Di 20.04. 2021 22:15Uhr (VPS 22:10) 43:43 min

Roland Woetzel, Sekretär für Wissenschaft und Erziehung der SED-Bezirksleitung Leipzig
Roland Woetzel, Sekretär für Wissenschaft und Erziehung der SED-Bezirksleitung Leipzig Bildrechte: MDR/Hoferichter & Jacobs
MDR FERNSEHEN Di, 20.04.2021 22:15 23:00
MDR FERNSEHEN Di, 20.04.2021 22:15 23:00

Was wurde aus der SED?

Was wurde aus der SED?

Film von Jan N. Lorenzen

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Bilder zur Sendung

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Parteiemblem
Der symbolträchige Handschlag von Wilhelm Pieck (KPD) und Otto Grotewohl (SPD) 1946 besiegelte den Zusammenschluss der beiden Parteien zur SED - und wurde so als Zeichen für Treue und Verbundenheit zum Emblem der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands. Bildrechte: MDR/Hoferichter & Jacobs
Parteiemblem
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Ellen Brombacher, Sprecherin der KPF Kommunistische Plattform
Ellen Brombacher war bis 1990 als SED-Politikerin Abgeordnete der Volkskammer. Heute ist sie Mitglied des Bundessprecherrats der Kommunistischen Plattform in der Partei Die Linke. Bildrechte: MDR/Hoferichter & Jacobs
Dynamo Sporthalle Hohenschönhausen, Sonderparteitag 1989 SED
In der Dynamo Sporthalle Hohenschönhausen fand 1989 der Sonderparteitag der SED statt, bei dem unter anderem Gregor Gysi zum neuen Parteivorsitzenden gewählt wurde. Bildrechte: MDR/Hoferichter & Jacobs
Roland Woetzel, Sekretär für Wissenschaft und Erziehung der SED-Bezirksleitung Leipzig
Roland Woetzel war Sekretär für Wissenschaft und Erziehung der SED-Bezirksleitung Leipzig. Er ist einer der "Leipziger Sechs", deren Aufruf dazu beitrug, dass die Leipziger Montagsdemonstration erstmals nicht durch den Staat bekämpft wurde. Bildrechte: MDR/Hoferichter & Jacobs
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"SED – das tut weh" riefen die Menschen 1989 auf den Leipziger Montagsdemonstrationen. Sie hatten genug von Misswirtschaft, von Bespitzelungen der Stasi, von Umweltverschmutzung und dem Verfall der Städte. Sie hatten genug von der "Partei der Arbeiterklasse", die für all die Missstände und Repressionen verantwortlich war. So wie der Staat, den die SED diktatorisch regiert hatte, würde sie verschwinden, das prophezeiten ihr fast alle Beobachter: In freien Wahlen hätte sie keine Chance!

Doch es kam anders: Schon bei den Wahlen im März 1990 erhielt die Partei fast 17 Prozent der Stimmen. Ein halbes Jahr später, im Dezember 1990 zog sie im wiedervereinten Deutschland in den Bundestag ein. Heute ist ihre Nachfogepartei eine etablierte politische Partei. Wie ist das passiert?

Für den Film "Was wurde aus der SED?" hat der Autor Jan N. Lorenzen mit vielen Zeitzeugen gesprochen, u.a. mit Norbert Voigtsberger, der 1989 auf dem außerordentlichen Parteitag der SED die Auflösung der Partei forderte, mit Dietmar Bartsch, der als Schatzmeister der PDS in den Jahren 1991 bis 1994 zum finanziellen Überleben der Partei beigetragen hat und mit Dietmar Keller, der sich 1994 im Deutschen Bundestag bei den Opfern der SED-Diktatur entschuldigte.

Immer geht es dabei um die Fragen: Wie viel der alten SED steckt noch immer in der heutigen Nachfolgepartei? Wie hat die PDS den Sprung in eine pluralistische Parteiendemokratie geschafft? Und: wieso ist sie nicht einfach verschwunden – für immer abgewählt aufgrund ihrer Vergangenheit? Die Antworten sind verblüffend – und provozierend. Auch wenn viele Mitglieder die eigene Vergangenheit und die DDR insgesamt verharmlosen, hat die Partei insgesamt doch eine erstaunliche Metamorphose durchgemacht: Von der monolithischen Kaderpartei hat sie sich in eine linke Sammlungsbewegung verwandelt. Und sie hat damit, stellt Prof. Manfred Wilke vom Forschungsverbund SED-Staat fest, auch eine Integrationsleistung vollbracht, in dem sie viele, die an ihrer DDR hingen, an die bundesdeutsche Gesellschaft gebunden hat.

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