Do 10.06. 2021 22:10Uhr 29:30 min

artour

Das Kulturmagazin des MDR

Komplette Sendung

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MDR FERNSEHEN Do, 10.06.2021 22:10 22:40

Beiträge aus der Sendung

Spielszene des Puppentheaters Halle - Die Schule der Frauen 3 min
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* Nachruf auf Libuše Šafránková
Der Film „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ war 1973 der Beginn ihrer Schauspielkarriere. 19 Jahre alt war Libuše Šafránková bei den Dreharbeiten. Der Film wurde weltbekannt und ein Weihnachtsklassiker, Libuše Šafránková war in weiteren Märchenfilmen wie „Die kleine Meerjungfrau“ oder „Der Prinz und der Abendstern“ zu sehen. Doch sie war nicht auf die Märchen festgelegt, spielte später am Theater und in Fernsehfilmen auch viele Charakterrollen. So beispielsweise 1996 in dem Film „Kolya“ von Jan Svěrák, in dem sie eine Sängerin verkörpert, die gemeinsam mit dem Cellisten, der Hauptfigur des Films, bei Beerdigungen musiziert. Der Film erhielt 1997 den Oscar für den besten ausländischen Film, Libuše Šafránková bekam für ihre Rolle den Böhmischen Löwen. Noch bis 2020 war sie in einer tschechischen TV-Serie zu sehen. Am 9. Juni 2021 ist sie mit 68 Jahren gestorben.

* Verfilmung einer wahren Geschichte: „Der Mauretanier“
14 Jahre unschuldig in Guantanamo: Der Film "Der Mauretanier" erzählt den mitreißenden Kampf der Menschenrechtsanwältin Nancy Hollander, die für die Freiheit eines vermeintlichen Terroristen kämpft. Jodie Foster verkörpert im Film „Der Mauretanier“ die mutige Anwältin und wurde dafür mit dem Golden Globe ausgezeichnet . Im „artour“-Beitrag berichtet sie, warum dieser Kampf immer noch so wichtig ist. Neben ihr kommen auch die echte Nancy Hollander und der reale Mohammedu Slahi zu Wort, der als vermeintlicher Drahtzieher des 11. Septembers inhaftiert, aber nie unter Anklage gestellt wurde. Ein packender Film, der die Sommer-Berlinale eröffnet und am 10.6. in die Kinos kommt.
Autor: Norbert Kron

* „Tasso im Irrenhaus“
Der Schriftsteller Ingo Schulze hat ein neues Buch vorgelegt: „Tasso im Irrenhaus“. Es vereint auf 160 Seiten drei Erzählungen, die modellhaft um die Künstler-Existenz kreisen. Der Autor Schulze erfindet Figuren, die Selbstzweifel haben, die mit Anpassung und Konformität ringen, die sich den Sinn ihrer Arbeit erklären wollen. Einer von ihnen ist ein früherer Dissident, der große Schwierigkeiten hat, sich im Westen zurechtzufinden. Eine kuriose Gesellschaft trifft sich am Hospizbett des Malers Johannes Grützke und redet über Kunst, das Malen und die Zukunft. Und ein Auftrag, über das Bild "Tasso im Irrenhaus" von Eugène Delacroix zu schreiben, führt zur Reflexion über die Wahrhaftigkeit eines Autors.
Autor: Meinhard Michael

* Dennis Russell Davies - der „Neue" in Leipzig am Pult eines der ältesten Radiosinfonieorchester
Ende September 2020 gab der neue Chefdirigent des MDR Sinfonieorchesters seinen Einstand. Seitdem stand Dennis Russell Davies schon oft vor den Musikern am Pult - aber selten vor Publikum. Und nun liegt eine besondere Herausforderung vor ihm: Die Eröffnung des MDR Musiksommers an einem Ort, in einer Stadt, die von klassischer Musik auf den ersten Blick weit entfernt scheint: Hoyerswerda - unter freiem Himmel in der ehemaligen Brikettfabrik „Knappenrode".
Wie dieses Konzert beim Publikum ankommen wird, wie viele Menschen überhaupt diese Gelegenheit nutzen werden, um einen Abend voll Musik zu erleben, kann noch keiner sagen.
Doch Dennis Russell Davies weiß aus langjähriger Erfahrung, was es bedeutet, Menschen Musik - gespielt von einem großen Orchester - nahezubringen.
Ein Kurzporträt über einen Amerikaner in Leipzig zur Eröffnung des mdr-Musiksommers und als Ankündigung für die Sendung „Lebensläufe“ am 17.6.21, 23.10 Uhr.
Autorin: Heike Bittner

Kulturkalender
* "Hundertwasser: Schönheit ist ein Allheilmittel" - Ausstellung im Kunsthaus Avantgarde in Apolda, 12.6. bis 19.12.2021
* "Die Schule der Frauen", Puppentheaterpremiere des Neuen Theaters Halle, open air am 12.6.
* Sommerkino in Leipzig ab 14.6. auf der Feinkost mit u.a. Premiere Dokumentarfilm "Tina"
Autorin: Ulrike Reiß

"artour" ist das Kulturmagazin für das MDR-Sendegebiet und für Ostdeutschland. "artour" wird in Rostock wie in Weimar geschaut, aber natürlich auch in Hamburg und München. Das Kulturmagazin mit Ostkompetenz greift Themen auf, die die Zuschauer bewegen.

Von Thälmann bis Theater, von der Kittelschürze bis zum Konzert, von der Off-Bühne bis zur Oper. Themen werden auch mal gegen den Strich gebürstet, egal, ob es sich um eine Kunstausstellung oder einen kulturpolitischen Skandal handelt.