Sa 15.05. 2021 00:15Uhr 87:00 min

Hennings Uropa (Horst Schulze) weigert sich standhaft, sein Heimatdorf zu verlassen.
Hennings Uropa (Horst Schulze) weigert sich standhaft, sein Heimatdorf zu verlassen. Bildrechte: MDR/DEFA-Stiftung/Rigo Dommel
MDR FERNSEHEN Sa, 15.05.2021 00:15 01:45

75 Jahre DEFA Abschiedsdisco

Abschiedsdisco

Spielfilm, DDR 1990

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Henning ist erst 15 Jahre alt, als seine Mitschülerin Silke, seine erste große Liebe, stirbt. Um in Ruhe zu trauern, will er zu seinem Uropa fahren, der im Dorf Wussina am Rande eines Braunkohlegebietes lebt. Dort wird der Junge Zeuge von Zerfall und Vernichtung. Bagger fressen sich in die Landschaft und zerstören auch den Ort selbst.

Bilder zum Film

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Immer wieder muss Henning (Holger Kubisch) an Silke (Dana Brauer) denken, seine erste große Liebe, die bei einem Umfall ums Leben gekommen ist.
Der 15-jährige Henning (Holger Kubisch) kann Silke (Dana Brauer) einfach nicht vergessen. Sie war seine erste große Liebe und kam bei einem Unfall ums Leben. Bildrechte: MDR/DEFA-Stiftung/Rigo Dommel
Immer wieder muss Henning (Holger Kubisch) an Silke (Dana Brauer) denken, seine erste große Liebe, die bei einem Umfall ums Leben gekommen ist.
Der 15-jährige Henning (Holger Kubisch) kann Silke (Dana Brauer) einfach nicht vergessen. Sie war seine erste große Liebe und kam bei einem Unfall ums Leben. Bildrechte: MDR/DEFA-Stiftung/Rigo Dommel
Der 15-jährige Henning (Holger Kubisch) erlebt, wie sich Bagger allmählich in die Landschaft fressen und Dörfer zerstören.
Niemand kann Henning in seiner Trauer trösten. Deshalb macht er sich auf den Weg ins Dorf seines Uropas. Der wohnt am Rande eines Tagebaugebietes. Schon bald soll hier alles platt gemacht werden. Bildrechte: MDR/DEFA-Stiftung/Rigo Dommel
Dixie (Susanne Saewert) möchte den trauernden Henning (Holger Kubisch) nicht allein lassen und folgt ihm auf dem Weg ins Dorf seines Uropas.
Dixie (Susanne Saewert), ein Mädchen aus Hennings Klasse, will den trauernden Henning nicht allein lassen und folgt ihm auf aus Land. Bildrechte: MDR/DEFA-Stiftung/Rigo Dommel
Hennings Uropa (Horst Schulze) weigert sich standhaft, sein Heimatdorf zu verlassen.
Der Dorf ist bereits so gut wie menschenleer, die Bewohner wurden umgesiedelt. Hennings Uropa (Horst Schulze) weigert sich eisern, sein Heimatdorf zu verlassen. Bildrechte: MDR/DEFA-Stiftung/Rigo Dommel
Vergeblich versucht Hennings Vater (Jaecki Schwarz, l.), den Uropa (Horst Schulze) vom Umzug in ein Altersheim zu überzeugen.
Auch Hennings Vater (Jaecki Schwarz, links) versucht vergeblich, den Uropa vom Umzug in ein Altersheim zu überzeugen. Bildrechte: MDR/DEFA-Stiftung
Gemeinsam mit Dixie (Susanne Saewert) wird Henning (Holger Kubisch) Zeuge, wie das einst idyllische Dorf Wussina der Zerstörung preisgegeben wird.
Henning und Dixie werden gemeinsam Zeuge, wie das einst idyllische Dorf Wussina der Zerstörung preisgegeben wird. Sie unterstützen Hennings Uropa bei seinem Kampf um seine geliebte Heimat. Bildrechte: MDR/DEFA-Stiftung/Rigo Dommel
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Henning (Holger Kubisch) muss den Tod seiner Mitschülerin Silke (Dana Brauer) verkraften, seiner ersten großen Liebe. Dem 15-Jährigen gelingt es kaum, über den Verlust hinwegzukommen. Weder Hennings Eltern (Jaecki Schwarz und Ellen Hellwig) noch Dixie (Susanne Saewert), ein Mädchen aus seiner Klasse, schaffen es, ihn zu trösten. So macht er sich mit dem Fahrrad zu seinem Uropa (Horst Schulze) auf, der allein im Dorf Wussina am Rande eines Braunkohlegebiets lebt.

Als der Junge dort ankommt, findet er das Dorf fast menschenleer vor. Dabei haben hier bis vor kurzem viele Leute gewohnt, haben ihre Schafe angepflockt und Kirschen gepflückt. Die Wohnung des Alten scheint noch bewohnt zu sein, doch ist von ihm nichts zu sehen. Allein erkundet er die verlassene Gegend und hat aufregende wie merkwürdige Begegnungen, so z.B. mit Magda (Daniela Hoffmann), die im Dorf den Discokeller betrieb, der kurz vor dem Abriss steht.

Henning wird Zeuge, wie der idyllische Ort dem Tagebau weichen muss und der Zerstörung preisgegeben wird. Bald taucht auch Hennings Vater auf, um den Urgroßvater zum Fortgehen und zum Umzug in ein Altersheim zu bewegen. Der alte Mann weigert sich standhaft, da sein Haus zwar in der Sperrzone liegt, jedoch nicht abgebaggert werden soll. Henning und Dixie stellen sich hinter ihn und beginnen, umherliegende Apfelstöckchen einzupflanzen, denn die Wurzeln können ein mögliches Abrutschen des Hangs verhindern.

Rolf Losanskys Filmprojekt um das Tabuthema Umweltzerstörung wurde jahrelang blockiert und konnte erst 1989 realisiert werden. Losansky, einer der bekanntesten Kinderfilmer bei der DEFA, hatte die gleichnamige Erzählung von Joachim Nowotny bereits 1983 verfilmen wollen, doch die ökologischen und sozialen Auswirkungen des Braunkohlentagebaus in der Lausitz durften in der DDR lange nicht thematisiert werden. Umso bemerkenswerter, dass Losansky dafür bekannte Schauspieler wie Jaecki Schwarz, Wolfgang Winkler und Horst Schulze gewinnen konnte. Im Rahmen der Reihe "DEFA 75" strahlt das MDR-Fernsehen diesen Film zum ersten Mal aus.
Mitwirkende
Kamera: Helmut Grewald, Hans-Jürgen Reinicke
Musik: Reinhard Lakomy
Buch: Rolf Losansky
Vorlage: Nach der gleichnamigen Erzählung von Joachim Nowotny
Regie: Rolf Losansky
Darsteller
Henning Handschuh: Holger Kubisch
Hennings Vater: Jaecki Schwarz
Hennings Mutter: Ellen Hellwig
Silke: Dana Brauer
Dixie: Susanne Saewert
Hennings Uropa: Horst Schulze
Alter Kauz: Fritz Marquardt
Magda: Daniela Hoffmann
Alte Frau: Annelise Matschulat
Zaunmann: Wolfgang Winkler
Der Bärtige: Gert-Hartmut Schreier
Karin: Viola Schweizer
und andere