Do 22.07. 2021 22:10Uhr 29:30 min

artour

Das Kulturmagazin des MDR

Komplette Sendung

Thomas Bille sitzt in einem Boot. 30 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
MDR FERNSEHEN Do, 22.07.2021 22:10 22:40

Beiträge aus der Sendung

Ein Mann steht auf einem Steg aus Holz. 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ausgabe zum Thema Bergbau und Kultur & Start der artour-Sommertour vom Störmthaler See

* Fluch und Segen einer Landschaft
* Karsten Nitsch: "Wo die wilden Tiere wohnen"
* Kunst und Kohle - Bruch oder Wandel?
* "NOW!" - ein Jim Rakete-Film
* Kulturkalender

Die Themen im EInzelnen:

* Fluch und Segen einer Landschaft
Früher gab es in Mitteldeutschland vor allem Dorfteiche und Steinbruchseen: Jetzt gibt es durch die etwa 70 bis 90 Tagebauseen bald über 200 Quadratkilometer Wasser. Eine Natur- und Freizeitlandschaft, die vor Jahrzehnten noch Industrieregion war - und deren Transformation tückisch ist. Böschungen rutschen ab oder drohen unterspült zu werden, Seen übersäuern, einige wenige sind gar nicht mehr nutzbar. Die Region wird über Jahrzehnte eine Landschaftsbaustelle bleiben. Wer kommt für die Kosten dieser Instandhaltung auf? Und wie sollte so eine Landschaft überhaupt aussehen? Darüber sprechen wir mit Andreas Berkner vom Regionalen Planungsverband Westsachsen und mit dem Fotografen Torsten Lützner, der die „Folgelandschaften“ fotografiert hat.

* Karsten Nitsch: "Wo die wilden Tiere wohnen"
Wo die Kohle verschwindet, kehrt die Natur mit aller Kraft zurück und Natur ist, wenn wilde Tiere wieder heimisch werden - auch wenn das nicht jedem gefällt. Zum Beispiel bei den Wölfen, die nun wieder in der ehemaligen Tagebauregion in der Lausitz zu Hause sind. Genau wie Moorfrösche und Braunkehlchen. Begleitet, beobachtet, fotografiert und beschrieben hat das Karsten Nitsch. "Wo die wilden Tiere wohnen" heißt das Buch des Naturführers und Fotografen über die Lausitzer Teichlandschaft. Und da die Kohle für die Lausitz immer Segen und Fluch zugleich war, gibt es dort ein sorbisches Sprichwort: Gott hat uns die Lausitz gegeben, und der Teufel hat die Kohle darin vergraben.

* Kunst und Kohle - Bruch oder Wandel?
Die Verwerfungen durch den Braunkohletagebau haben Künstler seit langem umgetrieben, seit den 1990er Jahren auch die Umbrüche, die durch die Schließung einiger großer Kraftwerke und Gruben erfolgten. Fortsetzung folgt: Neue Generationen von Künstler treten an - und blicken auch zurück. Friederike Ottilie Böhm, Jahrgang 1995, präsentiert noch bis Ende Juli in der Kirche Großpötzschau eine Audioinstallation mit dem Titel „Requiem auf ein Braunkohlerevier“, die ein ganzes Jahrhundert umgreift. Jetzt ist das nächste Kapitel aufgeschlagen: Der Kohle-Ausstieg bis 2038 stellt die betreffenden Reviere vor neue gravierende Probleme - und bietet Chancen. Ein Semesterprojekt des Kommunikationsdesigns an der Burg Giebichenstein greift mit einer kritischen Zeitungsbeilage in die öffentliche Diskussion ein. Wie gelingt statt des Bruchs der Strukturwandel - der noch nicht viel mehr ist als ein Zauberwort?

* "NOW!" - ein Jim Rakete-Film
Greta Thunberg ist das Gesicht der Klimabewegung. Doch sie ist längst nicht die Einzige, die all ihre Kraft in die Erhaltung des Planeten steckt. Extinction Rebellion, Fridays for Future und Ende Gelände – der Kampf gegen die Umweltzerstörung ist ein weltweites Phänomen. Und auch, wenn man über die Absichten grundsätzlich einig ist, sind die Mittel und Wege verschieden. Immer wieder kommt es wie z.B. bei der Besetzung des Tagebaus in Garzweiler zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Wie weit darf Protest gehen und was nimmt er in Kauf? Der Fotograf und Dokumentarfilmer Jim Rakete hat mit prominenten Klimaschützern und Aktivistinnen über ihre Ziele, ihre Motivation und Ansichten gesprochen. Der Film „Now“ ist sein persönlicher Blick auf eine energische und immer lauter werdende Bewegung.

Kulturkalender
*„Ein Sommernachtstraum" auf dem Gelände des ehemaligen Silberbergwerkes "Alte Elisabeth" in Freiberg, ab 16. Juli
* Kulturarena Jena vom 9.7. - 15.8.2021
* MDR Musiksommer u.a. mit "Debussy und Beethoven" am 23.7. in Freyburg

Bergbau in Mitteldeutschland

Blick auf den Kurpark Bad Schlema (Sachsen), der sich auf einem Altstandort der Wismut AG befindet. mit Video
Das Bergbauunternehmen Wismut AG (inzwischen Wismut GmbH) steht exemplarisch für die hohen wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Kosten des Uranerzabbaus von 1946-1990. Bis heute gibt es offene Fragen bei der Aufarbeitung dieser Zeit.   Bildrechte: dpa
MDR FERNSEHEN So, 01.08.2021 22:00 22:30

Bergbau in Mitteldeutschland MDR Zeitreise

MDR Zeitreise

Das Erbe der Wismut

  • Stereo
  • 16:9 Format
  • HD-Qualität
  • Untertitel
  • VideoOnDemand
Rettungskräfte mit Atemschutzgeräten in einem Schacht des Zwickauer Steinkohlebergwerks.
Im Februar 1960 kam es zu dem folgenschwersten Grubenunglück in der Geschichte der DDR. Nach einer Explosion im Zwickauer Steinkohlebergwerk kamen 123 Bergleute ums Leben. Bildrechte: MDR
MDR FERNSEHEN So, 01.08.2021 22:30 23:15

Bergbau in Mitteldeutschland Der Tod im Schacht - Zwickau 1960

Der Tod im Schacht - Zwickau 1960

Film von Kerstin Mauersberger und Jürgen Ast

  • Mono
  • Untertitel
  • VideoOnDemand
Luftaufnahme der Kegelhalden in Paitzdorf bei Ronneburg, 2005.
Das Bergbauunternehmen Wismut AG (inzwischen Wismut GmbH) steht exemplarisch für die hohen wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Kosten des Uranerzabbaus von 1946-1990. Bis heute gibt es offene Fragen bei der Aufarbeitung dieser Zeit.   Bildrechte: dpa
MDR FERNSEHEN So, 01.08.2021 23:15 01:05

Bergbau in Mitteldeutschland Die Wismut

Die Wismut

Film von Volker Koepp

  • Mono
  • Schwarz/Weiß
  • VideoOnDemand