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Fr, 14.05. 02:45 Uhr 75:25 min

75 Jahre DEFA

Hände hoch oder ich schieße

Spielfilm, DDR 1965/1966

Leutnant Holms langweilt sich. Weil es in seiner sozialistischen Kleinstadt Wolkenheim keine Kriminalität gibt, wird er immer schwermütiger. Das kann sein Freund und Ex-Ganove Pinkas nicht mehr mit ansehen. Er organisiert den Raub des Denkmals vom Fürsten Nepomuk vom Rathausplatz. So beginnt eine turbulente Verfolgungsjagd.

Bildergalerie: Hände hoch oder ich schieße

Leutnant Holms (Rolf Herricht, Bild) langweilt sich furchtbar im DDR-Provinzstädtchen Wolkenheim - hier gibt es für seinen Geschmack viel zu wenig Kriminalität und damit wenig für ihn zu tun. So kann er nur in seinen Träumen auf Verbrecherjagd gehen und sich wie Sherlock Holmes fühlen. Bildrechte: MDR/DEFA-Stiftung/Jörg Erkens
Holms Freund Pinkas (Zdenek Štepánek), ein eigentlich längst ehrlich gewordener Alt-Ganove, der als untadeliger Portier des HO-Hotels arbeitet, spürt, wie Holms unter seiner Untätigkeit leidet. Also beschließt er, ihm endlich den Fall seines Lebens zu verschaffen und lädt Gaunerfreunde aus alten Tagen ein, die mit ihm gemeinsam das Denkmal des Fürsten Nepomuk vom städtischen Marktplatz klauen. Doch der Plan läuft aus dem Ruder - das feudale Monument loszuwerden, ist schwerer als gedacht. Das erfährt auch Pinkas Gaunerkollege Heuschnupf "das Ass" (Herbert Köfer, I.), als er versucht, es an den Leipziger Antiquar (Hans-Joachim Preil) zu verkaufen. Bildrechte: MDR/DEFA-Stiftung/Jörg Erkens
Indes heftet Holms sich an die Fersen der Ganoven. Voller Elan jagt er der Bande hinterher, prügelt sich mit den vermeintlichen Entführern der Statur in einer Künstlergemeinschaft und wird sogar selbst festgenommen. Bildrechte: MDR/DEFA-Stiftung/Jörg Erkens
Wird Holms es schaffen, Nepomuk zurück nach Wolkenheim zu bringen, und sich dazu endlich überwinden, seinen Schwarm Lucie (Evelyn Cron) um eine Verabredung zu bitten? Bildrechte: MDR/DEFA-Stiftung/Jörg Erkens


Leutnant Holms (Rolf Herricht) wollte schon immer Kriminalist werden, doch nun langweilt er sich wegen mangelnder Kriminalität im DDR-Provinzstädtchen Wolkenheim. Seine Hauptaufgabe ist es, Vergehen oder Verbrechen zu verhindern, bevor sie überhaupt geschehen können. So träumt er sich, manchmal mit offenen Augen, manchmal im Schlaf, weit weg: zum Beispiel in die Londoner Unterwelt, wo er im Auftrag des Scotland Yard den Einbruch in die Bank von England aufklärt ...

Holms leidet sehr unter seiner von außen aufgezwungenen Untätigkeit. Sein Freund Pinkas (Zdenek Štepánek), ein längst ehrlich gewordener Alt-Ganove, der als untadeliger Portier des HO-Hotels arbeitet, muss mit ansehen, wie der arbeitslose Holms sogar zum Psychiater Dr. med. Irrwitz (Gerd E. Schäfer) läuft, um seine Depressionen loszuwerden. Da beschließt er, ihm zu helfen und ihm endlich den Fall seines Lebens zu verschaffen. Er lädt Gaunerfreunde aus alten Tagen ein, die mit ihm gemeinsam das Denkmal des Fürsten Nepomuk vom städtischen Marktplatz klauen und bis nach Leipzig entführen.

Während die Gaunerbande verzweifelt versucht, das feudale Monument wieder loszuwerden, jagt Holms ihr hinterher, prügelt sich mit den vermeintlichen Entführern in einer Künstlergemeinschaft, wird festgenommen und wieder auf freien Fuß gesetzt. Schließlich findet Nepomuk nach Wolkenheim zurück; der Bürgermeister (Manfred Uhlig) lässt die Anzeige gegen die Alt-Ganoven fallen, weil Wolkenheim sonst die Wettbewerbswanderfahne um die schönste Stadt verloren hätte. Holms ist endlich von seinen Depressionen befreit. Nun kann er sich um die schon lange angebetete Lucie (Evelyn Cron) kümmern, die nur darauf wartet, von ihm angesprochen zu werden.


Die Gangsterkomödie "Hände hoch oder ich schieße" entstand 1965/66 und wurde trotz zahlreicher Änderungen und Schnitte aber im September 1966 verboten, weil sie eine "versteckt ironische Haltung zu unserer Wirklichkeit" (Protokoll) einnehme und den Eindruck erwecke, dass die Sicherheitsorgane der DDR überflüssig seien. So kam der in Leipzig, Altenburg und Naumburg gedrehte Film erst 2009 in die Kinos. Komödienspezialist Rudi Strahl hatte die kleine Geschichte Rolf Herricht auf den Leib geschrieben, Hans-Joachim Kasprzik hat sie bis in die Nebenrollen mit der ersten Garde der DDR-Komiker jener Zeit inszeniert, u.a. Herbert Köfer, Eberhard Cohrs, Hans-Joachim Preil, Agnes Kraus, Manfred Uhlig und Gerd E. Schäfer.

Mitwirkende

Musik: Günter Hauk
Kamera: Lothar Gerber
Buch: Rudi Strahl, Hans-Joachim Kasprzik
Regie: Hans-Joachim Kasprzik

Darsteller

Leutnant Holms: Rolf Herricht
Pinkas: Zdenek Štepánek
Josef, Heuschnupf das Aas: Herbert Köfer
Jimmy: A. P. Hoffmann
Brechstange: Gerd Ehlers
Der sanfte Waldi: Walter Lendrich
Der Hinker: Axel Triebel
Lucie Nimmich: Evelyn Cron
Dr. med. Irrwitz, Psychiater: Gerd E. Schäfer
Major der Kriminalpolizei: Bruno Carstens
Bohrs, Fleischermeister: Eberhard Cohrs
Frau Schulze: Agnes Kraus
Bürgermeister von Wolkenheim: Manfred Uhlig
Kriminalist in Leipzig: Otto Stark
Elster-Paul, Antiquar: Hans-Joachim Preil
und andere

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    04360 Leipzig