Mi 03.02. 2021 20:45Uhr 29:35 min

Exakt - Die Story Der Maler Otto Nagel oder wem gehört die Kunst

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Mehrere Personen betrachten ein Gemälde. 30 min
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MDR FERNSEHEN Mi, 03.02.2021 20:45 21:15

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Mehrere Personen betrachten ein Gemälde.
Seit mehr als 30 Jahren kämpfen die Erben des Berliner Malers Otto Nagel (1894 – 1967) um ihr Erbe. Mehr als 300 Kunstwerke hatte die DDR 1985 von den Nagels übernommen. Zunächst verlangte das Finanzministerium eine Erbschaftssteuer von 1,6 Millionen Mark von der Tochter Nagels, erließ sie aber, als die Familie anbot, im Gegenzug den Nachlass den staatlichen Einrichtungen zu schenken. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Mehrere Personen betrachten ein Gemälde.
Seit mehr als 30 Jahren kämpfen die Erben des Berliner Malers Otto Nagel (1894 – 1967) um ihr Erbe. Mehr als 300 Kunstwerke hatte die DDR 1985 von den Nagels übernommen. Zunächst verlangte das Finanzministerium eine Erbschaftssteuer von 1,6 Millionen Mark von der Tochter Nagels, erließ sie aber, als die Familie anbot, im Gegenzug den Nachlass den staatlichen Einrichtungen zu schenken. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Maler Otto Nagel
Kaum ein Künstlerleben des 20. Jahrhundert ist mit der Geschichte Berlins und der DDR so verwoben wie das von Otto Nagel. In den 20er-Jahren brachte der Sozialdemokrat und spätere Kommunist das Arbeiterleben im Wedding auf die Leinwand. Er überstand Nationalsozialismus, Krieg und eine kurzzeitige Internierung in Sachsenhausen. Nach 1945 übersiedelte er in die DDR, stieg hier als Präsident der Akademie der Künste zum geachteten Kulturfunktionär auf, um kurz darauf in Dissens zur staatlichen Kunstauffassung zu geraten. Akten im Bundesarchiv belegen: Die Staatsführung der DDR betrachtete das Oeuvre des heute in der Kunstwelt wenig beachteten Otto Nagel als nationales Kulturgut. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Das ehemalige Otto-Nagel-Haus in Berlin Mitte.
Nach seinem Tod 1967 übernahm zunächst seine Witwe Walli Nagel das Erbe, brachte es ein in ein eigenes, ihrem verstorbenen Mann gewidmetes Museum – das Otto-Nagel-Haus in Berlin (Bild). Doch von Beginn an stand die vertraglich vereinbarte Zusammenarbeit unter einem schlechten Stern. Walli Nagel zog ihre Bilder aus der Ausstellung zurück. Ein langjähriger Kampf ums Erbe begann. 1998 scheiterte die Familie mit ihrem Versuch, ein Restitutionsverfahren anzustreben. Bildrechte: MDR
Ende September 2018 endet das Otto-Nagel-Jahr, das 2019 aus Anlass seines 125. Geburtstages begann  – eine der wenigen Nagel-Ausstellungen, die in jenem Jahr angeboten wurden.
Ende September 2018 endet das Otto-Nagel-Jahr, das 2019 aus Anlass seines 125. Geburtstages begann – und mit ihr eine der wenigen Nagel-Ausstellungen (Bild), die in jenem Jahr angeboten wurden. Nun hat die Enkeltochter mit ihrem Mann ein Forschungsprojekt ins Leben gerufen, um die Geschichte der aus ihrer Sicht stattgefundenen Enteignung beweisen zu können. Der Kunstrechtsexperte Ulf Bischof hält jedoch die Restitution solcher Sammlungsübernahmen per Erbschaftssteuer für fast aussichtslos. Die Erben müssten beweisen, dass politische Gründe den Ausschlag für deren Festsetzung gegeben haben. Denn Finanzbescheide der DDR würden zunächst als gültig hingenommen. Bildrechte: MDR
Die Enkeltochter Otto Nagels und ihr Mann vor Nagels Grab.
Im Zuge der MDR-Recherche für den Film tauchten nun Indizien auf, die die Grundlage für eine erfolgreiche Wiederaufnahme der Restitution bilden könnten. Der ehemalige Staatssekretär im Kulturministerium Kurt Löffler gibt erstmals zu diesem Thema ein Interview. Nach seinen Angaben sei er ein Freund von Walli Nagel gewesen. Er habe bis Anfang der 80er-Jahre versucht, eine einvernehmliche Lösung in dem Streit herbeizuführen. Erstmals spricht er davon, dass es sich bei der Steuerforderung für das Nagelsche Oeuvre um eine "De facto-Enteignung" gehandelt habe. Es habe von Seiten der Berliner Museen und Institutionen Interesse bestanden, die Kunstwerke zu übernehmen. Und am Ende des Films unterbreitet Kurt Löffler ein überraschendes Angebot. Bildrechte: MDR
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Auf dem Zentralfriedhof in Berlin Friedrichsfelde. Hier liegt Otto Nagel begraben - gemeinsam mit seiner Frau Walli.
Auf dem Zentralfriedhof in Berlin Friedrichsfelde. Hier liegt Otto Nagel begraben - gemeinsam mit seiner Frau Walli. Bildrechte: MDR
Seit mehr als 30 Jahren kämpfen die Erben des Berliner Malers Otto Nagel (1894 – 1967) um ihr Erbe. Mehr als 300 Kunstwerke hatte die DDR 1985 von den Nagels übernommen. Zunächst verlangte das Finanzministerium eine Erbschaftssteuer von 1,6 Millionen Mark von der Tochter Nagels, erließ sie aber, als die Familie anbot, im Gegenzug den Nachlass den staatlichen Einrichtungen zu schenken.

