Umschau-Quicktipp | 15.01.2018 Autobatterien im Winter: So halten sie länger

Es ist die Pannenursache Nummer eins im Winter: Die Batterie ist zu schwach oder ganz platt. Das Auto springt nicht an. Damit Ihnen das nicht passiert, hier ein paar Tipps, wie Sie mit Ihrer Batterie gut durch die kalte Jahreszeit kommen und was Sie im Ernstfall tun können, um das Auto doch noch zu starten.

Das macht die Batterie platt

Eine Frau beugt sich über den geöffneten Motorraum ihres Autos, das in verschneiter Landschaft liegengeblieben ist
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Niedrige Temperaturen sind von sich aus ein Feind jeder Batterie. Sie mindern die Kapazität des Akkus, seine Leistungsfähigkeit sinkt. Ist es richtig kalt, braucht der Anlasser viel mehr Kraft, um den trägen Motor in Gang zu bekommen. Träge deshalb, weil das Öl im Motor im kalten Zustand zähflüssig wird. Zusätzlich wird die Autobatterie im Winter durch Funktionen wie Heckscheiben- oder Sitzheizung gefordert, die ebenfalls Strom benötigen. Fahren Sie dazu oft nur kurze Strecken mit vielen Standzeiten im Leerlauf an der Ampel oder gar eingeschalteter Start-Stopp-Automatik, dann hat die Batterie nicht genug Gelegenheit, sich wieder genügend aufzuladen. Außerdem fahren Sie in der dunklen Jahreszeit viel öfter mit eingeschaltetem Licht. Sollten Sie dann noch aus Versehen über Nacht ein Licht oder einen anderen Verbraucher anlassen, dann kann das zu einer Tiefenentladung führen. Die Batterie gibt keine Lebenszeichen mehr von sich und lässt sich auch nicht mehr zuverlässig aufladen.

Das schadet zusätzlich

Zum Kältestress kommen gerade bei vielen neueren Autos Funktionen, die praktisch immer aktiv sind. GPS-Geräte, Schlüsselerkennungssensoren und die Alarmanlage ziehen permanent Strom aus der Batterie. Auch wenn das im Einzelnen nicht viel ist, in der Summe kann das einer ohnehin schon leistungsschwachen Batterie den Rest geben. Ebenso wenn ein Auto zum Beispiel während der Urlaubszeit mal für eine oder zwei Wochen nicht bewegt wird. Ist es im Motorraum feucht und schmutzig, sitzen Batterieklemmen nicht fest auf den Polen, kann das zu Kriechströmen führen, die ebenfalls schaden.

Das pflegt die Batterie

Eine entladene Batterie braucht ungefähr 20 bis 30 Minuten Fahrt ohne Unterbrechung, um sich wieder voll aufzuladen. Schalten Sie dabei möglichst wenige zusätzliche Autofunktionen ein. Achten Sie auf saubere Kontakte, fest sitzende Anschlüsse und schmieren Sie die Batteriepole mit ein wenig Polfett ein. Das sorgt für guten Stromfluss.

Die Batterie laden

Kommen Sie bei Ihrem Arbeitsweg nicht auf die nötige Ladezeit, dann können Sie Ihrer Batterie gelegentlich mit einer Erhaltungsladung unter die Arme greifen. Dazu müssen Sie die Batterie nicht aus dem Auto ausbauen. Wichtig ist jedoch, dazu die Zündung auszuschalten und die Anschlüsse für Plus- und Minuspol von der Batterie zu trennen. Grundsätzlich sollte eine Autobatterie während des Ladens durch ein Ladegerät nicht an den Stromkreis des Auto angeschlossen sein. Manche Geräte geben zeitweise einen stärkeren Strom ab, als die Bordelektronik verträgt. Über Nacht wird die Batterie wieder voll geladen. Erhaltungsladegeräte gibt es ab 15 Euro, bessere Geräte mit Ladetimer und Überladungsschutz kosten ab 30 Euro aufwärts. 

Wichtige Informationen zur Batterie

Lesen Sie immer im Bordbuch Ihres Fahrzeugs, ob ein An- und Abschließen der Batterie so ohne weiteres möglich ist. Gerade Autos mit viel Elektronik an Bord können auf so etwas empfindlich reagieren. Manche Fahrzeuge müssen Sie erst auf den Neuanschluss einer Batterie einstellen. Fachleute sprechen dabei vom Anlernen der Batterie. Das kann man in einigen Fällen auch in der eigenen Garage. Je teurer das Auto, desto komplizierter wird es in der Regel. Informieren Sie sich im Zweifel in einer Werkstatt.

