Jugendliche im Freibad
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Umschau | 24.07.2018 | 20:15 Uhr Regeln für ein sicheres Badevergnügen

Wie lange muss man zwischen Bratwurst und Tauchgang pausieren? Warum ist kaltes Wasser gefährlich? Wann wird es mit der Luftmatratze riskant? Grundlegende Regeln zum Baden sollte jeder kennen. Dennoch warnt die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) jedes Jahr: 80 Prozent aller tödlichen Badeunfälle wären vermeidbar!

Jugendliche im Freibad
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Binnengewässer gelten als die gefährlichsten Badegewässer, denn sie werden selten von Rettungsschwimmern bewacht. Doch egal, ob im See, im Meer oder im Freibad - Baden ist in erster Linie ein erfrischender Freizeitspaß. Wirklich ungetrübte Freude gibt es aber nur, wenn sich alle an die Baderegeln halten. Sie helfen, Unfällen und Verletzungen vorzubeugen.

Nur nass ins Nass

Eine junge Frau unter der Dusche eines Freibades
Duschen vorm Baden schützt Körper und Gewässer. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In Badeanstalten ist der Besuch der Duschen unumgänglich. Doch auch im Freibad ist es wichtig, sich vor dem Gang ins Wasser abzubrausen. Dies hat gleich zweierlei Vorteile. Zunächst sollte man nur abgekühlt ins Wasser gehen. Selbst wenn die Erfrischung noch so verlockend ist: Ein zu starker Temperaturwechsel kann zum Kreislaufkollaps führen. Außerdem reinigt das Duschen von Schweiß, Urin und anderen Keimen, die wir immer am Körper haben. Übrigens: Wenn es im Freibad stark nach Chlor riecht, haben viele Wasserratten diese Regel nicht beachtet. Denn Chlor riecht erst, wenn es sich mit Urin und anderen Keimen verbunden hat. Wer am See oder am Meer keine Dusche vorfindet, sollte sich dennoch zunächst am Rand des Gewässers etwas erfrischen, um den Kreislauf zu schonen.

Nicht in den Sog geraten

Strömungen sind eine der größten Gefahren beim Schwimmen im Meer oder in Flüssen. Wehre und Strudel sind zu meiden, andernfalls könnten sie einen mitreißen. Wer in eine starke Strömung gerät, sollte trotz aller Umstände Ruhe bewahren. Es gibt eine Hand voll Tipps, wie man sich aus dieser misslichen Lage befreien kann: Es hat keinen Sinn, gegen eine Strömung anzuschwimmen. Selbst geübte Schwimmer haben dabei kaum Aussicht auf Erfolg. Besser ist es, seitlich aus dem Sog herauszuschwimmen. Erfahrene Schwimmer können auch versuchen, unter der Strömung hinwegzutauchen und sich dann am Boden abzustoßen. Wer auf Nummer sicher gehen und auch seine Kinder schützen will, wählt nur bewachte Gewässer.

Ein voller Magen schwimmt schlecht?

Würste auf einem Grill
Baden mit Bratwurst im Bauch ist in der Regel unbedenklich. Bildrechte: colourbox.com

Nach dem Essen nicht ins Wasser, sonst drohen Magenkrämpfe. - Dieser Ratschlag ist ebenso alt wie wissenschaftlich nicht belegt. Wer gegessen hat und Sport treibt, muss nicht mit gesundheitlichen Schäden rechnen. Der Körper ist nach dem Essen zwar weniger leistungsfähig, aber nicht krampfanfällig. Die Regeln gibt hier also der Körper selbst vor: Wer sich körperlich in der Lage fühlt und nach dem Essen nicht ohnehin müde in der Ecke sitzt, kann sich ins Wasser trauen. Besondere Vorsicht ist jedoch bei Menschen mit Herz- und Kreislaufproblemen angebracht. Im Vergleich zum Essen ist Selbstüberschätzung also eine weitaus größere Gefahr.

Weitere Baderegeln der Deutsche Lebensrettungsgesellschaft * Bei Gewitter ist Baden lebensgefährlich.
* Verlasse das Wasser sofort, wenn du frierst.
* Bade nicht, wo Schiffe und Boote fahren.
* Tauche andere nicht unter.
* Wenn du nicht schwimmen kannst, gehe nur bis zum Bauch ins Wasser.
* Luftmatratze, Autoschlauch oder aufblasbares Spielzeug bieten keine Sicherheit.
* Gefährde niemanden beim Sprung ins Wasser. Nur springen, wenn das Wasser tief genug und frei ist!
* Sumpfige und pflanzen-durchwachsene Gewässer sind zu meiden!
* Bei Gefahr sofort um Hilfe rufen.
* Halte das Wasser und seine Umgebung sauber, Abfälle in den Mülleimer werfen.

Besondere Aufsicht für Kinder

Für die Kinder ist der Ausflug zum Badesee das pure Vergnügen. Für Eltern bedeutet die Zeit am Strand aber auch erhöhte Aufmerksamkeit, denn die Kleinen sollten nie unbeobachtet im oder auch am Wasser spielen. Kinder ertrinken leise. Da das Körpergewicht anders verteilt ist, als bei Erwachsenen, kommen sie durch zappeln nicht wieder an die Oberfläche, sondern sinken wie ein Stein zu Boden. Bei der Rettung zählt dann jede Sekunde. Innerhalb weniger Minuten kann es aufgrund von Sauerstoffmangel zu irreparablen Schäden kommen. Aber nicht nur Seen und Schwimmbäder sind gefährlich für kleine Kinder. Säuglinge können schon in einer Pfütze ertrinken. Kinder bis zu einem Alter von zwei Jahren ertrinken am häufigsten in der Badewanne. Kinder sollten also niemals aus den Augen gelassen werden!

Laut Bundesarbeitsgemeinschaft "Mehr Sicherheit für Kinder e. V." ist Ertrinken die zweithäufigste Unfallursache, die zum Tod von kleinen Kindern führt. Experten der Bundesarbeitsgemeinschaft empfehlen deshalb, Kindern ab vier Jahren das Schwimmen beizubringen. Auch wenn die Schwimmerfolge vielleicht am Anfang ausbleiben, so lernen die Kleinen mit Wasser umzugehen. Schwimmflügel und Badereifen sind übrigens kein Schutz vor dem Ertrinken.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Umschau | 24. Juli 2018 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Juli 2014, 11:00 Uhr