So 07.03. 2021 05:15Uhr 127:15 min

Jürgen Hentsch (Kaspar) im Wasser; auf Bootssteg liegt Jutta Hoffmann (Karla) mit Kopf auf Hand gestützt; er schaut sie an; Mimik Hoffmann ernst, traurig, nachdenklich
Jürgen Hentsch (Kaspar) im Wasser; auf Bootssteg liegt Jutta Hoffmann (Karla) mit Kopf auf Hand gestützt; er schaut sie an; Mimik Hoffmann ernst, traurig, nachdenklich Bildrechte: MDR/PROGRESS/Eberhard Daßdorf
MDR FERNSEHEN So, 07.03.2021 05:15 07:25

Starke Frauen - Starke Geschichten Karla

Karla

Spielfilm DDR 1965

  • Mono
  • 16:9 Format
  • Schwarz/Weiß
  • HD-Qualität
  • Untertitel

100 Jahre Frauentag
DEFA 75
Zum 80. Geburtstag von Jutta Hoffmann (03.03.1941)

Bilder zur Sendung

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Karla Blum (Jutta Hoffmann) geht als frisch gebackene Lehrerin an eine Schule in den Norden der DDR. Sie will ihren Schülern unbedingt den Mut zur eigenen Meinung beibringen.
Die junge Lehrerin Karla Blum (Jutta Hoffmann) kommt mit guten Zensuren von der Universität und tritt voller Begeisterung für ihren Beruf in einer Schule im Norden der DDR an. Karla tritt stets für ihre eigene Meinung ein und gibt sich nicht mit pauschalen Lösungen zufrieden. So will sie ihre Schüler nicht dazu erziehen, alles nachzuplappern und ihre Indiviualität zu unterdrücken, sondern ihnen den Mut zur eigenen Meinung beibringen. Bildrechte: MDR/Progress
Karla Blum (Jutta Hoffmann) geht als frisch gebackene Lehrerin an eine Schule in den Norden der DDR. Sie will ihren Schülern unbedingt den Mut zur eigenen Meinung beibringen.
Die junge Lehrerin Karla Blum (Jutta Hoffmann) kommt mit guten Zensuren von der Universität und tritt voller Begeisterung für ihren Beruf in einer Schule im Norden der DDR an. Karla tritt stets für ihre eigene Meinung ein und gibt sich nicht mit pauschalen Lösungen zufrieden. So will sie ihre Schüler nicht dazu erziehen, alles nachzuplappern und ihre Indiviualität zu unterdrücken, sondern ihnen den Mut zur eigenen Meinung beibringen. Bildrechte: MDR/Progress
Jutta Hoffmann (Karla) und Hans Hardt-Hardtloff (Direktor Hirte) gehend nebeneinander; er sieht sie an.
Aber viele Schüler ihrer 12 A haben gerade das schon verlernt: Fragen zu stellen, Widerspruch anzumelden, selbst nach Lösungen zu suchen. Der Direktor (Hans Hardt-Hardtloff, re.), Ende fünfzig, vom Krieg und den bitteren Erfahrungen der Nachkriegszeit geprägt, setzt auf Klarheit durch Vereinfachung. Karla und er mögen sich durchaus, aber ihre unterschiedlichen Auffassungen über Autorität und Wahrheit müssen sich nun auch in der Praxis behaupten. Bildrechte: MDR/PROGRESS/Eberhard Daßdorf
Jutta Hoffmann (Karla, Lehrerin) steht seitlich vor Schulklasse; ein Gast (Journalist, von hinten) ist der Klasse zugewandt; eine Schülerin stehend (redend)
Zum einen vor der Schulrätin (Inge Keller), die ein sehr fragwürdiges System der Versetzung bzw. Nichtversetzung von Schülern verfolgt, zum anderen vor den Schülern selbst. Karla gibt langsam, fast unmerklich ihre Ideale und ihre eigene unbequeme Haltung auf. Bildrechte: MDR/PROGRESS/Eberhard Daßdorf
Jutta Hoffmann (Karla)
Nun sind alle - Lehrer wie Schüler - zufrieden. Alles plätschert in gewohnten, bequemen Bahnen. Aber plötzlich wird der jungen Lehrerin klar, wohin diese Bequemlichkeit und Angepasstheit letztlich führen. Sie findet zu ihrer Widersetzlichkeit und damit zu ihrer Persönlichkeit zurück. Bildrechte: MDR/PROGRESS/Eberhard Daßdorf
Karla Blum (Jutta Hoffmann) geht als frisch gebackene Lehrerin an eine Schule in den Norden der DDR. Sie will ihren Schülern unbedingt den Mut zur eigenen Meinung beibringen.
Nicht nur die junge, unkonventionelle Lehrerin Klara Blum, auch der Film hat Mitte der1960er-Jahre in der DDR keine Chance. Das Aus für den Film kam - nachdem er schon mehrfach umgeschnitten wurde - in den ersten Synchrontagen. Ihm wurde eine pessimistische und skeptizistische Grundhaltung vorgeworfen, verbunden mit einer teilweise falschen Geschichtsbetrachtung. 1990 stellte der Kameramann Günter Ost wieder die ursprüngliche Fassung her und der Film konnte endlich seine Premiere erleben.
Jutta Hoffmann als Karla prägt diesen Film, macht ihn zum Erlebnis: "Sie strahlt eine reine, kristallklare menschliche Kraft aus. Glauben an die Möglichkeit, aufrecht, nicht anpasserisch durchs Leben zu gehen, Vertrauen in die jungen Leute. Zugleich gibt es viele intime, spontane kleine Reaktionen in Sprache und Gestus, durch die man das Gefühl einer Begegnung mit einem Zauberwesen hat", schreibt die Filmrezensentin Erika Richter.
Bildrechte: MDR/Progress
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Die junge Lehrerin Karla Blum (Jutta Hoffmann) kommt mit guten Zensuren von der Universität und tritt voller Begeisterung für ihren Beruf in einer Schule im Norden der DDR an. Karla ist ein Mensch, dem eine eigene Meinung zu haben, sich nicht mit pauschalen Lösungen zufrieden zu geben, wichtiger ist, als nachplappernde, wenig individuell ausgeprägte Schüler zu unterrichten.

