Di 29.09. 2020 21:00Uhr 44:30 min

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30 Jahre Deutsche Einheit Die Brücke der Einheit in Vacha

Die Brücke der Einheit in Vacha

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Bildergalerie Die Brücke der Einheit in Vacha

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 Die Brücke der Einheit in Vacha
Sie ist 225 Meter lang und wurde im Mittelalter gebaut: Die Werrabrücke Vacha trennte jahrzehntelang als deutsch-deutscher Grenzpunkt Thüringen und Hessen. Bildrechte: MDR/Kathleen Dorsch
 Die Brücke der Einheit in Vacha
Sie ist 225 Meter lang und wurde im Mittelalter gebaut: Die Werrabrücke Vacha trennte jahrzehntelang als deutsch-deutscher Grenzpunkt Thüringen und Hessen. Bildrechte: MDR/Kathleen Dorsch
Die Brücke der Einheit in Vacha
Der Film erzählt ihre Geschichte und vom bewegenden Schicksal der Menschen und ihren Fluchtversuchen, rund um die "Brücke der Einheit". Bildrechte: MDR/Kathleen Dorsch
Die Brücke der Einheit in Vacha
40 Jahre lang war die mittelalterliche Steinbogenbrücke gesperrt. Dem Stacheldraht und den Wachtürmen folgt Anfang der 1970 Jahre eine Mauer, bis am 11. November 1989 plötzlich Planierrauben anrücken. Bildrechte: MDR/Kathleen Dorsch
Die Brücke der Einheit in Vacha
Auf hessischer Seite läuft eine Video-Kamera und es entsteht ein einzigartiges Zeitdokument, das weltweit für Furore sorgt: Grenzsoldaten reißen die Mauer auf der Werratalbrücke ein – die "Brücke der Einheit" ist geboren.  
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Die Brücke der Einheit in Vacha
Die Brücke hat eine lange Geschichte: Im 14. Jahrhundert wird mit dem Bau begonnen, um Philipsthal in Hessen und Vacha im heutigen Thüringen miteinander zu verbinden.  Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Ein Film von Stephan Heise

Wenn Frank und Kerstin Langer aus Vacha gemeinsam über die Werrabrücke gehen, werden sie nachdenklich. 40 Jahre lang war diese mittelalterliche Steinbogenbrücke gesperrt. Bis 1989 weiß keiner der Beiden vom Anderen. Dabei wohnen sie nur einen Steinwurf voneinander entfernt. Und das liegt an diesem schicksalhaften Ort. Dort, wo von 1949 bis 1990 die Grenze verläuft, die Deutschland teilt. Niemand darf die 225 Meter überqueren.

Doch weder Minenfelder noch Selbstschussanlagen können die mehr als 40.000 Menschen aufhalten, die einen Fluchtversuch wagen. Mehr als 1.000 Menschen sterben dabei an der innerdeutschen Grenze.

Für Lars Schneider und Jörg Pabst nimmt ihre Flucht unweit der Werrabrücke einen unerwarteten Verlauf. Am 19. Juni 1988 setzen sie alles auf eine Karte und durchbrechen mit einem Lkw den Grenzzaun. Ein waghalsiges Manöver, dass sie das überleben, ist großes Glück. Nach Aussagen eines ehemaligen Grenzoffiziers ist ihr Lkw im Dunkeln mit einem NVA Fahrzeug verwechselt worden.

Im Westen findet Jörg Pabst eine Zukunft und arbeitet sich zum Bahnmanager hoch. Lars hingegen beschleicht ein unerwartetes Gefühl. Er bekommt Heimweh. Nach zwei Monaten kehrt der 19-Jährige an genau der Stelle in die DDR zurück, an der er zuvor geflüchtet war. Damit ist seine Odyssee aber noch lange nicht beendet. Erst nach wochenlangen Verhören bei der Stasi und einer Einweisung in ein Erziehungsheim darf er zurück in sein Heimatdorf.

Zwischen Kerstin und Frank hätte es wahrscheinlich wesentlich eher gefunkt, hätte die Werrabrücke damals Ihren eigentlichen Zweck erfüllt. Zwei Jahre nach ihrer ersten Begegnung läuten die Hochzeitsglocken. Heute leben sie einen Steinwurf von der Werrabrücke entfernt.

Im 14. Jahrhundert wird mit dem Bau begonnen, um Philipsthal in Hessen und Vacha im heutigen Thüringen miteinander zu verbinden. Glaubt man mysteriösen Sagen, wurde hier als Opfergabe ein Baby eingemauert. Ein Philipsthaler Heimatforscher hat bei Bauarbeiten selbst nach ihm gegraben. Fündig geworden ist er allerdings nicht.

Wahr hingegen ist, dass mitten durch das Hoßfeldsche Haus direkt neben der Brücke, bis 1990 die Staatsgrenze verläuft. Hinter einer dünnen Ziegelwand beginnt plötzlich eine andere Welt. So nah wie hier, ist der DDR damals kein anderer Westdeutscher. Bis am 11. November 1989 plötzlich Planierraupen anrücken. Auf hessischer Seite läuft eine Video-Kamera. Es entsteht ein einzigartiges Zeitdokument, das weltweit für Furore sorgt: Wenn Grenzsoldaten die Mauer auf der Werratalbrücke einreißen, ist das 30 Jahre später noch immer ein Gänsehautmoment. Die Aufnahmen zeigen auch den stimmungsvollen Marsch des Vachaer Karnevalsvereins über die Brücke der Einheit. Kerstin Langer mittendrin.

Auf Entdeckungsreise in Mitteldeutschland

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