Umschau-Quicktipp Mit der Dachbox sicher unterwegs

Dachboxkauf – welche ist die Richtige?

Der Markt für Dachboxen ist groß und unübersichtlich. Am häufigsten werden Boxen mit einem Fassungsvermögen von 350 bis 500 Liter Gepäck gekauft. Schon für 200 Euro gibt es Modelle, die bei Crashtests von ADAC und Dekra gut abgeschnitten haben, teurere Boxen sind aber meist belast- und haltbarer. Empfehlenswerte Modelle verfügen über eine gute Abdichtung und einen guten Schließmechanismus, und sie besitzen praktische Zurrgurte. Bei der Entscheidung für die Größe der Box muss beachtet werden, dass sie vorn und hinten nicht über das Auto hinaussteht und sich die Kofferraumklappe vollständig öffnen lässt. Außerdem sollte man beim Kauf auf die Art des Trägers der Dachbox achten. Nicht jeder Träger kann auf jedem Auto montiert werden. Angeboten werden im Handel auch Spezialboxen, z. B. für Skier, Surfboards oder die Golfausrüstung.

Eine platzsparende Variante der Dachbox ist die Faltbox. Wird sie nicht gebraucht, kann sie gefaltet oder gerollt werden und lässt sich sogar in einem Kleiderschrank verstauen. Außerdem ist die Faltbox preislich attraktiver. Die günstigste kostet ca. 50 Euro, teurere selten mehr als 250 Euro. Beim Kauf sollte man auch auf seriöse Prüfplaketten, z. B. vom TÜV achten. Wer beim Erwerb sparen will, kauft gebraucht. Beim Autowechsel bleiben die Dachboxen meist zurück und werden dann auf entsprechenden Plattformen im Netz günstig angeboten.

Die günstige Alternative: Dachbox mieten

Nur wenn die Dachbox regelmäßig in Gebrauch ist und zwischendurch ein Platz zur Lagerung zur Verfügung steht, lohnt sich auch der Kauf. Vielleicht leiht ja der Nachbar für die eine große Tour im Sommer seine Dachbox? Wenn nicht: Es gibt inzwischen professionelle Anbieter, die Dachboxen und notwendiges Zubehör vermieten. Was für Mietwagen gilt, gilt auch für Dachboxen: In den Sommer- und Winterferien ist Hochsaison und man sollte rechtzeitig reservieren. Der Mietpreis richtet sich nach Größe der Box und Mietdauer. Kleinere Boxen mit Träger gibt es schon ab ca. 56 Euro pro Woche. Wie beim Mietwagen auch ist die Dachbox bei Übernahme zu prüfen und ein Übernahmeprotokoll zu erstellen. Nur so kann man vermeiden, später für nicht selbst verursachte Schäden haftbar gemacht zu werden. Wenn der Vermieter die Montage übernimmt ist es ratsam, den Autolack auf Kratzer zu überprüfen und zu kontrollieren, ob die Box auch wirklich fest sitzt.

Wie kommt die Box aufs Dach?

Die Montage sollte ohne Hektik erfolgen, denn Fehler können später bei der Fahrt mit der Dachbox fatale Folgen haben. Es empfiehlt sich, die Montage zu zweit durchzuführen und vorher unbedingt die Anleitung des Herstellers zu lesen. Wer unsicher ist, ob er die Montage schafft, kann im Internet nach Anleitungsvideos suchen oder die Dachbox von einer Autowerkstatt anbringen lassen.

Wie belade ich die Dachbox richtig?

Die Überladung der Dachbox ist eine häufige Unfallursache. Das Gewicht von Box, Trägern und erlaubter Zuladung darf in der Summe nicht die in der Bedienungsanleitung des Wagens vorgeschriebene, maximale Dachlast überschreiten. Außerdem darf das zulässige Gesamtgewicht des Fahrzeugs nicht überschritten werden. Das steht im Fahrzeugschein. Zulässiges Gesamtgewicht minus Leergewicht des Autos ergibt dann die maximal mögliche Zuladung (Passagiere, Gepäck und Dachbox). Laut StVO darf der Dachaufbau nicht breiter als 2,55 m und das Auto mit Box nicht höher als 4 Meter sein. Das Gepäck sollte in der Dachbox gleichmäßig verteilt werden. Spanngurte, Fangnetze oder z.B. speziell Skiträger im Innern der Box geben dem Gepäck dabei zusätzliche Sicherheit.

Sicheres Fahren mit der Dachbox

Eine montierte und beladene Dachbox erhöht Schwerpunkt, Gewicht und Luftwiderstand des Fahrzeugs, führt zu einem längeren Bremsweg und lässt das Auto nicht mehr so schnittig durch die Kurve fahren. Abstand zum Vordermann und Geschwindigkeit müssen also angepasst werden. Ein Tempolimit für das Fahren mit einer Dachbox gibt es nicht. Automobilclubs empfehlen aber, nicht schneller als 130 km/h zu fahren. Bei höheren Fahrzeugen sollte auf die Gesamthöhe geachtet werden, denn mit Dachbox werden schnell mal 2 Meter überschritten – das ist aber oft die Maximalhöhe bei der Einfahrt in Parkhäuser.

Nach den ersten Kilometern sollte man prüfen, ob alles noch fest sitzt, denn loses Gepäck in der Box oder auch die Dachbox selbst, können bei einer Vollbremsung zum gefährlichen Geschoss werden. Und natürlich steigt auch der Kraftstoffverbrauch, wenn das Auto mehr Last befördert.

Dachbox und Versicherung

Versicherungen unterscheiden bei Diebstahlsfällen zwischen Inhalt und Dachbox selbst. Stehen Box und Inhalt abgeschlossen in Garage oder Parkhaus, haftet bei einem Diebstahl des Inhalts in der Regel die Hausratversicherung. Das gilt auch, wenn man im Urlaub ist. Steht das Auto mit der vollen Box auf dem Parkplatz und es kommt zum Diebstahl des Inhalts, haftet im Regelfall weder Hausrat- noch Teilkaskoversicherung. Wird eine fest montierte Dachbox vom Auto gestohlen, sollte die Teilkaskoversicherung zahlen, da die Box als fest verbautes Zubehörteil des Pkw gilt. Hier kommt es aber öfter zu Streitigkeiten über die Definition von „fest verbaut“. Reisegepäckversicherungen schließen Dachboxen und Inhalt gern in den Klauseln der AGB aus. Man sollte also sicherstellen, dass sich nichts Wertvolles in der Dachbox befindet und diese nachts möglichst im Haus steht. Auf jeden Fall muss man sowohl bei der Hausrat- als auch bei der Teilkaskoversicherung explizit nach den Klauseln für die Dachbox fragen.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Umschau | 17. Juli 2018 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Juli 2018, 09:28 Uhr