So 11.04. 2021 23:35Uhr 125:00 min

Sternstunden - 60 Jahre Mensch im All Kosmonaut Nummer 1: Juri Gagarin - Triumph und Tragödie

Film von Martin Hübner

Komplette Sendung

Kosmonaut 124 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
MDR FERNSEHEN So, 11.04.2021 23:35 01:40

Bildergalerie: Juri Gagarin

Bildergalerie: Juri Gagarin

Gagarin vor seinem historischen Flug im April 1961.
12. April 1961. Gegen 9.00 Uhr Moskauer Zeit soll das Wostok-1-Raumschiff in Baikonur auf die große Reise geschickt werden. In der Spitze des dröhnenden Ungetüms sitzt der 27-jährige Juri Gagarin - eingezwängt in einer winzigen Metall-Kapsel. Es ist das erste Mal in der Geschichte, dass ein Mensch ins All geschossen wird. Ein uralter Menschheitstraum könnte wahr werden. Aber noch weiß niemand, wie die Sache ausgehen wird. Die Überlebenschancen von Gagarin liegen - rein statistisch betrachtet - bei 47 Prozent. Doch davon weiß der junge Mann nichts. Ebenso wenig wie die Öffentlichkeit - das Vorhaben und der Name Gagarin sind noch völlig unbekannt. Doch das wird sich schlagartig ändern.  Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Gagarin vor seinem historischen Flug im April 1961.
12. April 1961. Gegen 9.00 Uhr Moskauer Zeit soll das Wostok-1-Raumschiff in Baikonur auf die große Reise geschickt werden. In der Spitze des dröhnenden Ungetüms sitzt der 27-jährige Juri Gagarin - eingezwängt in einer winzigen Metall-Kapsel. Es ist das erste Mal in der Geschichte, dass ein Mensch ins All geschossen wird. Ein uralter Menschheitstraum könnte wahr werden. Aber noch weiß niemand, wie die Sache ausgehen wird. Die Überlebenschancen von Gagarin liegen - rein statistisch betrachtet - bei 47 Prozent. Doch davon weiß der junge Mann nichts. Ebenso wenig wie die Öffentlichkeit - das Vorhaben und der Name Gagarin sind noch völlig unbekannt. Doch das wird sich schlagartig ändern.  Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Der erste Mensch im Kosmos. Nach seinem historischen Flug vom 12. April 1961 avanciert er zum ersten wahren Pop-Star der Sowjets. Der neue Held bereist fast den ganzen Erdball, nachdem er ihn als erster umrundet hatte und erweist sich als PR-Volltreffer der Sowjets.
Die Öffentlichkeit erfährt kurz nach dem Start von der neuen Großtat der Sowjets. Es ist ein fulminanter Erfolg. Radio Moskau funkt den Namen des Sowjet-Bürgers Juri Gagarin in alle Welt. Was hinter den Kulissen los ist, mit welchen Schwierigkeiten Gagarin und die Konstrukteure kämpfen, bleibt verborgen. Die wichtigste Botschaft ist: Der erste Mensch im All ist ein Sowjetbürger! Nach dem Flug des ersten sowjetischen Satelliten ein paar Jahre zuvor ist das der nächste wichtige Meilenstein im kosmischen Wettkampf gegen die USA. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Gagarin - der neue Medien-Star im Blitzlichtgewitter mit Starschauspielerin Gina Lollobrigida.
Nach dem historischen Flug am 12. April 1961 avanciert Gagarin zum ersten wahren Pop-Star der Sowjets. Der neue Held bereist fast den ganzen Erdball, nachdem er ihn als erster umrundet hatte. Er erweist sich als PR-Volltreffer - die Sowjet-Medien präsentieren ihn als einen makellosen Helden, als Kommunisten ohne Fehl und Tadel. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Kein anderer Sowjet-Bürger ist weltweit mit Orden und Ehrenzeichen so überhäuft worden wie Juri Gagarin. Wenn er alle Orden hätte anlegen wollen, hätte er mehrere Uniformen benötigt.
Juri Gagarin steigt nicht nur zum ersten Pop-Star innerhalb der Sowjetunion auf - der "Kosmonaut Nr.1" wird zu einem Welt-Star. Sein historischer Flug dauerte 108 Minuten, sein Triumphzug um die Erde zieht sich über Monate und Jahre hin. Kein anderer Sowjet-Bürger ist weltweit mit Orden und Ehrenzeichen so überhäuft worden wie Juri Gagarin. Wenn er alle Orden hätte anlegen wollen, hätte er mehrere Uniformen benötigt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Gagarin mit seiner Familie: Frau Walentina und seine zwei Töchter, kurz vor seinem tragischen Tod.
Gagarin und seine Frau, die Medizinerin Walentina Gagarina, hatten zwei Töchter. Das Foto zeigt die Familie kurz vor Gagarins tragischem Tod am 27. März 1968. Er verunglückte unter ungeklärten Umständen bei einem Übungsflug mit einer MiG-15UTI und starb beim Absturz. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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„Juri, du brauchst dir keine Sorgen zu machen. Wir geben dir alles mit, was du brauchst: Verpflegung, Sauerstoff und eine Pistole…“ Mit diesen Worten versucht der sowjetische Chefkonstrukteur Koroljow den jungen Juri Gagarin kurz vor seinem historischen Kosmos-Flug zu beruhigen. Es ist der 12. April 1961. Ein Schicksalstag für den 27jährigen Bauernsohn.

