MDR TWEENS Achtung Waldbrandgefahr!

Durch die große Hitze entstehen jeden Sommer immer wieder Waldbrände. Auch aktuell ist die Lage in den mitteldeutschen Wäldern angespannt. Tweens sagt euch, was dahinter steckt.

Waldbrand in Mittelbach bei Pulsnitz
Bildrechte: MDR/Rico Löb

Gefährliche Feuer

Jedes Jahr hören wir es wieder in den Nachrichten: Waldbrände in Gegenden mit besonders trockenem Klima, wie zum Beispiel in Australien oder Kalifornien. Dort sind Wald- oder Buschbrände nicht ungewöhnlich. Sie entstehen regelmäßig während Hitze- oder Trockenperioden. Aber auch hier bei uns in Mitteldeutschland sind Waldbrände eine große Gefahr für Pflanzen, Tiere und Menschen.

Das gefährliche an Waldbränden: Sie breiten sich häufig schnell aus, werden durch Winde immer wieder angefacht und können durch Windwechsel blitzschnell ihre Richtung ändern. Diese Eigenschaften und die Tatsache, dass sich die Brände oft weit weg von der nächsten Wasserquelle befinden, macht ihre Bekämpfung besonders schwierig.

Situation in Mitteldeutschland

Die Brandgefahr in den Wäldern in Mitteldeutschland ist ziemlich angespannt. Weil es lange trocken war, sind viele Pflanzen und Bäume abgestorben. Diese vertrockneten Nadeln und Blätter sind besonders gut brennbar. Da hilft es auch nicht, wenn dann doch mal etwas Regen fällt:

Der Regen der in den letzten Tagen gefallen ist, ist viel zu wenig, um den Boden anhaltend und vor allem in der Tiefe zu durch feuchten.

Dr. Dirk Schneider, Landesbranddirektor in Sachsen

Und es kommt noch ein Problem dazu: Der Borkenkäfer! Ein ausgetrockneter, kranker Baum kann sich nicht mehr gegen Schädlinge wehren. Und das nutzt der Borkenkäfer. Er legt seine Eier unter der trockenen Rinde ab:

Die Larven schlüpfen dann und müssen sich ernähren. Dabei blockieren sie die Nährstoffzufuhr dieses befallenen Baumes. Die Folge: Der Baum stirbt.

Dr. Dirk Schneider, Landesbranddirektor in Sachsen
Borkenkäfer
Bildrechte: imago/Steffen Schellhorn

Ein trockener, abgestorbener Baum ist natürlich sehr viel besser brennbar, als ein gesunder Baum. Dadurch entsteht noch mehr leicht entzündliches Material und die Waldbrände verlaufen hierzulande immer schneller und intensiver.

Welche Waldbrandstufen gibt es? Insgesamt gibt es fünf Waldbrandstufen. Sie sind Empfehlungen für uns, zum Schutz von Wald, Mensch und Umwelt.

Stufe 1: Sehr geringe Gefahr
Der Wald kann ohne Einschränkungen betreten werden.

Stufe 2: Geringe Gefahr
Erhöhte Vorsicht ist geboten.

Stufe 3: Mittlere Gefahr
Die Waldbrandgefahr ist erhöht.

Stufe 4: Hohe Gefahr
Die Forstbehörde darf Gebiete sperren. Öffentliche Wege sollten nicht verlassen werden.

Stufe 5: Sehr hohe Gefahr
Der Wald sollte weder betreten noch befahren werden.

Was würde den Wäldern in der aktuellen Situation helfen?

Einerseits brauchen die Wälder vor allem eins: Regen! Und diesen lang anhaltend und viel. Aber auch wir, also die Menschen, sind nicht gerade unschuldig, wenn es in unseren Wäldern brennt:

Fast alle Brände die im Wald entstehen, nämlich 98 Prozent, werden durch den Menschen ausgelöst. Zum Beispiel durch Rauchen im Wald und dem Wegschmeißen der Zigarette, Grillen oder dem Entzünden eines Lagerfeuers. Nur wenige Feuer entstehen durch eine natürliche Ursache, wie einem Blitzeinschlag.

Dr. Dirk Schneider, Landesbranddirektor in Sachsen

Außerdem muss der Borkenkäfer bekämpft werden und die Wälder müssten aufgeräumt werden, damit das ganze leicht entzündliche und brennbare Material aus dem Wald wegkommt.

Das kannst du tun

Wenn du im Wald unterwegs bist und merkst, dass es brennt oder du Rauch feststellst, dann rufe so schnell wie möglich die 112 an und informiere die Feuerwehr über deine Beobachtungen.