Umschau-Quicktipp | 08.08.2018 Gibt es das optimale Katzenfutter?

Eine Katze frisst ihr Futter von einem Teller
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In der freien Natur würde sich eine Vier-Kilo-Durchschnittskatze problemlos richtig ernähren. Sie spürt, was sie braucht. Dafür fängt sie gut zehn Mäuse, Vögel und andere Kleintiere am Tag. Die liefern der Katze Frischfleisch, Mineral-und Ballaststoffe, Vitamine, Spurenelemente und pflanzliche Bestandteile aus dem Magen der Beutetiere. Auf diese raffinierte Weise ist die Katze in der freien Natur ein Fleischfresser ohne Mangelerscheinungen. Sie holt sich vor allem viel Eiweiß für ihre stark beanspruchten Muskeln.  

Alleinfutter, Nassfutter oder Trockenfutter?

Eine graue Katze
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Die Mieze in der 30 Quadratmeterwohnung ohne Freigang bewegt sich eher wenig. Sie kann nicht selbst entscheiden, was sie braucht. Und damit Herrchen und Frauchen nicht hilflos zwischen verschiedenen Produkten und der Frage Nass- oder Trockenfutter entscheiden müssen, bieten viele Hersteller sogenannte Alleinfutter an. Da ist alles drin, was die Katze braucht. Lediglich Wasser müssen Sie als Halter noch zusätzlich anbieten.

Nassfutter wird auch als Katzen-Feuchtfutter bezeichnet und hat den Vorteil, dass es bis zu 80 Prozent aus Wasser besteht. Die Katze deckt beim Fressen gleichzeitig einen Großteil ihres Flüssigkeitsbedarfs. Sehr gute Feuchtfutter bekommen Sie ab 35 Cent pro 400 Gramm Dose. Das ist in der Regel eine Tagesration. Vorteil beim Nassfutter: Neben ausreichend Flüssigkeit bekommt die Katze auch noch viel Abwechslung in den Futternapf. Saftige Stückchen aus Thunfisch, Ente, Huhn und Rind locken die Mietze zuverlässig an den Futternapf.  Nachteil: Jeden Tag eine Blechdose mehr im Mülleimer. Das macht über 350 Dosen im Jahr, die gekauft, transportiert und geschleppt werden wollen.

Obwohl viele Katzenliebhaber ihre Samtpfote niemals ausschließlich Trockenfutter füttern würden, eignet es sich auch hervorragend zur alleinigen Fütterung. Bis zu fünf Prozent Fleisch sind in der Regel enthalten. Den Rest macht vor allem Getreide aus. Zusätzlich sind noch alle notwendigen Vitamine und Mineralstoffe zugesetzt. PLuspunkt für das Trockenfutter: Schon ab fünf Cent für den ganzen Tag ist Ihre Katze ausreichend ernährt. Sie sparen sich den oben erwähnten Dosenstress. Nachteil: Trockenfutter hat einen Feuchtigkeitsgehalt von maximal zwölf Prozent. Die Katze braucht unbedingt zusätzlich Flüssigkeit. Bei Trinkmuffeln besteht die Gefahr, dass die Katze Nierensteine entwickelt.

Aktuelle Testergebnisse

Logo "Stiftung Warentest"
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Die "Stiftung Warentest" hat im Juni aktuell 25 Trocken-Alleinfutter überprüft. Vier Produkte bekamen ein "sehr gut", neunmal gab es ein "gut", der Rest bekam "befriedigend" oder "ausreichend". Nur ein Produkt wurde als mangelhaft eingestuft. Ausgerechnet dieses Produkt war das teuerste: Bio-Katzenfutter von Defu für 43 Cent pro Tagesration enthielt zu wenig Kalium aber viel Phosphor. Bei dieser Mischung drohen Nierenschäden.

Testsieger war der "Bianca Knuspermix" von Penny, mit fünf Cent pro Tagesration auch noch eines der preiswertesten Produkte. Ebenfalls mit "sehr gut" bewertet wurden die Produkte von Kitekat, Lidl und Purina One. Letzteres mit Kosten von 22 Cent für die Tagesration schon viermal so viel wie der Testsieger. Das heißt, Sie können ihre Katze mit einem Trocken-Alleinfutter gesund, kostengünstig und umweltfreundlich ernähren.

Bis auf den Testverlierer war keines der getesteten Produkte gesundheitsschädlich. Allerdings enthielten einige Produkte, die sich als glutenfrei bezeichneten, sehr wohl Gluten. Das Klebeeiweiß spielt aber in der normalen Katzenernährung kaum eine Rolle. Es gibt nur sehr selten Katzen, die allergisch darauf reagieren.