Aber viele Schüler ihrer 12 A haben gerade das schon verlernt: Fragen zu stellen, Widerspruch anzumelden, selbst nach Lösungen zu suchen. Der Direktor (Hans Hardt-Hardtloff), Ende Fünfzig, vom Krieg und den bitteren Erfahrungen der Nachkriegszeit geprägt, setzt auf Klarheit durch Vereinfachung. Karla und er mögen sich durchaus, aber ihre unterschiedlichen Auffassungen über Autorität, Wahrheit usw. müssen sich nun auch in der Praxis behaupten.

Zum einen vor der Schulrätin (Inge Keller), die ein sehr fragwürdiges System der Versetzung bzw. Nichtversetzung von Schülern verfolgt, zum anderen vor den Schülern selbst. Karla gibt langsam, fast unmerklich ihre Ideale und ihre eigene unbequeme Haltung auf.

Nun sind alle - Lehrer wie Schüler - zufrieden. Alles plätschert in gewohnten, bequemen Bahnen. Aber plötzlich wird der jungen Lehrerin klar, wohin diese Bequemlichkeit und Angepasstheit letztlich führen. Sie findet zu ihrer Widersetzlichkeit und damit zu ihrer Persönlichkeit zurück.

Nicht nur die junge, unkonventionelle Lehrerin Klara Blum, auch der Film hat Mitte der1960erJahre in der DDR keine Chance. Das Aus für den Film kam - nachdem er schon mehrfach umgeschnitten wurde - in den ersten Synchrontagen. Ihm wurde eine pessimistische und skeptizistische Grundhaltung vorgeworfen, verbunden mit einer teilweise falschen Geschichtsbetrachtung.

Die Hauptfigur kämpfe unablässig um Ehrlichkeit und Wahrheit und käme damit in Widerspruch zu den Vertretern der Staatsmacht, Grundprinzipien des sozialistischen Realismus würden aufgegeben werden.

1990 stellte der Kameramann Günter Ost wieder die ursprüngliche Fassung her und der Film konnte endlich seine Premiere erleben.

Jutta Hoffmann als Karla prägt diesen Film, macht ihn zum Erlebnis: "Sie strahlt eine reine, kristallklare menschliche Kraft aus. Glauben an die Möglichkeit, aufrecht, nicht anpasserisch durchs Leben zu gehen, Vertrauen in die jungen Leute ...

Zugleich gibt es viele intime, spontane kleine Reaktionen in Sprache und Gestus, durch die man das Gefühl einer Begegnung mit einem Zauberwesen hat", schreibt die Filmrezensentin Erika Richter.
Mitwirkende
Musik: Karl-Ernst Sasse
Kamera: Günter Ost
Buch: Ulrich Plenzdorf, Herrmann Zschoche
Regie: Herrmann Zschoche
Darsteller
Karla Blum: Jutta Hoffmann
Kaspar Stein: Jürgen Hentsch
Alfred Hirte: Hans Hardt-Hardtloff
Frau Janson: Inge Keller
Frau Wenndorf: Gisela Morgen
Herr Jott: Herwart Grosse
Herr Eifler: Rolf Hoppe
Rudi Schimmelpfennig: Jörg Knochee
Uwe Wenndorf: Peter Pleßow
Klaus: Jürgen Krumrey
Erna Kleinschmidt: Heidemarie Schneider
Der Hausmeister: Fred Delmare
Herr Lenke: Dieter Wien
Herr Hartmann: Peter Sturm
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