Maximilian Mäßig (Hans-Jürgen Schatz), Yvonne (Myriam Stark), Rudi Reschke (AchimWolff) und Wolle Stankoweit (Wolfgang Stumph)
Die "Besatzung" des Postamts (v.l.n.r.): Chef Maximilian Mäßig (Hans-Jürgen Schatz), Sachbearbeiterin Yvonne (Myriam Stark) und die Mitarbeiter Rudi Reschke (Achim Wolff) und Wolfgang "Wolle" Stankoweit (Wolfgang Stumph). Bildrechte: ZDF/Polyphon Hamburg

Satire-Serie mit Wolfgang Stumph "Salto Postale" - Als Ost und West im Postamt aufeinandertrafen

Mit bis zu acht Millionen Zuschauern war "Salto Postale" die erfolgreichste deutsche Serie der 1990er-Jahre. Das Erfolgsrezept: Kurz nach der Wiedervereinigung brachte "Salto Postale" den Ost-West-Konflikt auf satirische Weise auf die Bildschirme. Der MDR wiederholt nun zum ersten Mal im deutschen Fernsehen diese Sternstunde der TV-Geschichte.

Maximilian Mäßig (Hans-Jürgen Schatz), Yvonne (Myriam Stark), Rudi Reschke (AchimWolff) und Wolle Stankoweit (Wolfgang Stumph)
Die "Besatzung" des Postamts (v.l.n.r.): Chef Maximilian Mäßig (Hans-Jürgen Schatz), Sachbearbeiterin Yvonne (Myriam Stark) und die Mitarbeiter Rudi Reschke (Achim Wolff) und Wolfgang "Wolle" Stankoweit (Wolfgang Stumph). Bildrechte: ZDF/Polyphon Hamburg

"Ich bin so gerne bei der Post, in Nord, in Süd, in West, in Ost. Ich bin so gerne bei der Post" – der auf den Prinzen-Song "Ich wär so gerne Millionär" getextete Titelsong von "Salto Postale" dürfte den Fans der Serie noch heute in den Ohren klingen. "Salto Postale" war die erfolgreichste deutsche Sitcom der 1990er-Jahre. Bis zu acht Millionen Zuschauer schalteten ein, wenn Wolfgang Stumph als Postbeamter Wolfgang Stankoweit sein Unwesen trieb. Für den Dresdner Stumph, der bereits zuvor mit "Go Trabi Go" deutschlandweit bekannt geworden war, bedeutete "Salto Postale" den endgültigen Durchbruch beim gesamtdeutschen Publikum.

Wenn Ossis und Wessis zusammenarbeiten

Stumph spielt den sächsischen Postbeamten Wolfgang "Wolle" Stankoweit, den es nach der Wiedervereinigung ins brandenburgische Niederbörnicke verschlagen hat. Zum Mitarbeiter-Kern des Postamts gehören noch Stankoweits Kollege Rudi Reschke, Sachbearbeiterin Yvonne und Wessi-Chef Maximilian Mäßig. Die Belegschaft aus dem Osten, der Chef aus dem Westen – da prallen kurz nach der Wiedervereinigung Welten aufeinander. Und so geht Stankoweit seinem Chef mit sächsischer Schlitzohrigkeit gehörig auf die Nerven. In dem auf satirische Weise dargestellten Ost-West-Konflikt bestand wohl auch der Reiz für die Zuschauer. Stumph bezeichnete die Serie selbst als "satirisches Volkstheater".

Wolle Stankoweit (Wolfgang Stumph) und Mäßig (Hans-Jürgen Schatz)
Sind sich meistens gar nicht grün: Der Postbeamte Stankoweit und sein Chef Herr Mäßig. Bildrechte: ZDF/Polyphon Hamburg

Ostdeutsche Autoren schreiben fürs ZDF

Nicht nur vor, sondern auch hinter der Kamera kamen viele Serienmacher aus Ostdeutschland. Nach dem Erfolg von "Go Trabi Go" hatte Stumph 1993 vom ZDF das Angebot bekommen, eine Einheits-Sitcom zu entwickeln. Dafür holte er sich Kollegen aus der DDR-Zeit, darunter die Kabarett-Autoren Inge Ristock und Gunter Antrak. Sie schrieben die Drehbücher; ihr Kabarett-Hintergrund wird auch in der Serie deutlich, die tagesaktuelles Kabarett ablieferte.

Ein Anruf bei Helmut Kohl

"Salto Postale" brachte die Probleme der kleinen Leute auf den Bildschirm. In zugespitzter Form wird das an den Telefonaten deutlich, die Stankoweit regelmäßig mit damaligen Mitgliedern der Bundesregierung führte und die sich als Running Gag durch die Serie zogen. Beim Telefonat mit dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl beschwerte sich Stankoweit über das mangelnde Verständnis – sowohl akustischer als auch inhaltlicher Natur: "Eines muss ich Ihnen aber sagen: Kaum sind Sie dran: Tonstörung. Ich höre Sie zwar reden, aber nie was sagen. Und höre ich Sie mal was sagen, dann verstehe ich Sie nicht."

Wolle Stankoweit (Wolfgang Stumph)
Running Gag der Serie: Die Telefonate Stankoweits mit Mitgliedern der Bundesregierung. Bildrechte: ZDF/Polyphon/Klingsor, Berlin

Nur ein vorläufiges Ende

Nach 24 Folgen kam 1996 das Aus für das Postamt in Niederbörnicke. Die Serien-Charaktere Stankoweit, Reschke und Mäßig sollte es aber weiterhin geben. Von 1998 bis 2001 flimmerten sie, diesmal in einer Stadtverwaltung, in der Serie "Salto Kommunale" wieder über den Bildschirm. Seit dem Ende der Serie war "Salto Postale" nicht mehr im deutschen Fernsehen zu sehen. Der MDR bringt diese Sternstunde der deutschen TV-Geschichte nun wieder auf den Bildschirm. Ab dem 29. September laufen immer Sonntagnachmittag um 15:25 und 15:55 Uhr jeweils zwei Folgen im Fernsehen.

Wolfgang Stankoweit (Wolfgang Stumph, links). Maximilian Mäßig (Hans Jürgen Schatz, Mitte) und Rudi Reschke (Achim Wolff,)blicken i n die Kamera.
Wolfgang Stankoweit (Wolfgang Stumph, li) Maximilian Mäßig (Hans Jürgen Schatz, Mi) und Rudi Reschke (Achim Wolff, re). Die Helden aus dem brandenburgischen Postamt Niederbörnicke. Bildrechte: MDR/RBB/ZDF
MDR FERNSEHEN So, 29.09.2019 15:25 16:20

Salto Postale

Salto Postale

Der Einschreibebrief/Der Postraub

Folge 1 und 2 der Fernsehserie Deutschland 1993

Folge 1

  • Stereo
  • Untertitel
  • 4:3 Format

Über dieses Thema berichtet der MDR auch im TV: "Salto Postale" | 29.09.2019 | 15:25 & 15:55 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. September 2019, 13:15 Uhr