Futtervorgaben mitunter zu großzügig

eine Katze liegt und schaut nach oben
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Die Produkte von dm, Kaufland, Defu und Rossmann enthielten verhältnismäßig wenig Eiweiß. Halten sich Katzenbesitzer an die Futtervorgaben der Hersteller, könnte die Katze unterversorgt werden. Die Muskeln schwinden, die Katze wird dick, im schlimmsten Fall krank. Dem können Sie bei diesen Produkten nur mit einer größeren Tagesration entgegenwirken. 

Jeder Hersteller gibt auf der Verpackung eine empfohlene Tagesration für die Katze an, oftmals noch nach Gewicht der Katze unterteilt. Als Halter müssen Sie selbst herausfinden, welche Futtermenge wirklich gut für Ihre Katze ist. Einmal pro Woche auf die Waage heißt die Devise. Schwankt das Gewicht um mehr als 200 Gramm, sollten Sie gegensteuern. Auch über mehr Bewegungsfreiraum und Spielangebote lässt sich das Gewicht Ihrer Katze regulieren. Erbricht Ihre Katze häufig nach dem Füttern oder hat Durchfall beziehungsweise harten Stuhl, verträgt sie das Futter nicht. Wechseln Sie das Futter und suchen Sie Rat beim Tierarzt.

Spezialverfahren BARFen

B.A.R.F. steht für Bones an Raw Food, zu Deutsch: Knochen und rohes Futter. Mit dieser auch bei Hunden angewendeten Fütterung sollen die Tiere möglichst naturnah und artgerecht ernährt werden. Dazu müssen Sie sich als Besitzer aber ganz genau auskennen und dafür sorgen, dass Ihr Tier keine Mangelerscheinungen bekommt. Wie wird die Nahrung zubereitet, welche Nährstoffe sind wo in welcher Konzentration enthalten? Diese Fragen müssen Sie vorab am besten mit einem Tierarzt oder Katzenexperten besprechen. BARFen ist zeitaufwendig und kostet wesentlich mehr.

Tipps für die Fütterungssituation

Eine Katze
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  • Tischreste oder andere für den Menschen gedachte Snacks eignen sich nicht für Katzen.
  • Junge Katzen brauchen bis zu vier Mahlzeiten am Tag.
  • Bei gesunden erwachsenen Katzen reicht es, wenn Sie früh und abends füttern.
  • Älteren und schwächeren Katzen bieten Sie bis zu dreimal täglich Futter an.
  • Napf und Futterlöffel sollten immer sauber gehalten und nach jeder Fütterung mit Wasser abgespült werden.
  • Getrunken wird Wasser.
  • Der Futterplatz sollte ein ruhiger, sauberer Ort sein, da die Katze beim Fressen nicht gestört werden will.
  • Bei der Nahrung darauf achten, dass sie Zimmertemperatur hat.
  • Eine Stunde nach dem Fressen sollte die übrig gebliebene Nahrung entfernt werden aus dem Napf.
  • Trockenfutter kann stehenbleiben, wenn die Katze daran nicht zu oft nascht und dick wird.
  • Nach dem Fressen braucht die Katze Ruhe, wenn sie spielen will, kommt sie von allein.
  • Berechnen Sie aber die Leckerlies mit in die Tagesfutterration ein und ziehen das vom normalen Futter ab.

Das vertragen Katzen nicht:

  • Rohes Schweinefleisch, es droht ein für Katzen tödliches Virus.
  • Schokolade, der enthaltene Stoff Theobromin kann schaden.
  • Milch, besonders bei erwachsenen Katzen droht Durchfall.
  • Leber, bei einem Zuviel können Brust- und Halswirbelsäule versteifen.

Tatsächlich zehn Mäuse oder Vögel "in freier Wildbahn"? Rechnen wir mal durch: Eine Feldmaus wiegt um die 20 bis 30 Gramm. Eine Katze frisst auch ohne viel Bewegung 300 bis 400 Gramm Nassfutter am Tag. Müssen sich die Katzen das Futter auch noch erjagen, verbrauchen sie noch mehr Energie. Und sie können ja das Fell der Maus oder die Federn von Vögeln nicht verwerten und bringen es wieder raus. Effektiv blieben also von der Maus oder dem Vögelein so um die 15 bis 20 Gramm für die Katze. Was macht die Katze also in der freien Wildbahn den ganzen Tag? Schlafen oder jagen.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP am Vormittag | 08. August 2018 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. August 2018, 12:51 Uhr