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Wild im Wald - Was treibt die Jäger an?

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Wald. Wild. Jagd. Wieso nehmen immer mehr Frauen die Büchse in die Hand? Wird Jagen zum Trend? Muss Wild überhaupt geschossen werden? Was bedeutet "Wald vor Wild"? Und sind Jäger tatsächlich Naturschützer? "Echt"-Moderator Sven Voss ist der Jägerei auf der Spur.

Die neue Jägerschaft ist jung und zunehmend weiblich. In den Kursen für den Jagdschein sitzen inzwischen 25 Prozent Frauen. 1992 lag die Quote bei nur einem Prozent. Was macht das Jagen so attraktiv? "Mit der Natur verbunden zu sein, sie zu spüren. Das hat mich gepackt", sagt Madeleine Sieler. Sie jagt seit 20 Jahren, geht täglich in ihr Revier und ergänzt: "Bei zehnmal Ansitzen, schieße ich vielleicht einmal. Das Beobachten steht im Vordergrund." Ihre Freundin Lisa Eisoldt hat erst vor kurzem ihre Jagdprüfung abgelegt. Sie beschreibt ihr Motiv so: "Ich spüre auch die Verantwortung gegenüber Wald und Wild. Hege gehört unbedingt dazu." Aber ihr Hobby wird heiß diskutiert.

Rund 380.000 Deutsche besitzen einen Jagdschein. Für die einen sind sie jagdlüsterne Tiermörder. Für die anderen gelten Jäger als Retter für geschädigte Bäume und gestresste Wälder. Weil sie Tiere schießen, die sonst wertvolle Setzlinge anknabbern, helfen sie dem dringend benötigten Waldumbau. Was stimmt denn nun?

Matthias Neumann ist Jäger und Förster, er untersucht für ein Institut des Bundes, wie sich das Jagen auf unsere Wälder auswirkt. Er stellt fest: "Tiere knabbern an Knospen um zu überleben. Dass das ein Schaden für den Wald ist, definiert der Mensch! Manches Problem mit Verbiss und Schälung an Bäumen ist hausgemacht, weil die Jagd Tiere an diese Stellen treibt, fern von ihren eigentlichen natürlichen Futterquellen." Der Forstwissenschaftler des Thünen-Instituts streitet für eine Balance der Interessen: "Wir brauchen Ruhezonen für das Wild, und wir müssen Jagdzonen einrichten. Denn ohne Jagd geht es in unserer Kulturlandschaft nicht." Aber es gibt viel zu diskutieren und zu kritisieren: Jagdzeiten, Abschusspläne, zunehmende Jagd mit Nachtsichtgeräten …

Wie viel Wild ist im Wald? Und wie viel brauchen wir da? Das sollen uns auch Wildtier-Studien verraten. In Zusammenarbeit mit dem Thünen-Institut geht Wilko Florstedt auf Datenjagd. Der Jäger, und Sprecher des Landesjagdverbandes Sachsen-Anhalt, fährt mit dem Suchscheinwerfer ans freie Feld und zählt Hasen, denn: "Wo es dem Hasen gut geht, fühlen sich viele Tiere wohl." So wird das Langohr zum Indikator für eine Natur in Balance. Auch mit solchen Daten wird über die Zukunft der Jagd entschieden.

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