Umschau | 22.01.2019 | 20:15 Uhr Katastrophenschutz: Was Sie im Notfall brauchen

Starker Schneefall, Überschwemmungen, Stromausfälle – Katastrophen kleineren und größeren Ausmaßes können jederzeit eintreten. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt deshalb vorzusorgen.

Neben einem Vorrat an Nahrungsmitteln umfasst die Empfehlung des BBK auch eine Checkliste für Medikamente oder Hygieneartikel, die nötig werden könnten, wenn man das Haus nicht verlassen darf. Beruhigend: Das BBK hält einen 14-Tage-Vorrat für ausreichend. Danach sollte eine Grundversorgung der Bevölkerung wieder gewährleistet sein. In der folgenden Bildergalerie haben wir für Sie zusammengestellt, welche Lebensmittel Sie nach Empfehlung des BBK vorrätig haben sollten, um im Falle eines Falles über die Runden zu kommen:

Diese Lebensmittel sollten Sie für den Notfall vorrätig haben

Wasserflaschen
Im Notfall sollten genügend Getränke vorhanden sein. Wichtig ist es, ausreichend Trinkwasser zu haben. Das BBK rät zu zwei Litern pro Tag und Person. Dabei ist auch schon das Wasser eingeplant, das zum Kochen benutzt werden kann. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Wasserflaschen
Im Notfall sollten genügend Getränke vorhanden sein. Wichtig ist es, ausreichend Trinkwasser zu haben. Das BBK rät zu zwei Litern pro Tag und Person. Dabei ist auch schon das Wasser eingeplant, das zum Kochen benutzt werden kann. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Brot, Knäckebrot, Nudeln, Reis
Etwa 3,5 Kilogramm an Getreide, Getreideprodukten, Nudeln, Reis und Kartoffeln sollten für zehn Tage reichen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Konservendosen
Gemüse und Hülsenfrüchte (empfohlen: 4 kg) in Konservendosen sind länger haltbar und benötigen bei der Zubereitung weniger Wasser. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Zwieback, Salzstangen, Marmelade, Obst
Ratsam ist auch ein Vorrat an Nüssen (empfohlen: 2 kg, zusammen mit Obst). Frisches Obst und Gemüse sollte als erstes aufgebraucht werden.
Auch Zwieback, Marmelade, Knabberzeug und andere Sachen können nach Belieben in den Notvorrat aufgenommen werden.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Öl, Margarine, Milchprodukte
Der Vorrat an Fetten und Ölen muss nicht allzugroß ausfallen: 357 Gramm lautet die Empfehlung des BBK.
Größer ist mit 2,6 Kilogramm der Bedarf an Milch und Milchprodukten.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Fisch, Salami, Fertigsuppen
1,5 Kilogramm Fisch, Fleisch und Eier (besser noch: das haltbarere Volleipulver) werden vom BBK empfohlen.
Auch ein Vorrat an Fertiggerichten ist sinnvoll.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Katastrophen-Vorsorge fordert stärkere Sensibilisierung der Bevölkerung

Das Deutsche Komitee für Katastrophenvorsorge e.V. hält eine stärkere Sensibilisierung der Bevölkerung für den sogenannten Eigenschutz für wünschenswert. "Wir stellen in Deutschland eine gewisse Unbedarftheit bei dem Thema fest. Und das ist auch logisch, denn wir sind generell ein sicheres Land und wir hatten lange keine größeren und anhaltenden Katastrophenfälle“, erklärt der Geschäftsführer des Komitees Dr. Benni Thiebes gegenüber der "Umschau". In der Sendung gehen wir der Frage nach, wie gut Energiewirtschaft, Winterdienst und private Haushalte heute auf Katastrophen wie den Extremwinter 1978/79 vorbereitet wären.

Ein Hochwasser der Elbe hat 2013 Häuser in Fischbeck geflutet.
Fischbeck während des Elbe-Hochwassers 2013 Bildrechte: dpa

Laut Dr. Thiebes stellten auch Ereignisse wie die massiven Schneefälle kürzlich in den Alpen, das Atomunglück Fukushima, Erdbeben oder auch Hackerangriffe auf kritische Infrastruktur heute plausible Szenarien dar, die punktuell oder flächendeckend eintreten könnten. In Mitteldeutschland gab es in den vergangenen Jahren verschiedene amtlich festgestellte Katastrophenfälle: dazu zählten in Sachsen-Anhalt seit 1994 verschiedene Hochwasser-Situationen an Saale, Elbe, Mulde und anderen Flüssen, der Erdrutsch in Nachterstedt 2009 oder auch die Pflanzenkrankheit Feuerbrand 2013. In Sachsen wurden die Hochwasser 2002 und 2013 entsprechend eingestuft. "Für solche Risiken sollten sich auch Privathaushalte mit einem gewissen Vorrat an Lebensmitteln und Medikamenten, einer kleinen autarken Stromversorgung sowie einem Batterie-Radio rüsten", rät Dr. Thiebes.

Aus "Umschau"-Anfragen bei den zuständigen Innenministerien in Mitteldeutschland geht hervor, dass "wir nicht von einer flächendeckenden Umsetzung bei der Bevölkerung ausgehen können", wie es in der Antwort aus Sachsen-Anhalt heißt, "Hier werden wir auch in der nächsten Zeit mehr an die Menschen appellieren." Aus dem sächsischen Innenministerium heißt es: "Staatlicherseits sind wir durch Aufstellung und Ausstattung von Katastrophenschutz-Einheiten und detaillierter Vorplanungen gut vorbereitet. Die Behörden sensibilisieren die Menschen dafür, Eigenvorsorge möglichst für zehn Tage zu treffen.“

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Umschau | 22. Januar 2019 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Januar 2019, 16:00 Uhr