So trennen und schließen Sie eine Batterie richtig an

Achten Sie beim An- und Abschließen der Batterie auf die richtige Reihenfolge: Beim Anschließen kommt zuerst der (rote) Pluspol an die Batterie, dann der (schwarze) Minuspol. Beim Abklemmen ist es genau umgekehrt: Zuerst klemmen Sie den (schwarzen) Minuspol ab, dann den (roten) Pluspol. Wer das anders macht, riskiert unter Umständen einen Kurzschluss. Das ist besonders bei älteren Batterien gefährlich, denn dort tritt während der Ladung eine Mischung aus Sauerstoff und Wasserstoff, Knallgas genannt, aus. Auch wenn es hier nur um geringe Mengen geht, kann sich das unter ganz ungünstigen Umständen entzünden.

Eine neue Batterie

Wenn die alte Batterie sich nicht mehr richtig aufladen lässt oder anderweitig kaputt ist, brauchen Sie eine neue. Fahren Sie unter keinen Umständen dauerhaft mit einer schwachen oder defekten Batterie. Fällt eine Batterie während der Fahrt komplett aus, kann das Folgen für Ihre Fahrsicherheit haben. Vor dem Kauf einer neuen Batterie informieren Sie sich ganz genau im Bordbuch, welche Art Sie brauchen. Wichtig sind hierbei Eckdaten wie die Spannung und die Kapazität, also die Amperestunden einer Batterie. Im Zweifel wenden Sie sich an eine Werkstatt. Auch wenn viele Batterien mittlerweile als wartungsfrei deklariert werden, bedeutet das nicht, dass sie nicht ab und zu nachgeladen werden müssen. Lediglich Wasser müssen Sie bei solchen Geräten nicht mehr auffüllen. Nach 4-6 Jahren ist eine Batterie, je nach Belastung, reif für den Austausch.

Starthilfe mit dem Auto

Um kurzfristig wieder flott zu werden, können Sie Starhilfe von einem anderen Auto bekommen. Beide Wagen müssen dazu zunächst aus sein. Dann werden zuerst die Pluspole der Batterien mit einem Überbrückungskabel verbunden. Danach verbinden Sie bei den meisten Fahrzeugen die Minuspunkte oder- Pole der Fahrzeuge miteinander. Wo diese Punkte sich befinden, lesen Sie im Bordbuch. Erst wenn alles verbunden ist, starten Sie das Strom-Geberfahrzeug, warten eine Weile warten und starten dann das Strom-Nehmerfahrzeug. Gelingt das nach bis zu zehn Versuchen nicht, haben Sie kein reines Ladeproblem und sollten Profis zu Hilfe holen. Ladekabel sollten immer einen ausreichend großen Querschnitt haben. Gerade Dieselfahrzeuge brauchen beim Start wesentlich mehr Energie.

Starthilfe mit dem Powerbooster

Ähnlich wie bei Smartphones gibt es auch für Autobatterien sogenannte Akkupacks oder auch Starthilfebooster. Die kosten ab 50 Euro und werden (zuerst Pluspol, dann Minuspol) direkt an die angeschlossene Batterie geklemmt. Dann können Sie das Fahrzeug starten. Wichtig dabei: Das Akkupack sollte selber zu mindestens 25 Prozent geladen sein und nicht über Nacht im kalten Auto gelegen haben. Nehmen Sie diese Geräte also immer mit ins Warme. Bei Minus 18 Grad hat ein kaltes Powerpack keine Chance.

Anschieben funktioniert nur bei wenigen Autos

Der Energiebedarf von Benzinpumpe, Anlasser und anderen Geräten ist bei modernen Fahrzeugen so groß, dass Sie ihn durch ein paar Drehungen an der Lichtmaschine nicht decken. Ein modernes Auto springt also nicht nach ein paar Metern Anschieben im zweiten Gang so einfach an wie ein Trabi. Kommt außerdem noch unverbrannter Kraftstoff in den Katalysator, kann dieser kaputt gehen. Wenn Sie keine andere Möglichkeit haben, sollten Sie maximal einen Anschiebversuch wagen.

Vorsicht Verkehr

Auf welche Weise Sie ihr Auto auch wieder in Schwung bringen, achten Sie dabei immer auf den Verkehr. Sichern Sie ihren Standort mit Warndreieck. Tragen Sie selbst eine Warnweste. Holen Sie sich im Zweifel Hilfe von einem Profi.     

Über dieses Thema berichtet auch MDR JUMP am Vormittag | 15.01.2017 | 9:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Januar 2018, 13:29 Uhr