Mo 22.03. 2021 22:10Uhr 58:30 min

Fakt ist! Aus Erfurt

Todesstoß für sterbende Städte - Corona als letzter Sargnagel

Komplette Sendung

Talkrunde im Studio 59 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
MDR FERNSEHEN Mo, 22.03.2021 22:10 23:10
"Es wird nach der Pandemie leere Läden und Schaufenster geben und in kleinen Städten wird deren Nachvermietung schwer", ist sich die Vorsitzende der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland, Bernadette Spinnen, sicher. Corona beschleunige den Strukturwandel der Innenstädte und verschärfe die schon vor der Krise schwierige Lage der Einzelhändler.

Thüringens Infrastrukturminister Benjamin Immanuel Hoff ist der Meinung: "Die Innenstädte sterben nicht, sondern sie befinden sich in einem erneuten Strukturwandel." Künftig würden Innenstädte wieder stärker von Handwerk, sozialen Dienstleistungen, Wohnen, Kultur und Kreativwirtschaft bestimmt.

Auch der Stadtplaner Lars Bölling erwartet von der Krise des Einzelhandels eine Chance für neues Leben in der Innenstadt.

Andreas Bausewein (SPD), Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Erfurt, sieht immer noch im Internethandel das größte Problem für die Innenstadt-Händler. Seine Einschätzung: "Über das Sterben der Geschäfte entscheidet letztendlich der Käufer."

Wenn jedoch die einzige Gaststätte schließt und die letzten Einzelhändler ihre Läden aufgeben, dann werde es ganz bitter, sorgt sich der Nordhäuser Landrat Matthias Jendricke (SPD), weil dann die Kunden seines Landkreises ins benachbarte Göttingen abwandern.

Welche Maßnahmen helfen das drohende Sterben der Innenstädte zu verhindern? Mit welchen Konzepten könnten zeitnahe Lockerungen der Corona-Auflagen wieder Menschen in die Innenstädte locken? Wie müssen Verantwortliche eine zukunftsfähige Stadt-Entwicklung fördern?

Diese und ähnliche Fragen diskutieren Kunden, Händler, Marketingexperten, Stadtplaner und verantwortliche Politiker.