Fr 28.05. 2021 01:10Uhr 29:38 min

Oberleutnant Hübner (Jürgen Frohriep).
Oberleutnant Hübner (Jürgen Frohriep). Bildrechte: mdr/rbb/Deutsches Rundfunkarchiv/Hans-Ulrich Roßberg
MDR FERNSEHEN Fr, 28.05.2021 01:10 01:40

50 Jahre Polizeiruf 110 Der Schauspieler Jürgen Frohriep

Der Schauspieler Jürgen Frohriep

Zwischen Höhenflügen und Abgründen

Film von Kathrin Heim

  • Stereo
  • 16:9 Format
  • HD-Qualität
  • VideoOnDemand

Polizeiruf 110 - Eine Auswahl der Ermittler

Polizeiruf 110 - Eine Auswahl der Ermittler

Jenny Gerlach (Wieslawa Niemyska), und Oberleutnant Peter Fuchs (Peter Borgelt)
Peter Borgelt war als korrekter, pflichtbewusster und väterlich wirkender "Genosse Hauptmann Peter Fuchs" von Anfang an dabei. 1991, 20 Jahre nach der ersten "Polizeiruf"- Folge, verließ "Hauptmann Fuchs" niedergeschlagen und mit schleppendem Gang sein Büro. Er weiß, dass er in der neuen Zeit nichts mehr zu suchen hat. Peter Borgelt, der auch am "Deutschen Theater" in Berlin beschäftigt war, starb 1994. (hier im Bild mit Wiesława Niemyska) Bildrechte: MDR/DRA
Jenny Gerlach (Wieslawa Niemyska), und Oberleutnant Peter Fuchs (Peter Borgelt)
Peter Borgelt war als korrekter, pflichtbewusster und väterlich wirkender "Genosse Hauptmann Peter Fuchs" von Anfang an dabei. 1991, 20 Jahre nach der ersten "Polizeiruf"- Folge, verließ "Hauptmann Fuchs" niedergeschlagen und mit schleppendem Gang sein Büro. Er weiß, dass er in der neuen Zeit nichts mehr zu suchen hat. Peter Borgelt, der auch am "Deutschen Theater" in Berlin beschäftigt war, starb 1994. (hier im Bild mit Wiesława Niemyska) Bildrechte: MDR/DRA
Sigrid Reusse Göhler als Leutnant Vera Arndt
Sigrid Göhler war die erste weibliche Kriminalistin im deutschen Fernsehen. Gemeinsam mit Peter Borgelt bildete sie 1971 das erste Ermittlerteam des "Polizeirufs". Als "Leutnant Vera Arndt" hatte sie bis 1983 insgesamt 46 Einsätze. Es war die Rolle ihres Lebens. Nach ihrer Verabschiedung aus dem "Polizeiruf" spielte sie noch einige Jahre in Schwedt und Senftenberg Theater und gab die Schauspielerei dann auf. Bildrechte: RBB/DRA/Bildschirmrepro
Günter Naumann, 1991
Günter Naumann hatte bereits mehrfach Täter im "Polizeiruf 110" gespielt, ehe er 1988 die Seiten wechselte und ins Ermittlerteam rückte. Gleich bei seinem ersten Einsatz als "Hauptmann Beck" musste er einen der spektakulärsten Fälle in der "Polizeiruf"-Geschichte lösen: den "Kreuzworträtselfall". Der Film beruhte auf einer wahren Begebenheit. Naumanns "Hauptmann Beck" überstand die Wende und wurde erst 1995 pensioniert. Bildrechte: dpa
Kommissar Grawe (Andreas Schmidt-Schaller).
Lederjacke und Jeans – Andreas Schmidt-Schaller galt als der "Schimanski des Ostens". Von 1986 an verkörperte er den einigermaßen unkonventionellen "Leutnant Grawe" im "Polizeiruf 110". Nach seinem Ausstieg 1995 wollte er nie wieder einen Kommissar spielen. Dann ließ er sich aber doch überreden – seit 2001 ermittelt er bei der "Soko Leipzig" im ZDF. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Der Schauspieler Horst Krause, aufgenommen 1998 während Dreharbeiten zur Krimireihe «Polizeiruf 110»
Der Schauspieler Horst Krause musste sich in seiner Rolle als "Polizeiruf"-Hauptmeister gar nicht erst an einen neuen Namen gewöhnen. Er heißt: Horst Krause. Seit 1998 ("Das Wunder von Wustermark") ermittelt der gewitzte und bauernschlaue Krause im Brandenburgischen - in viel zu enger Uniform, mit einem komischen Helm auf dem Kopf und an seiner Seite stets ein Hund mit Namen Mücke. Bildrechte: dpa
Wolfgang Winkler und Jaecki Schwarz
"Wir haben schon viel von uns in die Rollen rein gebracht", sagt Jaecki Schwarz (rechts), von 1997 bis 2012 Hauptkommissar Herbert Schmücke im MDR-"Polizeiruf". Schmücke ist weltgewandt und geht gern gut essen. Sein Kollege, Hauptkommissar Herbert Schneider, gespielt von Wolfgang Winkler (links), ist hingegen ein bodenständiger Typ von liebenswürdiger Kauzigkeit. "Mir kommt das sehr entgegen", sagte der 2019 in Berlin verstorbene Winkler einmal, "ich muss mich da nicht verbiegen." Bildrechte: MDR/Martin Jehnichen
Claudia Michelsen und Sylvester Groth
Das neue MDR-Ermittlerteam im "Polizeiruf 110" klärt in Magdeburg Verbrechen auf. Claudia Michelsen und Sylvester Groth (bis 2015) spielen die Hauptkommissare Doreen Brasch und Dirk Köhler. Bildrechte: MDR/Marco Prosch
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Jürgen Frohriep gehörte über Jahrzehnte zu den markanten Gesichtern und Stimmen in der Fernsehlandschaft der DDR. Spätestens in seiner Rolle als "Polizeiruf"-Kommissar Oberleutnant Hübner wurde er Millionen Fernsehzuschauern ein Begriff: kantige Züge, unverkennbare Stimme, Verführerblick. Dabei hat der gebürtige Rostocker nie eine Schauspielschule von innen gesehen. Seine Karriere begann er als Laiendarsteller in FDJ-Schauspieltruppen. Mit der Hauptrolle im DEFA-Film "Sterne" unter der Regie von Konrad Wolf im Jahr 1959 gelang ihm der Durchbruch.

