Do 08.10. 2020 22:10Uhr 29:30 min

artour

Das Kulturmagazin des MDR

Komplette Sendung

Moderator 29 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
MDR FERNSEHEN Do, 08.10.2020 22:10 22:40

Beiträge aus der Sendung

Themen der Sendung:

* Unrühmlicher Jahrestag: Ein Jahr nach dem Anschlag in Halle
* Herbert Schirmer - der letzte Kulturminister der DDR
* OECONOMIA – ein Film über die Wege des Geldes im Kapitalismus
* Der Weltstar aus dem Osten
* Kulturkalender

* Unrühmlicher Jahrestag: Ein Jahr nach dem Anschlag in Halle

Vor einem Jahr, am 09.10.2019 - dem Jüdischen Feiertag Jom Kippur - versuchte Stephan Balliet, in die Hallenser Synagoge im Paulusviertel einzudringen und dort ein Massaker anzurichten. Das gelang ihm nicht. Aber Balliet erschoss bei seiner Flucht zwei Menschen und verletzte mehrere weitere. „artour“ erinnert an die Ereignisse vor einem Jahr und spricht mit einem jungen amerikanischen Juden, der zum Zeitpunkt des Anschlags in der Synagoge war.

* Herbert Schirmer - der letzte Kulturminister der DDR

Er war kein Politprofi, als er am 12. April 1990 das Amt des Kulturministers antrat. Vor 30 Jahren, am 02.10.1990, hatte Herbert Schirmer, Kulturminister der DDR, seinen letzten Arbeitstag. Im Frühjahr 1990 kam er etwas zu spät zu einer CDU-Präsidiumssitzung und fand einen Zettel auf seinem Platz: "Lothar de Maizière freut sich, dass Sie bereit sind, Kulturminister zu werden". Schirmer wusste von nichts und willigte dennoch ein.
Er arbeitete als Wissenschaftler der Staatlichen Kunstsammlung Cottbus, als er im Herbst 1989 das Neue Forum in seiner Heimatregion mitbegründete. Die Möglichkeit, das Land zu reformieren und zu gestalten, machte ihn zu den Aktiven der Stunde und führte ihn schließlich - auf Vorschlag Lothar de Maizières - auf den Kultur-Posten im letzten Volkskammer-Kabinett. Doch statt zu gestalten und zu verändern, geht es nun darum, zu retten, was noch zu retten ist und in ein vereintes Deutschland zu überführen. Herbert Schirmer erinnert sich an die aufregenden und turbulenten Monate seiner Amtszeit. Noch immer wohnt er im brandenburgischen Lieberose, nicht weit von der Burg Beeskow entfernt, wo heute noch jene DDR-Kunst zu sehen ist, die er in der Anarchie der Wendezeit vor ihrer Vernichtung bewahrte. In „artour“ erzählt er über das wahnsinnige letzte halbe Jahr als Kulturminister der DDR.

* OECONOMIA – ein Film über die Wege des Geldes im Kapitalismus

Wie entsteht Geld - wenn nicht in der Druckerpresse, wie man fälschlich gern annimmt? Wie funktioniert die Wirtschaft, hängen Wachstum, Profite und Schulden zusammen? Die Dokumentarfilmerin Carmen Losmann geht dieser undurchsichtigen Problematik nach, befragt Chefvolkswirte, Finanzvorstände und Investmentberater. Das Ergebnis, OECONOMIA, ist ein sperriger, aber zum Weiterdenken anregender Lehrfilm von einiger Brisanz. Denn unstrittig ist, dass dem Kapitalismus die vermeintlich unendlichen Ressourcen ausgehen, dass Wachstum um jeden Preis fatale Konsequenzen hat und dass sich das Finanzsystem fernab jeder Realität bewegt - wie wir seit dem Beinah-Kollaps 2008/2009 wissen.

* Der Weltstar aus dem Osten

Katarina Witt ist mit zwei Olympiasiegen, vier WM- und sechs EM-Titeln die erfolgreichste Sportlerin in der Geschichte des Eiskunstlaufs. Die 90minütige Dokumentation "Katarina Witt - Weltstar aus der DDR" von Jobst Knigge folgt ihrem Lebensweg von Sachsen bis nach Hollywood. Am 11. Oktober um 20.15 Uhr wird sie im MDR Fernsehen zu sehen sein. „artour“ zeigt einen kleinen Vorgeschmack mit Hinweis auf den Film.

* Kulturkalender:

- "Wir sind noch einmal davon..." ein Schauspiel von Thornton Wilder im Theater Meiningen, Premiere am 09.10.2020
- Diplom Rundgang der HGB Leipzig, 08. bis 11.10.2020
- Montalbâne Festival für mittelalterliche Musik vom 09. bis 11.10.2020 in Freyburg/Unstrut