Ein Airbus A319 der Germania mit dem Kennzeichen HB-JOG landet auf dem Flughafen Palma de Mallorca (PMI) in Spanien. 2018
Bildrechte: dpa

Germania-Insolvenz Was tun, wenn die Airline pleite ist?

Ein Airbus A319 der Germania mit dem Kennzeichen HB-JOG landet auf dem Flughafen Palma de Mallorca (PMI) in Spanien. 2018
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Die Pleite der Fluggesellschaft Germania macht nicht nur ein Strich durch die Reisepläne vieler Urlauber. Es stellt sich auch die Frage, ob und wie Reisende ihr Geld zurückbekommen, wenn eine Airline Insolvenz anmeldet und den Flugbetrieb einstellt. Die entscheidende Rolle hierbei spielt die Frage, in welchem Rahmen der Flug gebucht wurde.

Bei Pauschalreisen ist der Veranstalter in der Pflicht

Ist der Flug Teil einer Pauschalreise, brauchen sich Betroffene keine Gedanken zu machen. Der Sicherungsschein hilft dabei allerdings nicht weiter, so ein Hinweis der Verbraucherzentrale. Dieser Schein gilt nämlich nur für den Fall, dass der Reiseveranstalter selber Insolvenz anmeldet. Allerdings ist der Reiseveranstalter in der Pflicht, eine Lösung zu finden, wenn die Airline pleitegeht. Er muss also eine neue Beförderung finden. Wenn der Ersatzflug erst ein paar Tage später startet, können Reisende gegenüber dem Veranstalter Schadenersatz einfordern und Minderungsansprüche geltend machen.

Kein Schutz bei direkter Buchung

Wurde der Flug direkt bei der Airline gebucht, besteht allerdings kein Schutz. Der Reisepreis ist dann Teil der Insolvenzmasse. Theoretisch müssten Betroffene darauf warten, dass ein Insolvenzverfahren eröffnet wird, in welchem sie ihre Rückforderungen erheben können. In der Praxis sehen sie das Geld aber meist nicht wieder. Aus diesem Grund fordern Verbraucherschutzorganisationen schon länger die Einführung einer ähnlichen Absicherung wie bei Pauschalreisen.

Vergünstigte Tickets

Die Lufthansa will betroffenen Germania-Passagiere Sonderkonditionen. Auch über die zur Lufthansa Group gehörenden Airlines Swiss und Austrian Airlines sollen betroffene Germania-Fluggäste vergünstigte Tickets bekommen. Tickets für innereuropäische Flüge sollen 50 Euro plus Steuern kosten, Flüge in den Nahen Osten 200 Euro plus Steuern.

Die Fluglinien wollen Betroffenen demnach bei Verfügbarkeit innerhalb Europas Tickets für 50 Euro zuzüglich Steuern anbieten, für Flüge zwischen Deutschland und dem Nahen Osten für 200 Euro zuzüglich Steuern. Der Sondertarif soll in Kürze gebucht werden können und bis Ende Februar. Über die Details der Buchungen will die Lufthansa auf ihrer Internetseite informieren.

Wer im Ausland ist und nach der Germania-Pleite nun keinen Rückflug mehr hat, dem bietet die Lufthansa-Tochter Eurowings Flüge nach Deutschland bis Ende Februar 2019 stark rabattierte Konditionen an. Dazu muss zunächst der Flug auf eurowings.com gebucht werden. Um einen Rabatt von 50 Prozent zu bekommen, müssen im Nachgang die Germania-Unterlagen eingereicht werden.

Zuletzt aktualisiert: 05. Februar 2019, 17:40 Uhr