Di 23.03. 2021 21:00Uhr 44:47 min

Der Osten - Entdecke wo du lebst Vergessener Rüstungsgigant - Die Leipziger HASAG

Komplette Sendung

Historische Aufnahme von zwei Soldaten mit der HASAG Panzerfaust 45 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
MDR FERNSEHEN Di, 23.03.2021 21:00 21:45

Der Wissenschaftspark im Leipziger Nordosten ist ein typisches Institutsgelände mit modernen Laboren, Grünflächen und internationalen Forscherteams. Kaum etwas erinnert noch an das dunkle Kapitel dieses Orts.

Bilder zur Sendung

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Heimliche Aufnahme aus Leipziger Werk
Heimliche Aufnahme aus dem Leipziger HASAG-Werk: ZwangsarbeiterInnen beim Zusammenbau von Panzerfäusten Bildrechte: MDR Pressefoto
Heimliche Aufnahme aus Leipziger Werk
Heimliche Aufnahme aus dem Leipziger HASAG-Werk: ZwangsarbeiterInnen beim Zusammenbau von Panzerfäusten Bildrechte: MDR Pressefoto
Holger Worm und Wolfgang Böhm präsentieren Munition und Waffen aus HASAG-Werken.
In den HASAG-Werken mussten während des Zweiten Weltkriegs mehr als 10.000 Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge aus ganz Europa Munition herstellen. Bildrechte: MDR Pressefoto
Holger Worm und Wolfgang Böhm präsentieren Munition und Waffen aus HASAG-Werken.
Holger Worm und Wolfgang Böhm präsentieren Munition und Waffen aus HASAG-Werken. Bildrechte: MDR Pressefoto
Verschiedene Patronen und Geschosse – hergestellt im Altenburger Werk der HASAG
Verschiedene Patronen und Geschosse wurden im Altenburger Werk der HASAG hergestellt. Bildrechte: MDR Pressefoto
Modell einer Panzerfaust aus HASAG-Produktion
Die bekannteste Entwicklung der HASAG ist die Panzerfaust. Das Bild zeigt ein Modell einer solchen Panzerfaust aus HASAG-Produktion. Bildrechte: MDR Pressefoto
"Geschichtsdetektive" Worm und Böhm auf dem ehemaligen Gelände der Altenburger HASAG; im Hintergrund das noch existierende ehemalige Verwaltungsgebäude.
„Geschichtsdetektive“ Worm und Böhm auf dem ehemaligen Gelände der Altenburger HASAG. Im Hintergrund zu sehen ist das noch existierende ehemalige Verwaltungsgebäude. Bildrechte: MDR Pressefoto
Belegschaftsversammlung im HASAG-Werk Leipzig; aus Werkszeitung „Unsere Hasag“, Oktober 1940
Ein Foto der Belegschaftsversammlung im HASAG-Werk Leipzig. Das Bild stammt aus der Werkszeitung "Unsere Hasag", Oktober 1940. Bildrechte: MDR Pressefoto
Tägliche Darstellung Frontverlauf auf HASAG-Werksgelände in Leipzig; aus Werkszeitung „Unsere Hasag“, Oktober 1940.
Tägliche Darstellung des Frontverlauf auf einem HASAG-Werksgelände in Leipzig. Foto stammt aus der Werkszeitung "Unsere Hasag", Oktober 1940. Bildrechte: MDR Pressefoto
Das Orchester des Werkes Altenburg bei einem Auftritt; aus Werkszeitung „Unsere Hasag“, Oktober 1940
Das Orchester des Werkes Altenburg bei einem Auftritt. Bild stammt aus der Werkszeitung "Unsere Hasag", Oktober 1940. Bildrechte: MDR Pressefoto
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Wo heute zum Wohle von Mensch und Umwelt gearbeitet wird, mussten während des Zweiten Weltkriegs mehr als 10.000 Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge aus ganz Europa Munition herstellen.

Die Leipziger Hugo Schneider AG, ursprünglich eine Lampen und Metallwarenfabrik, steigt während der NS-Zeit zu einem der größten Rüstungskonzerne im Deutschen Reich auf. Die bekannteste Entwicklung der HASAG ist die Panzerfaust.

Die Zwangsarbeiter sind in großen Barackenlagern in unmittelbarer Nähe des Fabrikgeländes untergebracht. Darunter auch ein Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald. Weitere KZ-Außenlager gibt es auch an den anderen Produktionsstandorten der HASAG in Taucha, Altenburg, Meuselwitz, Schlieben, Colditz und Flößberg.

Doch das große Vergessen beginnt schon in den 1950er-Jahren. Nach der Besetzung Mitteldeutschlands sprengen die Sowjets viele der Produktionsanlagen. Einer strafrechtlichen Verfolgung können sich die leitenden Mitarbeiter entziehen. Zu Ihnen gehören auch Wilhelm Renner, der Vater von Hannelore Kohl und Edmund Heckler, der nach Kriegsende in Bayern eine eigene Waffenfirma aufbaut.

Seit einigen Jahren gehen in Leipzig, Altenburg oder dem polnischen Skarzysko-Kamienna lokale Geschichtsforscher und junge Historiker auf Spurensuche. Sie wollen die Schauplätze einer mörderischen Kriegsmaschine wieder sichtbar machen. Der Film aus der Reihe "Der Osten - Entdecke wo du lebst" begleitet Geschichtsdetektive aus Leipzig und Altenburg auf ihrer ungewöhnlichen Entdeckungsreise.