Alter Röhrenfernseher vor Schmucktapete
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Umschau | 17.07.2018 | 20:15 Uhr Der Kabelanschluss wird digital: Was Sie jetzt wissen müssen

Die deutschen Kabelbetreiber sind derzeit dabei, ihr analoges Angebot zu beenden und nur noch digitales Fernsehen bereitzustellen. Wir erklären, worauf Kabelkunden jetzt achten müssen.

Alter Röhrenfernseher vor Schmucktapete
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Per Antenne oder Satellit ist der Fernsehempfang bereits seit einiger Zeit vollständig digital. In den Kabelnetzen gab es noch Ausnahmen. Doch die deutschen Kabelbetreiber sind seit einiger Zeit dabei, ihr analoges Angebot abzuschalten und dafür das digitale Programmangebot und die Internetübertragung im Kabel auszubauen.

Kabelkundinnen und -kunden werden in der Regel vorher darüber informiert, wenn bei ihnen die Umstellung ansteht. Trotzdem sind sich viele unsicher, ob sie bald keinen TV-Empfang mehr haben, ob sie neue Geräte brauchen oder nach der Umstellung mehr bezahlen müssen. Wir klären die wichtigsten Fragen.

Woran erkenne ich, ob ich Fernsehen noch analog oder schon digital empfange?

Kabelbuchse mit Antennenkabel
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Die Anzahl der empfangbaren Programme liegt bei Ihnen ungefähr zwischen 20 und 35?  Dann ist Ihr TV-Empfang wahrscheinlich noch analog. Können Sie dagegen zwischen weitaus mehr Programmen wählen, dann ist Ihr Kabelempfang bereits digital.

Wenn Sie einen Röhrenfernseher haben oder einen älteren Flachbildschirm, der noch keinen DVB-C-Tuner enthält, dann nutzen Sie ausschließlich das analoge Programmangebot im Kabel und Sie müssen etwas tun um zukünftig weiterhin Fernsehen empfangen zu können. Bekommen Sie mit dem Gerät aber kein Programm mehr rein, dann wurde der Anschluss mit großer Wahrscheinlichkeit umgestellt und ist jetztausschließlich digital. Im nächsten Abschnitt erfahren Sie, was Sie jetzt tun können.

Brauche ich ein neues Fernsehgerät?

Das hängt von der Ausstattung Ihres Fernsehers ab. Verfügt er über den DVB-C-Standard, werden Sie mit dem digitalen Kabelempfang keine Probleme haben. In der Regel ist das bei alle neueren Geräten der Fall. Schauen Sie im Zweifel in der Gebrauchsanleitung nach oder im Internet bei den Produktinformationen des Herstellers. Sie müssten dann lediglich das Gerät in den DVB-C-Modus schalten und einen automatischen Sendersuchlauf durchführen.

Wenn Ihr Gerät nicht DVB-C-fähig ist, haben Sie zwei Möglichkeiten, für die Sie allerdings etwas Geld in die Hand nehmen müssen.

Option 1: Sie können sich einen DVB-C-Receiver, auch Kabel-Receiver genannt, zulegen. Dieses Zusatzgerät wird zwischen Antennenkabel und Fernseher geschaltet und macht Ihren Fernseher zum digitalen Empfangsgerät. Die Kosten für einen Receiver bewegen derzeit sich im Durchschnitt zwischen 30 und 60 Euro.

Option 2: Wenn Sie sich schon länger mit dem Gedanken tragen, einen neuen Fernseher zu kaufen und Sie von der Kabelumstellung betroffen sind, wäre jetzt der richtige Zeitpunkt. Aktuelle Modelle sind in der Regel bereit für den digitalen Kabelempfang. Um auf Nummer sicher zu gehen, schauen Sie nach, ob sich auf dem Gerät oder der Verpackung ein DVB-C-Symbol befindet, zum Beispiel als Aufkleber, oder fragen Sie das Verkaufspersonal.

Wie erfahre ich, wann bei mir umgestellt wird und worauf ich dabei achten muss?

An welchem Tag die Umstellung bei Ihnen vorgenommen wird, erfahren Sie in der Regel per Post von Ihrem Kabelbetreiber. Sollten Sie auch Internet und Telefon über das Fernsehkabel erhalten, müssen Sie damit rechnen, dass Sie während der Umstellung nicht telefonieren oder ins Internet gehen können. Wichtig ist, dass Sie den Router in dieser Zeit nicht ausschalten oder zurücksetzen. Weitere Details zur konkreten Umstellung erfahren Sie von ihrem Kabelanbieter oder auf der Seite digitaleskabel.de

Brauche ich neue Kabel?

Nein, nach wie vor kommt das Fernsehsignal über das übliche Antennenkabel von der Kabel-TV-Buchse in der Wand zum Fernsehgerät.

Wird es nach der Umstellung teurer?

Wenn Sie technisch in der Lage sind, DVB-C zu empfangen, sollten Sie nach der Umstellung alle Programme sehen können, die sie bisher schon gesehen haben. Dafür ist jedoch ein erneuter automatischer Sendersuchlauf notwendig, falls das DVB-C-fähige Gerät diesen nicht schon selbstständig durchgeführt hat. Darüber hinaus können Sie nun auch weitere digitale Programme ansehen. Dafür bezahlen Sie auch weiterhin die bisherige Kabelgebühr.

Ob es teurer wird, hängt von Ihren Bedürfnissen ab. Die öffentlich-rechtlichen Programme stehen bereits im Grundangebot in HD-Qualität zur Verfügung, die Privatsender dagegen nur in SD. Kosten fallen an, wenn Sie auch die Privaten in HD oder Ultra-HD-Auflösung sehen möchten. Auch die Erweiterung des Senderangebots kann mit zusätzlichen Kosten verbunden sein, insbesondere wenn Sie Pay-TV-Pakete dazubuchen.

Die Sache mit dem Radio

Kabelbuchse mit Antennenkabel
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Nicht nur Fernsehprogramme, sondern auch eine ganze Reihe von Radiosender werden über das Kabel mitgeliefert. Mit der Umstellung sind diese UKW-Sender in Sachsen, Bayern und Bremen nicht mehr verfügbar. In diesen Regionen bzw. bei diesem Netzbetreiber wird für den Radioempfang dann ein digitaler Radioreceiver benötigt. Wer das nicht will, kann Radio über Antenne per DAB+ oder UKW oder über Internet empfangen.

Noch mehr Informationen zur Kabelumstellung können Sie bei ihrem Kabelbetreiber erfragen oder im Internet auf der Seite digitaleskabel.de heraussuchen.

Noch Fragen?

Wenn Sie noch Fragen zur Umstellung haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Kabelanbieter oder rufen Sie die Technische Hotline des MDR an. Sie erreichen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Montag bis Freitag zwischen 11:00 bis19:30 Uhr unter 0341 300 95 95.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Umschau | 17. Juli 2018 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. August 2019, 08:22 Uhr