Sa 07.11. 2020 13:15Uhr 43:28 min

Ein "Geisterbär" (Kermodebär) läuft auf einem liegenden Baumstamm.
Ein "Geisterbär" (Kermodebär) läuft auf einem liegenden Baumstamm. Bildrechte: MDR/WDR/Kieran O'Donovan
MDR FERNSEHEN Sa, 07.11.2020 13:15 13:58

Wildes Kanada

Wildes Kanada

Land der Extreme

Film von Jeff Turner

Folge 1 von 4

  • Stereo
  • Audiodeskription
  • 16:9 Format
  • HD-Qualität
  • Untertitel

Bilder zur Sendung

Bilder zur Sendung

Nordlichter/Polarlichter zu sehen am nächtlichen Himmel.
Nordlichter/Polarlichter zu sehen am nächtlichen Himmel. Bildrechte: MDR/WDR/Kieran O'Donovan
Nordlichter/Polarlichter zu sehen am nächtlichen Himmel.
Nordlichter/Polarlichter zu sehen am nächtlichen Himmel. Bildrechte: MDR/WDR/Kieran O'Donovan
Ein Eisbärweibchen ist mit zwei Jungtieren unterwegs.
Ein Eisbärweibchen ist mit zwei Jungtieren unterwegs. Bildrechte: MDR/WDR/Kieran O'Donovan
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Vom im Osten gelegenen Neufundland über die weiten Ebenen des Graslandes und die majestätischen Rocky Mountains hinweg erstreckt sich Kanada 5.500 Kilometer bis hin zu den riesigen Kaltregenwäldern an der pazifischen Küste. Von den südlichen Prärien bis zum eisigen Norden in der Arktis sind es ebenfalls über 4.000 Kilometer. Kanada ist ein Land mit gigantischen Ausmaßen.

Die erste Folge dieser vierteiligen Serie beginnt dort, wo die Europäer erstmals kanadischen Boden betraten. Dieses "neu gefundene Land" heißt bis heute Neufundland. Eine auf den ersten Blick wilde und unberührte Gegend. Die aber war damals schon lange gestaltet und verändert worden - von Ureinwohnern, die von den Europäern aus einem ganz bestimmten Grund Rothäute genannt wurden.

Einer der gewaltigsten Eingriffe der Ureinwohner war es, ganze Landstriche abzubrennen. So schufen sie lichte Wälder mit freien Ebenen, die ideal für den Anbau und die Jagd waren. Allerdings vernichteten sie dadurch immer wieder einen besonderen Baum, der inzwischen zu den wichtigsten des Landes zählt - den Ahorn. Und als das Abrennen schließlich aufhörte, begann man wenig später in Kanada ein Produkt herzustellen, das inzwischen auf der ganzen Welt gefragt ist: den Ahorn-Sirup.

Doch trotz all dieser durch Menschen hervorgerufenen Veränderungen ist Kanada immer noch ein Ort spektakulärer Naturschauspiele. Im Osten werden hier Jahr für Jahr zahllose Buckelwale von Millionen Exemplaren zählenden Loddenschwärmen angelockt. Im Norden, am Rand der arktischen Tundra, sieht man das Symboltier der Arktis in einer völlig ungewohnten Umgebung: Eisbärenjunge spielen unter Bäumen.

Das gewaltigste intakte Waldgebiet der Erde dagegen zieht sich durch ganz Kanada bis in den Westen und beherbergt außergewöhnliche Tiere: die weltweit größte Ansammlung an Schlangen - tausende Strumpfband-Nattern kommen im Frühjahr aus ihrem Winterquartier, um sich fortzupflanzen. Flughörnchen legen extreme Distanzen zurück, wenn sie im Wald von Baum zu Baum gleiten. Und schließlich leben hier fast mystische Geschöpfe - wie die geheimnisvollen Geisterbären. Sei es die Landschaft oder die Tierwelt. Durchschnittlich ist hier nichts. Kanada ist ein Land der Extreme.