Es folgten mehrere Rollen in DEFA-Filmen, u. a. spielte er den Rennfahrer Manfred von Brauchitsch. 1962 überzeugte er als Antonio Morena in dem TV-Mehrteiler "Das grüne Ungeheuer". Zu seinen Paraderollen gehörte auch der Leutnant Fitz in der TV-Produktion "Wolf unter Wölfen". Im DEFA-Kultfilm "Die Legende von Paul und Paula" spielt er in einer Nebenrolle mit und auch in zahlreichen DEFA-Indianerfilmen war er zu sehen.

Seit 1973 spielte Jürgen Frohriep im DFF den Oberleutnant Hübner im "Polizeiruf 110". Am Anfang stand er noch im Schatten von Peter Borgelt, alias Hauptmann Fuchs. Aber im Laufe der Zeit gelang es ihm, seiner Rolle mehr und mehr Profil zu verleihen. Über 60 Mal verkörperte er bis 1991 den charismatischen Ermittler.

Nach der Wende blieben die Rollenangebote aus. Frohriep hatte zunehmend Alkoholprobleme, unter denen auch seine zweite Ehe mit der Schauspielerin Kati Székeli litt. Sie waren bereits getrennt, als die ARD ihn noch einmal für seine Paraderolle engagierte, nun als Oberkommissar Hübner. Noch vor der Ausstrahlung dieser "Polizeiruf"-Folge starb Frohriep im Juli 1993 vereinsamt in seinem Berliner Haus.

Jürgen Frohriep wird mehreren Generationen als "Polizeiruf"-Kommissar in Erinnerung bleiben.

50 Jahre Polizeiruf 110