Umschau-Quicktipp | 26.06.2018 Autoschlüssel verloren - was tun?

Keyless Autoschlüssel 2 min
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Der Schlüssel ist weg – erste Schritte

Der Autoschlüssel liegt nicht an seinem Stammplatz und die Suche danach hat aus sämtlichen Taschen alles Mögliche befördert – nur eben keinen Autoschlüssel. Jetzt gilt es, einen kühlen Kopf zu bewahren. Zuerst sollte man feststellen, ob das Auto noch da ist. Hat man Glück im Unglück, sollte das Auto mit einem Zweitschlüssel an einen sicheren Ort gebracht werden, damit ein mögliches Diebstahlrisiko minimiert wird. Um keinen größeren Ärger mit der Versicherung zu bekommen, ist das auch die Pflicht des Betroffenen. Ist der Zweitschlüssel nicht sofort greifbar, um den Wagen selbst sicher zu parken, zahlen einige Versicherer sogar die Abschleppkosten.

Findet man den Schlüssel nicht umgehend wieder und es besteht der Verdacht, dass er gestohlen wurde, muss umgehend auch die Polizei informiert werden. Denn insbesondere bei den zunehmend verbauten Keyless-Go-Systemen, mit denen sich ein Fahrzeug leicht finden lässt, haben Diebe leichtes Spiel. Wem ein solcher Schlüssel gestohlen wird, der sollte ihn zusätzlich zur Anzeige bei der Polizei sofort über den Vertragshändler der jeweiligen Automarke sperren lassen.

Schlüsselverlust als Versicherungsfall – was ist wichtig?

Kfz-Versicherung - Modellauto, Schlüssel und Geld auf einem Antragsformular
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Ist der Autoschlüssel unauffindbar – egal ob verloren oder gestohlen - muss zusätzlich die Kasko-Versicherung informiert werden. Die Meldung kann über die Hotline erfolgen, sollte aber schriftlich nachgereicht werden. Unterbleibt die Meldung, verliert man den Versicherungsschutz, wenn vielleicht erst Jahre später das Fahrzeug gestohlen wird und man nicht alle Schlüssel vorlegen kann.

Wird mit dem Schlüssel auch das Fahrzeug gestohlen, muss der Betroffene gegenüber der Versicherung erklären, wie es zum Verlust des Schlüssels kam. Kommt die Versicherung zu dem Schluss, dass der Fahrzeughalter grob fahrlässig gehandelt hat, kann sie Leistungen kürzen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn der Autobesitzer sein Fahrzeug vor einem öffentlichen Gebäude parkt und den Schlüssel im Gebäude offen liegen lässt, oder wenn ein Autoschlüssel am Arbeitsplatz für jeden zugänglich herum liegt.

Wie bekomme ich einen neuen Schlüssel?

Keyless Autoschlüssel
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Bei alten Autos mit Erstzulassung vor 1995, rein mechanischen Schlössern und ohne Wegfahrsperre bekommt man für ein paar Euro beim Schlüsseldienst Ersatz – vorausgesetzt, man hat den Zweitschlüssel noch. Bei modernen Schlüsseln mit Fernbedienung oder Keyless-Go-Systemen muss ein neuer meist beim Vertragshändler bestellt werden. Der fordert dazu die Vorlage von Personalausweis und Fahrzeugschein bzw. Zulassung. Bis der neue Schlüssel da ist, kann es einige Tage dauern. In der Werkstatt müssen dann neuer Schlüssel und Fahrzeugelektronik aufeinander abgestimmt werden. Auch der Zweitschlüssel wird neu programmiert. Je nach Fahrzeugtyp kostet ein neuer Schlüssel zwischen 100 und 300 Euro. Verlangt die Versicherung neben dem neuen Schlüssel auch den Tausch der Schließzylinder, ist man schnell ein paar tausend Euro los.

Im Internet gibt es freie Anbieter für Neuschlüssel, die deutlich günstiger sind. Doch im Gegensatz zum Vertragshändler zahlt man im Internet, bevor der Schlüssel kommt. Ein unsauber gefräster Schlüssel wird dann schnell zum Problem. Fernbedienungen, die im Internet bestellt werden, muss man selbst programmieren und das ist – trotz Anleitung – oft schwierig. Manche Firmen bieten die Codierung gleich mit an, fordern dafür aber sensible Daten vom Kunden. Das muss nicht unseriös sein, man sollte aber genau prüfen, wem man seine Daten überlässt.

Die Kosten für Schlüssel und gegebenenfalls neue Schließzylinder werden bei verlorenen Schlüsseln nur von wenigen Versicherern übernommen. Hier hilft ein Blick in die Vertragsklauseln. Bei Raub oder Diebstahl des Schlüssels zahlt die Hausratversicherung zumindest den neuen Schlüssel.

Vorsicht bei gesperrten Schlüsseln

Beim Schlüsselverlust wird von der Werkstatt die elektronische Wegfahrsperre umprogrammiert. Die Fernbedienung lässt sich in der Bordelektronik sperren. Der Autoschlüssel ist damit aber nicht unbrauchbar. Denn fast jede Fahrzeug-Zugangsberechtigung enthält einen mechanischen Notschlüssel. Mit diesem können sich Unberechtigte immer noch über das nach wie vor bei allen Autos vorhandene, klassische Türschloss Zugang zum Auto verschaffen. Starten lässt sich das Fahrzeug damit aber nicht.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP am Vormittag | 26. Juni 2018 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. Juni 2018, 00:10 Uhr