Sparbuch unter der Lupe
Bildrechte: imago/Niehoff

Prämiensparverträge Falsche Zinsen bundesweit? Sparkassenkunden aus ganz Deutschland melden sich

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Bei der Verbraucherzentrale Sachsen melden sich mittlerweile Sparkassenkunden aus ganz Deutschland, die in ihren Sparverträgen falsche Zinsberechnungen vermuten. Pressesprecherin Christina Siebenhüner sagte am 22. Februar gegenüber "Umschau": "Wir haben Anfragen aus Hessen, Bayern, Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Diese Anfragen werden wir auch bei uns in Sachsen bearbeiten, da wir momentan bundesweit die einzige Verbraucherzentrale mit diesem Beratungsangebot sind." Die Verbraucherzentrale Sachsen bietet seit 15. Februar an, Sparkassen-Prämiensparverträge mit variabler Verzinsung hinsichtlich der Zinsanpassungen während der langjährigen Laufzeit nachträglich von Kreditsachverständigen überprüfen zu lassen.

Bislang mehr als 300 Verträge unter der Lupe

"Inzwischen haben wir mehr als 300 Verträge in Prüfung. Und in ausnahmslos allen Verträgen, die wir schon geprüft haben, haben wir falsche Berechnungen gefunden", erklärt Siebenhüner. Im Durchschnitt seien Zinsnachforderungen in Höhe von 2.000 bis 3.000 Euro berechnet worden. Die geringste überprüfte Nachforderung beläuft sich laut Siebenhüner bisher auf 200 Euro, die höchste auf 13.000 Euro. In der kommenden Woche will die Verbraucherzentrale Sachsen eine neue Hotline für betroffene Kunden schalten, um möglichst viele Anfragen bearbeiten zu können.

Sparkassen wollen Schlichtungsstelle einrichten

Der Ostdeutsche Sparkassenverband (OSV) hatte dem MDR-Magazin "Umschau" gegenüber am 19. Februar erklärt, eine Schlichtungsstelle einrichten zu wollen, an die sich Kunden wenden könnten. Die Verbraucherzentrale Sachsen hat dazu nach eigener Auskunft bis heute noch keine offizielle Information seitens der Sparkassen erhalten.

Umschau

Zuletzt aktualisiert: 25. Februar 2019, 12:51 Uhr