Mi 17.02. 2021 20:45Uhr 29:30 min

Exakt - Die Story Wilde Nachbarn - Siegeszug der Stadttiere

Komplette Sendung

Drei Nutrias an einem Fluß                                   30 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
MDR FERNSEHEN Mi, 17.02.2021 20:45 21:15

Füchse, Nutrias, Wildschweine, Eulen - wer wilde Tiere in der Stadt sehen will, muss schon längst nicht mehr in den Zoo. Still und leise haben in den letzten Jahren Tausende Tiere ihre alte Heimat in Wald und Flur verlassen. Wie kommt es, dass Städte für Tiere mindestens so attraktiv sind wie für Menschen?

Exakt - Die Story: Wilde Nachbarn - Siegeszug der Stadttiere

Exakt - Die Story: Wilde Nachbarn - Siegeszug der Stadttiere

Leben unter den Toten - Rehe auf Friedhof in Dessau
Wer wilde Tiere sehen will, findet die längst nicht nur im Wald, auf dem Land oder im Zoo. Fuchs, Reh und Nutria fühlen sich mittlerweile in den Städten pudelwohl. So kann es Sparziergängern auf dem Friedhof Dessau gut und gern passieren, dass ein Reh an ihnen vorbeihirscht. Bildrechte: MDR/Simank-Film
Leben unter den Toten - Rehe auf Friedhof in Dessau
Wer wilde Tiere sehen will, findet die längst nicht nur im Wald, auf dem Land oder im Zoo. Fuchs, Reh und Nutria fühlen sich mittlerweile in den Städten pudelwohl. So kann es Sparziergängern auf dem Friedhof Dessau gut und gern passieren, dass ein Reh an ihnen vorbeihirscht. Bildrechte: MDR/Simank-Film
Längst keine Scheu mehr vor dem Menschen - Nutrias in Burg
Still und leise haben Wildtiere in den letzten Tausend Jahren ihre angestammte Heimat verlassen, um sich den Dschungel der Großstadt zu erobern. Und dabei haben sie längst ihre Scheu vor dem Menschen verloren. Bildrechte: MDR/Simank-Film
Nicht immer willkommen - Wildtiere in der Stadt
Auch wenn Wildtiere nicht immer willkommen sind, sie nehmen sich ihren Raum und lassen sich nicht vertreiben. Bildrechte: MDR/Simank-Film
Fuchs in einem Berliner Garten, schätzungsweise 1600 Füchse leben in Berlin
Bis zu 15.000 Tierarten vermuten Wildtierökologen in Großstädten wie Magdeburg, Leipzig, Halle oder Dresden. Je größer die Stadt, desto größer die Artenvielfalt. 1.600 Füchse leben schätzungsweise in Berlin. Bildrechte: MDR/ IZW Berlin
Nutrias in der Innenstadt von Leipzig
Viele, gerade auch vom Aussterben bedrohte Arten, sind in der Stadt wesentlich zahlreicher als gemeinhin vermutet. Doch wie kommt es, dass Städte für Tiere mindestens so attraktiv sind wie für Menschen? Und wie gehen die Menschen in den Städten mit den neuen, wilden Nachbarn um? Die Reportage begibt sich in den Dschungel vor unserer Haustür. Bildrechte: MDR/Simank-Film
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Die Corona-Krise macht sie noch sichtbar. Je leerer unsere Straßen werden, desto mehr Raum nehmen sich die Tiere. Auf einmal spazieren Hirsche, Wildschweine oder Dachse durch unsere Städte. Neu ist das aber nicht. Schon seit Jahren wandern immer mehr Wildtiere in die Stadt. Nutrias leben mitten im Zentrum von Burg, Füchse in der Innenstadt von Leipzig, Rehe auf dem Friedhof von Dessau und Waschbären haben inzwischen nahezu jede deutsche Stadt erobert.

"Es wird immer wieder neuen Nachzug geben, selbst wenn wir hier den Bestand auf null reduzieren würden. Es werden immer wieder neue Tiere von draußen in die Stadt ziehen", so Marco Klapper, Stadtjäger in Burg.

Wer wilde Tiere in der Stadt sehen will, muss schon längst nicht mehr in den Zoo. Still und leise haben in den letzten Jahren Tausende Tiere ihre alte Heimat in Wald und Flur verlassen und sich in Städten und Dörfern neu eingerichtet. Auffällig ist dabei: Darunter sind viele Arten, die in freier Natur nur noch selten zu beobachten sind.

"Vor drei Jahren ging das mit ein bis zwei Eulen los. Und plötzlich saßen dann bei uns im Garten 24 Eulen auf nur einem Baum", sagt Ralf Krüger, Eigenheim-Besitzer aus Brachstedt. "Das ist natürlich immer ein Schauspiel für die ganze Straße, wenn die abends zur Jagd losziehen. Und früh kommen sie wieder zu uns nach Hause."

Bis zu 15.000 Tierarten vermuten Wildtierökologen in Großstädten wie Magdeburg, Leipzig, Halle oder Dresden. Denn die Hot Spots der Artenvielfalt finden sich längst nicht mehr nur auf dem Land. Je größer die Stadt, desto größer die Biodiversität. Ornithologen konnten sogar belegen, dass ländliche Gebiete inzwischen viel ärmer an Vogelarten sind als städtische. Und je größer die Stadt, desto mehr Vogelarten sind vorhanden – mit exponentiellen Steigerungsraten. Und was für Vögel gilt, gilt tendenziell auch für Insekten oder Säugetiere: Viele, gerade auch vom Aussterben bedrohte Arten, sind in der Stadt wesentlich zahlreicher als gemeinhin vermutet.

Dr. Robert Hagen vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung Berlin sagt: "Wir erleben zurzeit vermutlich den Höhepunkt in dieser Dynamik, in der Wanderung von Wildtieren in die Stadt. Allein in Berlin lebt aktuell ein Drittel aller in Deutschland vorkommenden Säugetierarten. Und in den deutschen Städten allgemein leben auf die Fläche bezogen mehr Tiere als in ländlichen Bereichen."

Die Menschen betrachten ihre neuen Nachbarn auch mit Sorge. Manche Tiere siedeln fast unbemerkt, andere hinterlassen deutliche Spuren. Vor allem Waschbären, Wildschweine und Rehe führen vielerorts zu Konflikten. "Seit zwei Jahren ist es ganz schlimm. Rehe kommen auf den Friedhof, zertrampeln die Gräber und fressen alles leer. Stiefmütterchen und andere Blumen. Ich versuche dann, mit Vogelnetzen und Flatterbändern die Grabstelle meiner Eltern irgendwie vor den Rehen zu schützen", so Edeltraut Naumann aus Barby.

Wie kommt es, dass Städte für Tiere mindestens so attraktiv sind wie für Menschen? Wie gehen die Menschen in den Städten mit den neuen, wilden Nachbarn um? Die Reportage von Peter Simank begibt sich in den Dschungel vor unserer Haustür, berichtet von einem Dorf, indem es schon heute mehr Wildtiere als Menschen gibt und zeigt, welche Konflikte aber auch Chancen das Phänomen mit sich bringt.

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