Fr 28.05. 2021 00:10Uhr 29:32 min

Peter Borgelt als Hauptmann Fuchs.
Peter Borgelt als Hauptmann Fuchs. Bildrechte: MDR/rbb/DRA/Bildschirmrepro
MDR FERNSEHEN Fr, 28.05.2021 00:10 00:40

50 Jahre Polizeiruf 110 Peter Borgelt - Der ostdeutsche Kommissar Maigret

Peter Borgelt - Der ostdeutsche Kommissar Maigret

Film von Leonore Brandt

  • Stereo
  • 16:9 Format
  • HD-Qualität
  • VideoOnDemand

Polizeiruf 110 - Eine Auswahl der Ermittler

Polizeiruf 110 - Eine Auswahl der Ermittler

Jenny Gerlach (Wieslawa Niemyska), und Oberleutnant Peter Fuchs (Peter Borgelt)
Peter Borgelt war als korrekter, pflichtbewusster und väterlich wirkender "Genosse Hauptmann Peter Fuchs" von Anfang an dabei. 1991, 20 Jahre nach der ersten "Polizeiruf"- Folge, verließ "Hauptmann Fuchs" niedergeschlagen und mit schleppendem Gang sein Büro. Er weiß, dass er in der neuen Zeit nichts mehr zu suchen hat. Peter Borgelt, der auch am "Deutschen Theater" in Berlin beschäftigt war, starb 1994. (hier im Bild mit Wiesława Niemyska) Bildrechte: MDR/DRA
Jenny Gerlach (Wieslawa Niemyska), und Oberleutnant Peter Fuchs (Peter Borgelt)
Peter Borgelt war als korrekter, pflichtbewusster und väterlich wirkender "Genosse Hauptmann Peter Fuchs" von Anfang an dabei. 1991, 20 Jahre nach der ersten "Polizeiruf"- Folge, verließ "Hauptmann Fuchs" niedergeschlagen und mit schleppendem Gang sein Büro. Er weiß, dass er in der neuen Zeit nichts mehr zu suchen hat. Peter Borgelt, der auch am "Deutschen Theater" in Berlin beschäftigt war, starb 1994. (hier im Bild mit Wiesława Niemyska) Bildrechte: MDR/DRA
Sigrid Reusse Göhler als Leutnant Vera Arndt
Sigrid Göhler war die erste weibliche Kriminalistin im deutschen Fernsehen. Gemeinsam mit Peter Borgelt bildete sie 1971 das erste Ermittlerteam des "Polizeirufs". Als "Leutnant Vera Arndt" hatte sie bis 1983 insgesamt 46 Einsätze. Es war die Rolle ihres Lebens. Nach ihrer Verabschiedung aus dem "Polizeiruf" spielte sie noch einige Jahre in Schwedt und Senftenberg Theater und gab die Schauspielerei dann auf. Bildrechte: RBB/DRA/Bildschirmrepro
Günter Naumann, 1991
Günter Naumann hatte bereits mehrfach Täter im "Polizeiruf 110" gespielt, ehe er 1988 die Seiten wechselte und ins Ermittlerteam rückte. Gleich bei seinem ersten Einsatz als "Hauptmann Beck" musste er einen der spektakulärsten Fälle in der "Polizeiruf"-Geschichte lösen: den "Kreuzworträtselfall". Der Film beruhte auf einer wahren Begebenheit. Naumanns "Hauptmann Beck" überstand die Wende und wurde erst 1995 pensioniert. Bildrechte: dpa
Kommissar Grawe (Andreas Schmidt-Schaller).
Lederjacke und Jeans – Andreas Schmidt-Schaller galt als der "Schimanski des Ostens". Von 1986 an verkörperte er den einigermaßen unkonventionellen "Leutnant Grawe" im "Polizeiruf 110". Nach seinem Ausstieg 1995 wollte er nie wieder einen Kommissar spielen. Dann ließ er sich aber doch überreden – seit 2001 ermittelt er bei der "Soko Leipzig" im ZDF. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Der Schauspieler Horst Krause, aufgenommen 1998 während Dreharbeiten zur Krimireihe «Polizeiruf 110»
Der Schauspieler Horst Krause musste sich in seiner Rolle als "Polizeiruf"-Hauptmeister gar nicht erst an einen neuen Namen gewöhnen. Er heißt: Horst Krause. Seit 1998 ("Das Wunder von Wustermark") ermittelt der gewitzte und bauernschlaue Krause im Brandenburgischen - in viel zu enger Uniform, mit einem komischen Helm auf dem Kopf und an seiner Seite stets ein Hund mit Namen Mücke. Bildrechte: dpa
Wolfgang Winkler und Jaecki Schwarz
"Wir haben schon viel von uns in die Rollen rein gebracht", sagt Jaecki Schwarz (rechts), von 1997 bis 2012 Hauptkommissar Herbert Schmücke im MDR-"Polizeiruf". Schmücke ist weltgewandt und geht gern gut essen. Sein Kollege, Hauptkommissar Herbert Schneider, gespielt von Wolfgang Winkler (links), ist hingegen ein bodenständiger Typ von liebenswürdiger Kauzigkeit. "Mir kommt das sehr entgegen", sagte der 2019 in Berlin verstorbene Winkler einmal, "ich muss mich da nicht verbiegen." Bildrechte: MDR/Martin Jehnichen
Claudia Michelsen und Sylvester Groth
Das neue MDR-Ermittlerteam im "Polizeiruf 110" klärt in Magdeburg Verbrechen auf. Claudia Michelsen und Sylvester Groth (bis 2015) spielen die Hauptkommissare Doreen Brasch und Dirk Köhler. Bildrechte: MDR/Marco Prosch
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Peter Borgelt war einer der bekanntesten DDR-Fernsehstars. Seine Popularität verdankte er vor allem den fast hundert Einsätzen als Hauptmann Fuchs im "Polizeiruf 110". Die beliebte Fernsehserie wurde 1971 als Konkurrenz zum "Tatort" gestartet, weil Erich Honecker befand, dass DDR-Fernsehen müsse spannender werden. 20 Jahre hat Peter Borgelt den schlauen Fuchs gespielt. Dank seiner überlegten und ruhigen Art, gepaart mit leiser, sonorer Stimme, bezeichnete die Kritik seinen Kommissar schon mal als "ostdeutschen Maigret" und verglich ihn mit Jean Gabin.

Als Peter Borgelt 1992 seine Karriere im neuen Deutschland als Hauptkommissar beendet, hat er Fernsehgeschichte geschrieben. Der Krimi-Ruhm lässt fast vergessen, dass Peter Borgelts große Liebe dem Theater gehörte. Bis zu seinem Tod stand er als Charakterdarsteller auch auf den Bühnen des Landes. Seine ersten Engagements hatte er in Burgstädt, Halberstadt, Magdeburg und Leipzig. 1967 dann der ganz große Durchbruch: das Deutsche Theater in Berlin. Fast drei Jahrzehnte gehörte er dem Ensemble dieses Theaters von Weltrang an.

Als der Mann der leisen Töne 1994 starb, hinterließ er ein Lebenswerk: über 100 Fernseh- und Kinofilme, ungezählte Theaterrollen, aber auch Auftritte u.a. in Unterhaltungssendungen wie "Klock 8, achtern Strom" und "Kessel Buntes", in denen er das Publikum mit seinem unerwartet komischen Talent begeisterte.

Neben der Würdigung eines Lebenswerkes versucht der Film, in Gesprächen mit Weggefährten und Angehörigen auch dem Kollegen, dem Freund und Privatmann Borgelt näher zu kommen.

50 Jahre Polizeiruf 110