf eine Reise zu besonderen Zielen in Osteuropa – und auf eine Reise zu den Spuren ihrer Kindheit. Wie funktionierte und funktioniert Urlaub in Polen, Bulgarien und Tschechien? Gibt es Besonderheiten oder auch Gemeinsamkeiten zu deutschen Urlaubs-Sitten? 

Die Pragerin Helena Sulcova war mit ihren Eltern früher auch am Schwarzen Meer im Urlaub. Viele Ferien verbrachte Helena als Kind aber in der tschechischen Heimat. Eine ihrer ersten Reisen ging ins Riesengebirge.
Anfang der 1980er Jahre urlaubte Familie Sulcova in Spindlermühle. Das Riesengebirge war vielen DDR-Bürgern als Wintersport-Ort bekannt. Seit eh und je mischen sich hier tschechische, polnische und deutsche Touristen.

Die Schneekoppe ist mit einer Gipfelhöhe von 1.310 Metern der höchste Punkt von Tschechien. Spindlermühle ist mit knapp 1.200 Einwohnern das touristische Zentrum. In den letzten Jahren hat sich der Ort stark gewandelt in so etwas wie ein Nobelresort. Der kleine Fluss Labe entspringt hier ganz in der Nähe, schlängelt sich durch Tschechien bis zur deutschen Grenze und wird dann zur Elbe. Unser Nachbarland hat keine Küste, aber Strand gibt es in Tschechien trotzdem. Der Mácha-See und seine Umgebung war schon zu Vorwende-Zeiten ein heißer Tipp, auch für DDR-Bürger. Der Mácha-See, die Lieblingsbadewanne vieler Tschechen und auch vieler Deutscher.

Und das ist nicht die einzige Gemeinsamkeit: die Tschechen gehen mindestens genauso gern in die Pilze wie wir Deutschen. "Pilze-Suchen" ist sozusagen tschechischer Nationalsport. Wie tickt der tschechische Urlauber? Muss auch er - wie viele Deutsche - "zwanghaft" weg von zuhause? Und wie gehen die Tschechen mit der besonderen Situation im Corona-Jahr um? Kann Helena die Urlaubsgutscheine, die von der Regierung an alle tschechischen Bürger verteilt wurden, vor Ort einlösen?

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