Akten im Bundesarchiv belegen: Die Staatsführung der DDR betrachtete das Oeuvre des heute in der Kunstwelt wenig beachteten Otto Nagel als nationales Kulturgut. Kaum ein Künstlerleben des 20. Jahrhundert ist mit der Geschichte Berlins und der DDR so verwoben wie das von Otto Nagel. In den 20er-Jahren brachte der Sozialdemokrat und spätere Kommunist das Arbeiterleben im Wedding auf die Leinwand. Er überstand Nationalsozialismus, Krieg und eine kurzzeitige Internierung in Sachsenhausen. Nach 1945 übersiedelte er in die DDR, stieg hier als Präsident der Akademie der Künste zum geachteten Kulturfunktionär auf, um kurz darauf in Dissens zur staatlichen Kunstauffassung zu geraten.

Nach seinem Tod 1967 übernahm zunächst seine Witwe Walli Nagel das Erbe, brachte es ein in ein eigenes, ihrem verstorbenen Mann gewidmetes Museum – das Otto-Nagel-Haus in Berlin. Doch von Beginn an stand die vertraglich vereinbarte Zusammenarbeit unter einem schlechten Stern. Walli Nagel zog ihre Bilder aus der Ausstellung zurück. Ein langjähriger Kampf ums Erbe begann. 1998 scheiterte die Familie mit ihrem Versuch, ein Restitutionsverfahren anzustreben.

Nun hat die Enkeltochter mit ihrem Mann ein Forschungsprojekt ins Leben gerufen, um die Geschichte der aus ihrer Sicht stattgefundenen Enteignung beweisen zu können. Der Kunstrechtsexperte Ulf Bischof hält jedoch die Restitution solcher Sammlungsübernahmen per Erbschaftssteuer für fast aussichtslos. Die Erben müssten beweisen, dass politische Gründe den Ausschlag für deren Festsetzung gegeben haben. Denn Finanzbescheide der DDR würden zunächst als gültig hingenommen.

Im Zuge der MDR-Recherche für den Film tauchten nun Indizien auf, die die Grundlage für eine erfolgreiche Wiederaufnahme der Restitution bilden könnten. Der ehemalige Staatssekretär im Kulturministerium Kurt Löffler gibt erstmals zu diesem Thema ein Interview. Nach seinen Angaben sei er ein Freund von Walli Nagel gewesen. Er habe bis Anfang der 80er-Jahre versucht, eine einvernehmliche Lösung in dem Streit herbeizuführen.

Erstmals spricht er davon, dass es sich bei der Steuerforderung für das Nagelsche Oeuvre um eine "De facto-Enteignung" gehandelt habe. Es habe von Seiten der Berliner Museen und Institutionen Interesse bestanden, die Kunstwerke zu übernehmen. Und am Ende des Films unterbreitet Kurt Löffler ein überraschendes Angebot.

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