Es ist das erste Mal in der Geschichte, dass ein bemanntes Raumschiff ins All geschossen wird. Ein uralter Menschheitstraum könnte wahr werden. Aber noch weiß niemand, wie die Sache ausgehen wird. Mediziner befürchten, der Mensch könne im Zustand der Schwerelosigkeit und angesichts der Unendlichkeit des Universums den Verstand verlieren. Das Herz könnte aufhören zu schlagen. Auf jeden Fall ist es ein Himmelfahrtskommando, das Gagarin weltberühmt und unsterblich machen kann - oder ihn das Leben kosten wird.

Die Überlebenschancen von Gagarin liegen - rein statistisch betrachtet - bei 47 Prozent. Keine besonders gute Zahl. Doch davon weiß der junge Himmelsstürmer nichts. Ebenso wenig wie die Öffentlichkeit. Die erfährt erst kurz nach dem Start von der neuen Großtat der Sowjets. Es ist ein fulminanter Erfolg. Radio Moskau funkt den Namen des Sowjet-Bürgers Juri Gagarin in alle Welt. Was hinter den Kulissen los ist, mit welchen Schwierigkeiten Gagarin und die Konstrukteure kämpfen, bleibt verborgen.

Die wichtigste Botschaft ist: der erste Mensch im All ist ein Sowjetbürger! Nach dem Flug des ersten sowjetischen Satelliten ein paar Jahre zuvor ist das der nächste wichtige Meilenstein im kosmischen Wettkampf mit den USA.

Juri Gagarin steigt deshalb nicht nur zum ersten Pop-Star innerhalb der Sowjetunion auf, "Kosmonaut Nr.1" wird zu einem Welt-Star. Sein historischer Flug dauerte 108 Minuten, sein Triumphzug um die Erde zieht sich über Monate und Jahre hin. Gagarin erweist sich als PR-Volltreffer. Die Sowjet-Medien präsentieren ihn als einen makellosen Helden, als Kommunisten ohne Fehl und Tadel. Bis zuletzt, bis zu seinem tödlichen Flugzeug-Crash im Jahre 1968 ändert sich nichts an diesem Gagarin-Bild.

Mit "Kosmonaut Nr. 1" blickt der Autor Martin Hübner nun hinter die Kulissen der Helden-Inszenierung. Im Focus dabei der "wahre Gagarin", vor und nach seinem historischen Flug. Interviews mit Weggefährten geben erstaunliche Einblicke in die Lebensumstände des Kosmonauten Nr. 1. Seine Zweifel und Ängste, seine Eskapaden und schließlich sein geheimnisumwitterter Tod, der bis heute nicht lückenlos aufgeklärt ist und nach wie vor Raum für wilde Spekulationen und Gerüchte aller Art bietet.

„Kosmonaut Nr. 1“- Ein facettenreicher Rückblick in fünf Kapiteln, zurück in die aufregendsten Jahre der Sowjet-Raumfahrt mitten im Kalten Krieg.

Eine Geschichte voller Superlative und Helden, aber auch voller Pannen und Irrtümer. Mit der Rekonstruktion der kosmischen Biografie Gagarins erscheint auch die gesamte Sturm und Drang Phase der "Roten Raumfahrt" in einem neuen Licht. Das Ringen um die Vorherrschaft im Space Race mit den USA und das Ringen um den Kosmos, "im Himmel und auf Erden".

Dabei kann die 125mintüge Dokumentation auf exklusives Archivmaterial und herausragende Protagonisten setzen. Auf Interviews mit Kosmonauten, Konstrukteuren, Wissenschaftlern, Politikern, Journalisten, Angehörigen, die in den letzten 20 Jahre entstanden sind. Ein einmaliges, imposantes Spektrum hochkarätiger Zeitzeugen, allesamt unmittelbar Beteiligte, die aus dem eigene Erleben und Erleiden Auskunft geben, über eine Zeit voller Arbeit, Anspannung und auch Entbehrungen, eine Zeit, die für die meisten von ihnen noch immer die schönste Zeit ihres ganzen Lebens gewesen ist.

Was hat die Menschen seinerzeit angetrieben und beseelt? War es das Geld, die Prämien, die Orden und kleine Privilegien oder die kommunistische Weltanschauung?

Eine Geschichte über Menschen und Maschinen, die so noch nicht erzählt wurde. Eine Geschichte, die bis in die Gegenwart hineinreicht.

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