Do 05.11. 2020 22:10Uhr 29:30 min

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MDR FERNSEHEN Do, 05.11.2020 22:10 22:40

artour

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Das Kulturmagazin des MDR

  • Livesendung
  • Stereo
  • 16:9 Format
  • HD-Qualität
  • Untertitel
  • VideoOnDemand

Die Themen:

* Ohne Kunst und Kultur wird es still …
* Begleiter der Moderne: Fotografien von Shunk-Kender
* Vom Kruzianer zum Weltstar: Der Sänger René Pape
* Der lange Streit der Hohenzollern um Entschädigung
* Kulturkalender

* Ohne Kunst und Kultur wird es still …
Thüringens Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff verteidigt den Lockdown der Kultur, der seit Montag in Kraft getreten ist. Als Politiker muss er das sicherlich auch. Doch gegen diesen Lockdown gibt es sehr viel Widerstand. "Ohne Kultur wird es in unserer Gesellschaft still." Mit diesem Satz legten die Musiker der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach ihre Instrumente nieder. Nachzuhören und zu sehen auf YouTube. Damit schlossen sie sich der Initiative "SangundKlanglos" der Münchner Philharmoniker an, die damit auf die aktuelle Situation der Kulturschaffenden aufmerksam machen wollen. Wie ist die Situation in Mitteldeutschland? "artour" versucht eine Bestandsaufnahme in den drei Bundesländern. Wir haben mit Thüringens Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff gesprochen. Wir haben mit dem Intendanten der Oper Leipzig gesprochen, die ihre Premiere "Lohengrin" quasi über Nacht vom 7. auf den 1. November vorverlegt hat, damit die Arbeit nicht ganz umsonst war. Wir haben mit Ann-Elisabeth Wolff, der Festivaldirektorin der Euro Scene Leipzig gesprochen. In ihrem 30. Jahr des Bestehens fällt die Euro Scene Leipzig komplett aus. Im Anhaltischen Theater Dessau, immerhin ein Fünf-Sparten-Haus, geht im Moment nichts mehr. Und wir haben mit dem Intendanten Johannes Weigand gesprochen. Doch neben allen Klagen über die derzeitige Situation geht es vor allem um die Zukunft.
Autorin: Heike Sittner/Autor: Hans-Michael Marten

* Begleiter der Moderne: Fotografien von Shunk-Kender
Es ist zweifellos eine Entdeckung: Hinter dem Namen Shunk-Kender verstecken sich zwei -der in Leipzig geborene Harry Shunk (1924-2006) und der Ungar Janos Kender (1937-2009). Sie trafen sich 1957 in Paris, sie waren Autodidakten, und sie begannen, die Aktionen und die Kunst der jungen neuen Kunst zu fotografieren. Sie waren Partner im Leben und in der Arbeit, die sie bis zur Trennung 1973 mit vielen Künstlern zusammenbrachte, die heute berühmt sind: Von Niki de Saint Phalle bis Andy Warhol. Das Besondere der Fotografie der beiden, die sich entschlossen, als Produzenten gemeinsam als Shunk-Kender aufzutreten: Sie nahmen nicht nur die ungewöhnlichen, neuen, frechen Werke der Moderne auf und dokumentierten Ausstellungseröffnungen, sondern begleiteten die Künstler, sie nahmen an deren Leben teil - und fotografierten diese Bohème. So entstanden - ab 1968 in New York - viele einzigartige Beobachtungen. Als Harry Shunk 2006 starb, fanden sich in seiner Wohnung 200 000 Aufnahmen. Nach einer Ausstellung im Centre Pompidou ist eine Auswahl jetzt auch in Leipzig zu sehen - eine Entdeckung.
Autor: Meinhard Michael

* Vom Kruzianer zum Weltstar: Der Sänger René Pape
Der Opernsänger René Pape aus Dresden ist ein Weltstar, und genau wie bei Theo Adam oder Peter Schreier gründet sich die Karriere des 56jährigen Bassbaritons auf eine gründliche Ausbildung im Dresdner Kreuzchor. Durch den Fall der Mauer konnte er seine Karriere 1991 bei den Salzburger Festspielen mit Mozarts "Zauberflöte" als jüngster Sarastro aller Zeiten beginnen und wurde 1994 von Wolfgang Wagner nach Bayreuth geholt. Er erhielt zwei Grammys und geht gern auch mal andere Wege, zum Beispiel interpretierte er mit Katharina Thalbach und den Dresdner Sinfonikern Lieder von Rammstein. Doch wie viele andere Künstler trifft auch ihn die Zwangspause durch Corona hart. Wie geht er damit um? Der MDR zeigt in der Reihe "Lebensläufe" am 5. November ein Porträt des Sängers René Pape, in "artour" gibt es einen kleinen Vorgeschmack.
Autorin: Sybille Muth

* Der lange Streit der Hohenzollern um Entschädigung
Seit sechs Jahren nun schon streiten die Bundesregierung und Berlin und Brandenburg mit der Familie der Hohenzollern um Entschädigung für Immobilien und Kunstgegenstände. Die sowjetischen Besatzer hatten sie zwischen 1945 und 1949 enteignet. Es geht - so wird geschätzt - um einen bis zu 3stelligen Millionenbetrag. Und es geht um die entscheidende Frage, ob die Nachfahren des einstigen Kaisers überhaupt anspruchsberechtigt sind: Denn sollte der Streit vor Gericht landen, dann müsste dort entschieden werden, ob der abgedankte Kaiser und sein Sohn Kronprinz Wilhelm den Nazis "erheblichen Vorschub" geleistet haben oder nicht. Wenn ja - dann wären die Hohenzollern "unwürdig" entschädigt zu werden. So steht's im Gesetz von 1994. Aber kann es eine gütliche Einigung geben in einem Streit, der in der Öffentlichkeit seit einem Jahr erbittert geführt wird?
Autor: Ulf Kalkreuth

* Kulturkalender
- Der Dokumentarfilm „Jenseits des Sichtbaren - Hilma af Klint" über die Pionierin der abstrakten Malerei. Am 13. November als DVD und Stream verfügbar.
- Die TOCOTRONIC-Comic-Anthologie "SIE WOLLEN UNS ERZÄHLEN" zum 25jährigen Jubiläum der Band. Zehn Songs aus der gesamten Schaffensphase werden von ausgewählten Comic-künstler*innen und Illustrator*innen wie Katja Klengel, Anna Haifisch und Eva Feuchter interpretiert.
- Rapper Dissy aus Erfurt, ist gerade für den "New Music Award" nominiert, den die jungen Wellen der ARD und Deutschlandfunk NOVA am 26. November zum 13. Mal verleihen.
Autorin: Charlotte Witt


"artour" ist das Kulturmagazin für das MDR-Sendegebiet und für Ostdeutschland. "artour" wird in Rostock wie in Weimar geschaut, aber natürlich auch in Hamburg und München. Das Kulturmagazin mit Ostkompetenz greift Themen auf, die die Zuschauer bewegen. Von Thälmann bis Theater, von der Kittelschürze bis zum Konzert, von der Off-Bühne bis zur Oper. Themen werden auch mal gegen den Strich gebürstet, egal, ob es sich um eine Kunstausstellung oder einen kulturpolitischen Skandal handelt.