So 01.08. 2021 20:15Uhr 90:00 min

Tamara Danz, rauchend.
Tamara Danz, Frontfrau der Band "Silly", war eine der berühmtesten Rocksängerinnen der DDR, auch international war sie bekannt. Die Sendung beleuchtet das Leben dieser ostdeutschen Ikone. Bildrechte: MDR/Mirschel
MDR FERNSEHEN So, 01.08.2021 20:15 21:45

Legenden - Ein Abend für Tamara Danz

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Bilder zur Sendung

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Tamara Danz nimmt an einer Demonstration teil, 1989.
Tamara Danz (eigentlich Leonore Tamara Danz) wurde in Thüringen geboren; als Tochter eines Diplomaten verbachte sie jedoch einen Großteil ihrer Kindheit in Bulgarien und Rumänien. Bildrechte: IMAGO / Contrast/Behrend
Tamara Danz nimmt an einer Demonstration teil, 1989.
Tamara Danz (eigentlich Leonore Tamara Danz) wurde in Thüringen geboren; als Tochter eines Diplomaten verbachte sie jedoch einen Großteil ihrer Kindheit in Bulgarien und Rumänien. Bildrechte: IMAGO / Contrast/Behrend
Die junge Tamara Danz steht mit ihrer Band "Silly" auf der Bühne.
Bereits während ihrer Schulzeit sang sie in mehreren Bands, später auch beim staatsnahen "Oktoberklub". Bildrechte: IMAGO / Gueffroy
Tamara Danz, 1989, während eines Auftritts mit ihrer Band "Silly".
Ihr erstes Engagement als Sängerin in einer professionellen Rockband hatte Tamara Danz bei der bekannten "Horst Krüger Band". Bildrechte: imago/Peter Homann
Tamara Danz während eines Auftritts.
1978 wurde sie Mitglied der "Familie Silly", die sich zwei Jahre später in "Silly" umbenannte. Wenig später stieß auch der Keyboarder Rüdiger „Ritchie“ Barton dazu, mit ihm war Danz eine Zeit lang liiert. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Tamara Danz während eines Auftritts mit ihrer Band "Silly".
Mit der 1982 veröffentlichten Amiga-LP "Mont Klamott" beginnt der kometenhafte Aufstieg von Tamara Danz – sie schreibt DDR-Musikgeschichte und wird zur unbestrittenen Königin unter den ostdeutschen Rocksängerinnen. Bildrechte: IMAGO / Gueffroy
(V.l.n.r.) Tamara Danz, Udo Lindenberg und Joe Cocker sitzen nebeneinander.
Doch wie viele andere auch ist Danz hin- und hergerissen: zwischen der Liebe zu ihrer Heimat und der Unzufriedenheit über das Leben im Sozialismus. Bildrechte: imago images/BRIGANI-ART
Tamara Danz während eines Auftritts mit ihrer Band "Silly".
Der Film ist zum einen ein Porträt der Sängerin Tamara Danz sowie ihrer Band "Silly", zum anderen gibt er Einblick in einen wichtigen Teil ostdeutscher Musikgeschichte. Bildrechte: imago/BRIGANI-ART
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Tamara Danz, rauchend.
Tamara Danz, Frontfrau der Band „Silly“, war eine der berühmtesten Rocksängerinnen der DDR, auch international war sie bekannt. Die Sendung beleuchtet das Leben dieser ostdeutschen Ikone. Bildrechte: MDR/Mirschel
Die Sängerin Tamara Danz war ein lebender Widerspruch. Weich und hart, bissig und sensibel, unnahbar und leidenschaftlich. Sie war die wilde Rock-Diva mit schrillen Outfits, politische Aktivistin in der DDR und Quoten-Ossi nach der Wende. Tamara Danz war die ostdeutsche Antwort auf Janis Joplin, Tina Turner oder Madonna.

Ein Star - eigenwillig, aufsässig und intelligent. Sieben Mal wurde Tamara und ihre Band "Silly" in der DDR "Rocksängerin des Jahres" und drei Mal war eine "Silly"-Platte "LP des Jahres".

Am 22. Juli 1996, vor 25 Jahren starb Tamara Danz mit nur 43 Jahren an Brustkrebs. Nur ein Jahr nach der Diagnose. Ein Schock für die Fans und vor allem für ihre Band. Ein Mythos ist entstanden, um die frühverstorbene Sängerin aus Thüringen.

Es gibt heute ein Musical über sie, zwei Straßen wurden nach ihr benannt und es gibt vor allem ihre Lieder, die bis heute nachhallen. Tamaras Band "Silly" trägt dieses musikalische Erbe weiter.

Tamara Danz, 1952 in Winne (heute zugehörig zu Breitungen im Landkreis Schmalkalden-Meiningen), in Thüringen, geboren; verbringt als Diplomatentochter große Teile ihrer Kindheit im Ausland, in Bulgarien und Rumänien. Aus Liebe zu den Eltern beginnt sie zunächst ein Sprachstudium, bricht es aber ab, um sich der geliebten Musik zuzuwenden.

Sie beginnt als Sängerin beim DDR staatsnahen Singeklub "Oktoberclub", tingelt dann mit der bekannten Horst Krüger Band durch die Lande und kommt 1978 mit 28 Jahren zur "Familie Silly". Tamara Danz ist am Anfang ihrer Karriere eher schüchtern, keine Rampensau und voller Zweifel.

1981 lernt sie den Keyboarder und Komponisten Rüdiger "Ritchie" Barton kennen und lieben, wenig später wird auch er Bandmitglied. 1983 beginnt der kometenhafte Aufstieg von Tamara Danz mit der Amiga-LP "Mont Klamott": eine musikalische Revolution in der DDR Rockszene. Sound und Texte sind ungewöhnlich und einzigartig für die Zeit.

Tamara Danz ist die unbestrittene Königin unter den ostdeutschen Rocksängerinnen. Es ist nicht nur ihre Stimme, es ist ihre Ausstrahlung – dieser Eigenwille und diese Distanziertheit, hinter der die Fans ihre Kraft und Verletzlichkeit spüren.

Wie viele DDR Bürger ist Tamara Danz zerrissen zwischen ihrer Liebe zur Heimat und der Unzufriedenheit über das reale Leben im Sozialismus. Aber auch privat ist sie zerrissen, muss sich zwischen zwei Männern entscheiden, die beide in ihrer Band spielen. Irgendwie funktioniert dieses Liebesdreieck und die beiden Männer, Uwe Hassbecker und Ritchie Barton bleiben an ihrer Seite als Partner, Freunde und Band.

Der Film ist nicht nur ein Porträt der Sängerin oder der Band, er liefert auch eine deutsch-deutsche Musikgeschichte und einen Blick auf die einzigartige ostdeutsche Rockmusik, und er erzählt fast schon privat und intim von einer bedeutenden Sängerin und der Lücke, die sie durch ihren frühen Tod hinterlassen hat.

Es geht um eine ostdeutsche Ikone, um Distanz und Nähe zu einem politischen System, um Popkultur, um die Annäherungen zwischen Deutschland Ost und Deutschland West, um den Niedergang eines Staates, einen Neubeginn nach der Wende und natürlich um viel Musik.

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