Umschau | 22.01.2019 | 20:15 Uhr Sächsische Musikwirtschaft auf Wachstumskurs

Die Musikwirtschaft in Sachsen verzeichnet in jüngerer Vergangenheit ein deutliches Wachstum. Aus Statistiken des Wirtschaftsministeriums, die die "Umschau" ausgewertet hat, geht eine stabile Umsatzsteigerung hervor. Im aktuellsten vorliegenden Bericht dazu vom Dezember 2017 werden der Musikbranche im Freistaat insgesamt 592 Unternehmen mit 3.205 Mitarbeitern und einem Umsatz von 299 Millionen Euro zugerechnet (Datenbasis ist das Jahr 2015). Ein Drittel davon, rund 100 Millionen Euro, steuern Firmen aus der Instrumentenbau-Branche bei.

"Musikwinkel" mit internationalem Ruf

Blick in die Schauwerkstatt des Vereins Musicon Valley
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Maßgeblich daran wiederum beteiligt ist die Region um Markneukirchen im Vogtland, auch bekannt als "Musikwinkel". Allein dort sind etwa 100 Werkstätten mit circa 1.300 Beschäftigen ansässig. Die Größe der Betriebe variiert. Es gibt viele selbstständige Meister, die allein oder mit Gesellen, Lehrlingen und angestellten Meistern arbeiten. Zudem gibt es rund 20 Manufakturen sowie drei mittelständische Unternehmen mit mehr als 100 Beschäftigten. Andere Branchen versuchen von der guten wirtschaftlichen Entwicklung in der Region zu profitieren, wie Landrat Rolf Keil als Vorsitzender des Tourismusverbandes Vogtland e.V. betont:

"Der Musikinstrumentenbau im Musikwinkel ist ein ganz wichtiger Standortvorteil. Damit erreichen wir mit Musikgruppen, Orchestern und weiteren Interessierten eine ganz besondere Zielgruppe."

Zahlen zeigen auf Wachstum

Metallblasinstrumentenbau Jürgen Voigt Markneukirchen
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Den Statistiken des Wirtschaftsministeriums Sachsen zufolge, erzielte die sächsische Musikindustrie insgesamt im Zeitraum 2010 bis 2015 ein Umsatzplus von 27 Prozent. Damit liegt die Branche über dem Wachstum der Gesamtwirtschaft Sachsens in der gleichen Zeitspanne, hier betrug das Plus 16 Prozent. Als maßgeblicher Erfolgsfaktor der Musikwirtschaft gilt der sächsische Musikinstrumentenbau, der auf einer 350-jährigen Tradition aufbauen kann, und mittlerweile hohe handwerkliche Qualität mit Forschungseinrichtungen und neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen rund um das Thema kombiniert. Das sächsische Wirtschaftsministerium folgert in seinem Bericht:

"Der hohe Stellenwert des vogtländischen Musikinstrumentenbaus ist historisch bedingt und zeigt wie wettbewerbsfähig noch heute der Standort Sachsen im Instrumentenbereich ist."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Umschau | 22. Januar 2019 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Januar 2019, 09:19 Uhr